Shutter

von Khitos

 

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Tun (Ananda Everingham) und seine Freundin Jane (Natthaweeranuch Thongmee) sind nach einer Hochzeitsfeier eines Freundes auf dem Heimweg. Sie haben Spaß, hören Musik, sind aber so unachtsam, dass sie eine junge Frau überfahren, die urplötzlich auf der Straße steht. Um ja keine Schwierigkeiten zu bekommen begehen sie Fahrerflucht und leben ihr gewohntes Leben weiter. Als Tun jedoch seine entwickelten Fotos von einer Schulveranstaltung ansieht, bemerkt er, dass überall weiße Fehlerreflexionen zu sehen sind. Jane, die sich immernoch Sorgen um den Unfall macht, plagen jede Nacht Albträume, in denen sie von einer angsteinflößenden Frau heimgesucht wird. Tun wird ebenfalls Teil von mysteriösen Momenten und kann nicht anders als mit Jane auf den Grund der Tatsachen zu gehen. Ihre Nachforschungen bringen sie zu weiteren Geheimnissen, die immer mehr Licht ins Dunkle bringen.

“Shutter” ist von der kurzen Inhaltsangabe ziemlich konventionell. Man würde nicht vermuten, dass es mehr Tiefe in dem Film gibt oder unübliche Handlungsstränge zum Vorschein kommen. Falsch gedacht. Der Film bietet im Vergleich zu anderen seiner Sorte mehr Handlung und überzeugt mit einem Subplot, der im späteren Verlauf immer wichtiger wird. Auch wenn es ,wie in fast jedem asiatischem Horrorfilm, natürlich wieder die obligatorische, schwarzhaarige Frau gibt, die mit einem extrem angsteinflößendem Gesicht und weit aufgeschlagenen Augen für die nötigen Schockermomente sorgt. Diese ist aber, wie auch in den meisten Fällen, ganz gut dargestellt und erfüllt ihren Part ausgesprochen gut.

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Everingham und Thongmee machen ihre Sache gut, vieles ist überzeugend gespielt, aber manches widerum auch nicht. Einerseits können sie ihre Angst, Trauer etc. ganz gut rüberbringen, aber manche Reaktionen von ihnen sind in meinen Augen nicht nachvollziehbar. Wenn sie zum Beispiel vor wenigen Momenten von dem bösen Geist heimgesucht wurden, sind sie in den nächsten Szenen jedoch wieder konzentriert und denken nicht einmal an das vorherige Ereignis. Ansonsten können sie mit dem Rest des Casts aber die Handlung bis zum Schluss ganz gut weiter tragen.

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Die Schockerszenen, die in einem guten Horrorfilm natürlich von essentieller Bedeutung sind, sind sehr gut getimt und lassen den Zuschauer unzählige Male aufschrecken. Ich habe den Film jetzt zum zweiten Mal geschaut und hab mich immernoch erschreckt, obwohl ich ganz genau wusste was denn in den nächsten Momenten passiert. Vielleicht liegt es an mir, aber zuvor hat es kein Horrorfilm es geschafft mich so oft zu erschrecken, und das nach mehrmaligen Ansehen! Natürlich gibt es immer wieder Parