Best of 2011

Ein halbes Jahr ist seit meinem letzten Post vergangen? Wow. Wie die Zeit vergeht. Ich habe schon Lust wieder über Filme zu schreiben, jedoch fehlt mir oft die Zeit. Falls es jemand noch nicht bemerkt hat: Ich poste nichts mehr. Grund: Examensvorbereitung. Mehr will ich auch nicht dazu schreiben; die freie Minute, die ich mir hier gönne, will ich nicht damit „vergeuden“.

Es wird nicht besser in diesem Jahr, ich werde sicherlich noch weniger Filme schauen als im letzten (erschreckende Bilanz im Vergleich zum Vorjahr, erschreckend!). Dennoch wollte ich mal schauen, was sich da so angesammelt hat letztes Jahr und welche Filme ich die besten Bewertungen gegeben habe. Ich habe sicherlich weniger Ansprüche gehabt und wollte mich auch einfach nur unterhalten lassen, sodass manch einem die Auswahl vielleicht mal wieder komisch vorkommen wird. Aber so bin ich. Anspruch, bäh. Transformers, yeah. Hauptsache es bewegt etwas in mir.

Vorneweg: Ich habe leider nicht alles sehen können, was ich gerne gesehen hätte. Und bei manchem bin ich mir immer noch nicht sicher, daher haben diese erstmal keine Bewertung bekommen.

Filme, die ich leider nicht gesehen habe, aber Potential haben in die Liste zu kommen: Meek’s Cut-off, A Seperation, Weekend, Jane Eyre.

Filme, die mich beeindruckt haben, aber dennoch keine Bewertung bekommen haben; Kategorie „Mögliche Spitzenkandidaten, die eine Zweitsichtung benötigen“: The Tree Of Life, Certified Copy

So, hier nun meine kleine Liste:

Top:

1. Trust

Was soll ich sagen? David Schwimmer hat mich mit diesem Film wirklich überrascht. Ein heikles Thema, intensiv inszeniert mit einem tollen Clive Owen. Catherine Keener hätte manchmal etwas ruhiger sein können, aber im Endeffekt nur ein kleiner Makel an diesem effektiven und sehr emotionalen Film. Die Vater-Tochter Beziehung ist einfach glaubhaft, berührend und hat mich am Ende sehr zu Tränen gerührt.

2. 127 Hours

Ich hätte nicht gedacht, dass der Film beim zweiten Mal auch so effektiv sein kann, aber er hat das Niveau beibehalten; das muss belohnt werden. Franco ist sehr toll in dieser Ein-Mann-Show und Boyles Inszenierung macht einen verdammt durstig. Mich hat der Film zweimal komplett mitgenommen, gefesselt und mitfühlen lassen.

3. Crazy, Stupid, Love

Kleiner Überraschungshit für mich. Erst nach dem Film habe ich gemerkt, dass Glenn Ficarra und John Requa, die Regisseure des wundervollen I Love You Phillip Morris, für den Film verantwortlich waren. Und dann wurde mir auch klar warum dieser Film so verdammt gut ist. Die Carell-Moore Beziehung ist pitch perfect – die beiden sind so sympathisch und erneut: Moore, hach, bleibt mir weg mit Emma Stone, Moore is the real deal. Ja, richtig gelesen, die Emma kann mich noch immer nicht ganz überzeugen und an hotness wird sie sogar übertrumpft von Ryan Gosling. Suck on that Emma!

4. Brothers

Vorneweg: Das Original ist besser. Grund: Natalie Portman spielt nicht mit. Aber bei dem Film konnte sie nicht so viel nerven, wie sonst. Viel mehr ist die Geschichte, das Drehbuch an sich das beste an dem Film. Klar, auch gut inszeniert von Jim Sheridan, aber dieser ruhige Aufbau der Story, diese ruhigen, aber packenden Momente, diese Explosion am Ende – Wow.

5. Four Lions

Fucking hilarious! Ich weiß nicht wann ich zuletzt so über den fiktiven Tod von Menschen gelacht habe. Ich weiß zwar nicht, ob der Film eine zweite Sichtung standhält, aber die erste hat mich zum Brüllen gebracht, das soll mal jemand schaffen.

6. Rio

Ich hab mich schon in den ersten Minuten in Rio verliebt. Dazu kamen dann noch die Lieder und diese Animationen ((!) Die Tanzszene?! Wow!)…sehr toll und sehr witzig noch dazu.

7. Dogtooth

Der wohl interessanteste Film der letzen Zeit. Eine bahnbrechende Vision, die man sich anschauen sollte. Der Film lohnt sich allein wegen der Prämisse. Die Griechen, verrückt.

8. Bobby Fischer Against The World

Die Doku über den wohl besten Schachspieler der Welt: Bobby Fischer. Ein sehr guter Einblick in die Psyche eines Genies, der dem Wahnsinn verfällt. Alles schön in Schachtermini umrahmt und dafür noch sehr kurzweilig gestaltet. Dieser Film wird aber wohl nur Schachliebhabern gefallen ;)

9. Insidious

Bester Horrorfilm des Jahres. Von vielen mal wieder verkannt und abgestempelt als billiger Schockerfilm. Insidious ist für mich mehr, eher ein angenehmer Mix aus vielen verschiedenen Schock- und Gruselelementen – die dazu noch sehr wirkungsvoll eingesetzt werden –  und macht eines richtig, was viele, viele zuvor nicht gemacht haben: Die Charaktere reden miteinander. Einer der größten Pluspunkte für mich gewesen. Kleiner Minuspunkt: Leigh Whannel hätte ruhig sein Cameo streichen können.

10. Transformers III

Michael Bay übertreibt einfach. Erholt vom miserablen zweiten Teil kommt Bay wieder fast zu seiner alten Form und beschert erneut eine Materialschlacht, die es in sich hat.

Runner-Ups: Incendies, Rabbit Hole, The Kings Speech, I Saw The Devil, Prom

Sehr positiv überrascht gewesen: Win Win, It’s Kind Of A Funny Story, Tron: Legacy, The Adjustment Bureau

Enttäuschungen: Black Swan, Melancholia, Source Code

Schlecht: Captain America, Sucker Punch

Fantastische Szenen:

  • Ende von 127 Hours
  • die Tanzszene in Rio
  • die slowmotion Aufnahme von Ryan Gosling, wie er Pizza isst in Crazy, Stupid, Love
  • Der Kampf gegen die Riesensamurai in Sucker Punch
  • Strandsequenz in X-Men:First Class
  • Die Moral von It’s Kind of A Funny Story
  • Das Katz-und-Maus-Spielchen in I Saw The Devil
  • die Busszene in Inscendies
  • Esstischschocker und diverse andere Schocker in Insidious

Film, den ich 2011 zum ersten mal gesehen habe und der mich umgehauen hat: Dear Zachary.

Neue Lieblinge: Michael Fassbender, Ryan Gosling

Erneut, immer wieder toll: Julianne Moore.

Frechheit des Jahres: Den Oscar an Natalie Portman zu geben und nicht an Annette Bening.

Rise Of The Planet Of The Apes

So “schön” der deutsche Titel mal wieder klingen mag, ,,Planet Der Affen: Prevolution” ist mit Vorbehalt doch etwas einfallsreicher als das heutzutage (etwas) viel verwendete ,,Rise” im amerikanischen Titelvergebungsverfahren. So hört sich ,,Rise Of The Planet Of The Apes” zu lang, unhandlich und fad an, was den Film dahinter zum Glück nicht schadet, ihn nunmehr aber, in seiner Funktion als Titel, lediglich beschreibt, nämlich: Die Evolution der Affen, die eine Revolution beginnen und – wen wunderts – die Menschen nicht nur sprichwörtlich ein wenig hinterherhinken lassen. Man weiß eigentlich was kommt: Menschen, die denken sie seien über alles erhaben, experimentieren mit Tieren, bevorzugt Schimpansen, und werden dann in Kraft, Empathie und Intelligenz eines besseren belehrt.

Genauer geht es um Will Rodman (James Franco), der dabei ist ALZ-112 zu entwickeln, ein Virus, das sogleich die Heilung für Alzheimer sein soll. Seine Motivation für dieses Anliegen ist sein Vater Charles (John Lithgow), der unter Alzheimer leidet und der auch das erste menschliche Objekt ist, an dem Will das Virus ausprobiert. Zuvor aber sind die Schimpansen dran. Viele wurden getestet, einer stach heraus: Bright Eyes wurde er – oder besser gesagt ,,sie” – genannt. Das Virus verleiht nicht nur grüne, leuchtende Augen, sondern steigert die Intelligenz der Primaten deutlich. Was man zuvor nicht bemerkt hat ist, dass sie Nachwuchs im Labor bekam. Man wollte Bright Eyes den Investitoren des Projekts vorführen, doch dachte sie sich, dass man ihr Kind wegnehmen will, reagierte dementsprechend aggressiv und wurde als ultima ratio getötet. Den Investitoren gefiel das gar nicht, das Projekt wurde abgebrochen. Will zog daraufhin den Nachwuchs selbst auf. Er war nun der Vater von Caeser, der von seiner Mutter das Virus in seinen Genen geerbt hat. Caeser scheint sehr gut auf das Virus zu reagieren, er wird immer intelligenter, nur was das Virus an Menschen ausrichten kann, das ist noch unklar.

Rupert Wyatt, Regisseur eher unbekannterer Filme (The Escapist, Subterrain), hat nun erneut versucht die Geschichte der Affenrevolution zu erzählen. Dieses Mal aber im modernen San Francisco mit zwei “It”-Schauspielern, James Franco und Freida Pinto. Als Highlight gibt es noch den immer fantastischen John Lithgow dazu und für die Harry Potter Fans Tom Felton, der wieder einmal eine sehr unsympathische Rolle spielen darf. All diese großen Namen und doch sind sie nicht die Stars dieses Films. Es ist alleine Andy Serkis (Gollum aus Herr der Ringe, Kong aus King Kong), der durch die moderne Motion-Capture Technik Caeser spielt. Es ist leider wirklich so, dass bis auf Serkis die anderen Schauspieler leider nicht die Tiefe erreichen, die sie hätten erbringen können. Besonders enttäuschend ist, dass James Franco seine Qualität von 127 Hours nicht wieder erreicht. Er spult viel mehr eine ordentliche Leistung ab, die jedoch an Emotionalität mangelt, die sein Charakter aber umso mehr hätte haben müssen, gegeben den Umständen im Film. Ich habe ihm nicht viel geglaubt in diesem Film. Noch weniger habe ich Freida Pinto etwas geglaubt, der zugegeben wenig Spielraum gegeben wird und im Grunde ein verschwendeter Charakter ist. Allein mit einem Satz ist sie die Vernunftsperson, die Will vor den Gefahren eines immer stärker werdenen Affens schützen soll, aber mehr auch nicht. Lithgow ist bei weitem noch der solideste Part geglückt und kann in seinen wenigen Minuten wenigstens seine Verzweiflung und Verwirrtheit zum Ausdruck bringen.

Serkis aber kann als Caeser glänzen, er ist das Highlight des Films, er treibt den Film und trägt ihn größtenteils. Durch die Motion-Capture Technik ist es den Machern geglückt seine Emotionen sehr schön auf die Leinwand zu zaubern, sodass jede Regung auch wirklich bemerkt werden kann. Die CGI-Technik ist herausragend, weshalb ich mich auch schon gewundert habe, warum der Film nicht in 3D gezeigt wird. Womöglich auch besser so. In 2D können die anderen Affen nämlich auch ihre Emotionen so deutlich zeigen, dass man eher menschliche Wesen vor sich sieht als Tiere.
Sehr schön ist auch die Entwicklung, die Caeser durchmacht. Seine Motivation, seine Gedanken hinter der Revolution, seine Pläne, die ihn zum Anführer der anderen Affen macht. Dass alles wird unterhaltsam dargestellt, mit brutalen Auseinandersetzungen, Gebrüll, Schießereien, Explosionen. An Unterhaltung fehlt es nicht. Spätestens wenn sich Gorilla und Pferd gegenüberstehen sollte man losgelassen haben und sich der Revolution hingeben.

Rise Of The Planet Of The Apes hat neben diesem unterhaltsamen Aspekt aber auch einen ganz besonderen Moment, der ausschlaggebend für den ganzen Film ist. Ich möchte ihn ungern verraten, da er für mich schon die beste Szene im ganzen Film darstellt. Eins sei aber gesagt: Leider ist es der einzige Moment, der mich besonders umgehauen hat. Der Rest des Films ist dagegen einfach etwas zu underwhelming, wenn auch unterhaltsam. Rise Of The Planet Of The Apes ist dennoch besser als ich gedacht habe, etwas verschenkt, aber für einen unterhaltsamen Abend allemal genug.

__________[ 6/10 ]__________

X-Men: First Class – Mutant And Proud

,,Wie alles begann“. Originstories sind aufgrund ihrer Thematik meist interessanter als die Story, die inhaltlich danach bzw. tatsächlich davor erzählt wurde. So begann X-Men in seiner Filmform als etabliertes Universum mit reicher Hintergrundgeschichte, die jedoch nur stückweise beleuchtet wurde. Fragen blieben bewusst offen und man wurde einer Welt vorgestellt, in der Mutanten leben, inmitten der Menschen, die sie eigentlich eingesperrt sehen wollen. Der erste X-Men Film funktionierte als eigenständiger Film in einer neuen aufregenden Welt mit Mutanten, die besondere Fähigkeiten aufweisen, die man so vielleicht noch nicht gesehen hat. Man fragt sich dennoch: Warum ist Professor X im Rollstuhl? Warum besitzt er so eine innige Verbindung zu Magneto? Wie hat das ganze überhaupt angefangen? Dafür ist die Originstory da, die alles erklärt und dabei noch zu unterhalten weiß. Das ist X-Men First Class, der Ursprung der Mutanten in der Welt der menschlichen Ahnungslosen. Dort spricht man noch nicht von Professor X und Magneto. Charles und Erik, bitte. Es sind doch auch nur zwei Seelen, die ihren Sinn auf der Welt suchen, zwar nicht als Mensch, aber als Mutant.

Es sind die 60er, der Kalte Krieg ist noch präsent, die Großmächte USA und UdSSR befinden sich in einem spannungsgeladenen Verhältnis. Inmitten dieses Zwiespalts bekommt die Menschheit Wind von der Existenz der Mutanten. Zunächst nur die CIA, die durch eine Agentin Charles Xavier (James McAvoy) und Raven (Jennifer Lawrence; später Mystique), schon in Kindesalter befreundete Mutanten, ausfindig machen konnte, direkt unter ihr Kommando stellt und versucht sich die Kräfte derer sich zugunsten zu machen. In hintergründigeren Gebieten treibt Dr. Schmidt aka Sebastian Shaw (Kevin Bacon) sein Unwesen. Dieser Bösewicht strebt den dritten Weltkrieg an im Hinblick auf die Vernichtung der Menschheit und die Erhebung der Mutanten als wahre Wesensform auf der Welt. Er hatte schon 1944 Bekanntschaft mit dem jungen Erik (Bill Milner) gemacht, den er gepeinigt hat, durch den er mehr über Mutanten erfahren hat und selbst zu einem wurde. Erik (Michael Fassbender), nun in seinen 20ern, hingegen hat nur eines vor: Dr. Schmidt töten. Auf seinem Rachefeldzug treffen sich Erik und Charles und verbünden sich gegen den gemeinsamen Feind. Die erste Klasse kann so langsam beginnen. Die Schüler werden dafür noch rekrutiert.

Matthew Vaughn, zuletzt noch der Mann für die etwas normaleren Superhelden in Kick-Ass, hat sich hier verpflichtet diese überaus wichtige Geschichte über die X-Men zu erzählen. Wie Erik und Charles sich kennen gelernt haben, welche Motive sie dazu bewegt haben die Personen zu werden, die sich in der Zukunft mit entgegengesetzten Idealen und Gruppen von Mutanten gegenüberstehen. Die einen sehen die Menschen als Feind, die anderen streben Kooperation mit ihnen an. Doch zu vor, wie es der Trailer so schön sagt, waren die beiden Anführer Freunde. Es ist einfach interessant mit anzusehen wie sich diese großen Persönlichkeiten entwickelt haben zu diesen Anführern der beiden Mutantengruppierungen. Regisseur Vaughn drückt am Anfang des Films etwas auf die Tube, stellt die Freundschaft zwischen Charles und Raven als gegeben bzw. als schnell geschlossen dar und versucht erst die Motivationen und Gedanken der Protagonisten hervorkommen zu lassen, als sie älter sind. So gibt es jedenfalls nicht nur Charles und Eriks Perspektiven, sondern auch die von Raven. Für mehr großartige Bezugnahme auf andere Charaktere und deren Lebensgeschichte ist schlichtweg keine Zeit, wenn man noch die Handlung voranbekommen will in den gut zwei Stunden des Films.

Im Hinblick auf Raven wurde schön ausgearbeitet, warum sie zunächst auf der „guten“ Seite neben Charles steht und danach von Eriks Ideologie überzeugt wird und schließlich auf seine Seite wechselt. Es ist schön mitanzusehen, dass gerade Ravens Probleme zeitweise in den Vordergrund gestellt werden. Als Mutant in ihrer wahren Gestalt ist sie für das normale Menschenbild einer schönen Frau zu hässlich, zu anders. Erik macht ihr deutlich, dass sie sich nicht für die Menschheit umwandeln muss, um gewürdigt zu werden. Konsumiert von dem gleichen Gedanken beschäftigt sich der Film auch mit Hank (Nicholas Hoult), dessen Aussehen als „Big foot“ ihn auch gehörig stört und für das er sich ständig Witze anhören muss.

Charles und Eriks Verbindung wird demgegenüber sehr toll von James McAvoy und Michael Fassbender portraitiert. Zwischen den beiden entwickelt sich tatsächlich so etwas wie eine innige Freundschaft, die schlussendlich der eigenen Ideologie weichen muss. Als zukünftiger Gegenspieler ist gerade Eriks Charakter der wichtigere von den beiden, da emotional weit aus tiefgründiger und komplexer. Fassbender, als einer der solidesten Schauspieler seiner Generation, verleiht seinem Charakter die nötige Härte, aber auch die nötige Verletzlichkeit. Aber auch McAvoy bringt mit seiner sympathischen Art das Wesen des zukünftigen Professor X in ein freundliches, wohliges Gesamtbild ohne dabei ein Abbild von Patrick Stewart zu sein.

X-Men First Class ist über der doch sehr angemessenen Beschäftigung mit den Charakteren ein Film, der sich gerne auch mal gehen lässt und eine herrlich witzige Atmophäre schafft. Insbesondere deutschen Zuschauer des Films werden einige Szenen des Films sicherlich mehr ansprechen als andere. Die Biermarke ,,Bitburger“ findet ihre Erwähnung, aber auch die deutsche Sprache an sich, die von Kevin Bacon so schön oft mit leichter Anstrengung in der Stimme gebrauchen muss. Weiterhin gibt es ein bekanntes deutsches Gesicht zu sehen: Ludger Pistor gibt ein Cameo, das sich zum Glück im Rahmen hält. Des Weiteren nimmt First Class Bezug auf die kommenden X-Men Filme mit kleinen, ungezwungenen Insidejokes, was den Film erneut um ein Stück sympathischer macht.

Dass ich bisher noch nicht ein Wort über die Action im Film geschrieben habe verdeutlicht nur, dass X-Men First Class für mich nicht nur ein stupider Sommerblockbuster ist, der sich für den Unterhaltungsfaktor auf seine Actionszenen stützt. Viel mehr hat der Film mir gerade durch seine angenehm überschaubare Erzählung der Originstory gefallen, die dann gen Ende tatsächlich noch einen emotionalen Höhepunkt erreichen konnte. Daneben ist die Action im Film in Verbindung mit den Mutantenkräften und dem passend rockigen Score natürlich fantastisch in Szene gesetzt. Bis auf Angels (Zoe Kravitz) Kraft mit Schmetterlingsflügeln zu fliegen und Spuckfeuerbomben abzufeuern, konnten die anderen Mutantenkräfte, insbesondere Eriks Macht über Magnetfelder, größtenteils die Lücke von Storm oder Cyclops füllen.
X-Men First Class reiht sich stimmig in die X-Men Reihe ein und ist als eigenständiger Film vollumfänglich zufriedenstellend. Mit tollen Schauspielern ausgestattet und von einem kompetenten Regisseur inszeniert ist First Class mit Herz und Spaß der geeignete Einstieg in das Universum der X-Men.

__________[ 7,5/10 ]__________

bei Sneakfilm.

Projekt Hörsturz #45 – Guilty Pleasures

Guilty Pleasures! Eine schwierige Runde, weil ich mich eigentlich für keines meiner Bands oder Lieder, die ich höre, schäme. Habe dennoch einfach Take That genommen, da Beety das als Beispiel genannt hat. Ich bin einfallsreich, jup.

Ok, los gehts:

Muss ich leider hören:

Linkin Park Vs. Jay-Z – Dirt Off Your Shoulder/ Lying From You(von Tenza)
Ohsnap, ich dachte beiden Partein wären schon seit drei Jahren tot. Naja, Linkin Park langweilen mich in meiner jetzigen Lebensphase doch sehr, Jay-Zett war nie mein Fall. Dieses Lied kann man sich wohl nebenbei anhören, wenn man denn bei so einem Projekt mitmacht. 4/10

Manowar – Kings of Metal(von Fabian)
Powermetal? Hieß das so? Ach, doch nur Heavy Metal. Das behindertste aller Metalle. Stets fad gewürzt und bis zum Erbrechen eintönig. 1/10

Cry Sisco! – Afro Dizzi Act(von cimddwc)
What the- Afro Dizzi Act, sprachlich also mal derbst gewitzt. Viel zu lang, sonst hätts einen Punkt mehr gegeben. 1/10

Ke$ha feat. 3OH!3 – Blah Blah Blah(von Mars)
Wieder ein lyrisches Meisterstück. Aber ich mags. Ke§ha. (see what I did there?) 6/10

Metro Station – After the Fall(von Dr. Borstel)
Flockig. 6/10

Rebecca Black – Friday(von David)
139 000 000 Mal angeschaut, oh mann. Schlimmer als das Lied ist ja, dass alle so schnell auf den Zug aufspringen und sagen, dass es das schlechteste Lied auf der Welt sei. Das Lied hat Stil. Und der Songtext ist doch wahr…gotta have some cereal, looking forward to the weekend; alles hypocrites, die das schlecht finden. 6/10

Take That – Patience(von Khitos)
Sooo schön. Ich geh jetzt nicht mehr so ab wie früher, aber immer noch toll. 7/10   Korrigiere, ich geh grad mega ab. :D Fantastischer Song. 9/10

Chris de Burgh – Don’t pay the ferryman(von Konzertheld)
Ich dachte wirklich der de Burgh würde schlechte Musik machen, aber das ist doch coolio! Ui. 7/10

Vengaboys – Shalala lala(von Nummer Neun)
Wurst & Women WHAT THE!! Uhmne. 1/10

Absolute Beginner – Chili-Chil Bäng Bäng(von LemonHead)
Uhmja. 4/10

Durchschnitt: 4,5/10

Bonusrunde lass ich erstmal. Das zweite Mal schon, glaube ich, dass ich sie auslasse. Hm. I’m too old for this – stuff – he said stuff.

Thor – Der mit dem Hammer schwingt

Wenn man sich die Avengers ansieht, dann ist Thor mit Abstand derjenige mit dem besten, stärksten, außergewöhnlichsten und tollsten Namen. Der Name strotzt nur vor Kraft, hört sich an wie Donner, man fällt hernieder in Erfurcht vor diesem Namen. Dieser Name eines nordischen Gottes muss erstmal jemand angemessen repräsentieren können – zum Glück wurde der passende Kandidat gefunden: Chris Hemsworth. Ein Monster von einem Mann, schön zur Schau gestellt und charismatisch in dem neuesten Marvel Film, der auf den großen Film über die Avengers – so wie Iron Man und Captain America z.B. – vorbereiten soll. Eine Exposition also, gleichzeitig auch die Hintergrundgeschichte für das ganz große Spektakel The Avengers. Ich bin sehr gespannt, Iron Man war in keinster Weise überragend, Hulk war gut, Captain America? Man wird es noch sehen. Thor jedenfalls kann auch nicht vollends überzeugen, trotz der wunderbaren Ausgangslage mit einem tollen Cast, einer Göttergeschichte und Chris Hemsworths Adoniskörper.

Thor will vieles sein und das zu sehr. Man kann nur vermuten, dass Regisseur Kenneth Branagh so viel reinbringen wollte und so viele Menschen ansprechen wollte wie möglich. So ergab das Ganze ein Konglomerat aus einem Drittel Actionfilm, einem Drittel Liebesfilm und einem Drittel Komödie. Es ist verständlich, dass man alles aus einem Film herausholen will, aber man sollte auch erkennen können, dass manches als unpassender Teil des Films herausstechen wird und das Gesamtbild erheblich beeinträchtigen kann. So haben mich zwei Drittel des Films doch einigermaßen gestört. Der Actionanteil ist in Ordnung, nichts neues, viel Wirbel, viel Donner, nette Hammeraction, aber alles nicht so überwältigend, als dass man mit großen Augen und geöffnetem Mund die Leinwand angestarrt hätte. Kleines Highlight wäre da wohl nur das Überwesen aus Asgard gewesen, welches aus verformbarem Metall bestand und alles in seinem Weg zu verbrennen im Stande war. Dieser Teil war unterhaltsam, wobei man doch etwas mehr Balance hinein hätte bringen können, denn mal ganz ehrlich, Thor hätte im Alleingang Sarumans Armee zerschlagen und am Ende noch drüber lachen können, wie wenig Spaß doch dieser Nachmittagsspaziergang gewesen sei.

Die größten Makel befinden sich in der Liebesgeschichte zwischen Thor und Jane (Natalie Portman) und in dem Komödienanteil des Films. Beide Aspekte sind wahrlich nicht einfach zu koordinieren, geschweige denn geeignet wirklich einfach jeden einzelnen Zuschauer zufriedenstellen zu können. Ich für meinen Teil habe fast immer – auch wenn es ein billiger, unausgegorener Film ist – meine Probleme mit den Liebesgeschichten. Das geht mir einfach zu schnell – es ist nicht nachvollziehbar, es ist nicht glaubwürdig, es passt einfach nicht. Mit Einschränkungen kann man Janes Anziehung zu Thor verstehen, aber der große Wandel auf der Erde, den Thor in nur kürzester Zeit durchmacht ist lächerlich. Ich habe da einfach zu hohe Ansprüche, ich weiß. Dennoch wirkt das ganze dann zu überhastet, hereingebracht, weil es einfach in einem Film hineingehört, etwas Kitsch und Romanze, damit man auch wirklich dahinschmelzen kann, wenn denn nicht gerade zufällig ein böser Bruder sein Unwesen treibt.

Aus dem Gedanken heraus, den Zuschauer auf jeden Fall zu unterhalten, kommen dann desöfteren Gags in einen Film, die ein noch viel größeres Dorn im Auge darstellen können. Thor beinhaltet sehr viel, worüber man lachen kann, man erkennt die glasklaren Komödienelemente, die aufgebauten Gags, das Timing der Dialoge, der Wechsel von Actionfilm zu selbstständiger Komödie, ein Hin und Her, keine sanften Übergänge, sondern mit klaren Grenzen versehen. Der Aspekt, dass der Gewittergott auf Erden eine witzige Figur darstellt, wird herzlich ausgeschlachtet – oft funktioniert es, oft aber auch nicht. Es ist allein Chris Hemsworth zu verdanken, dass man das ganze Geschwurbel ertragen kann. Er bringt eine überaus sympathische Aura mit, für den Charakter des Thor und für die Projektion des Gesamtbilds dieses Films auf den Zuschauer.

Thor ist schon sehenswert, hat viel zum Lachen und zu schmachten und bringt mit einigen tollen – und schrägen – Aufnahmen bisher wohl die eindrucksvollste und erwähnungswürdigste Kamera (Haris Zambarloukos) der Avengers mit, die zudem keines 3D Effekts gebraucht hätte. Im Endeffekt ist das Gesamtbild aber doch zu negativ ausgefallen. Thor wird einem nicht lange in Erinnerung bleiben, dafür hätte der Hammer des großen Thors ein bisschen mächtiger sein müssen.

__________[ 5,5/10 ]__________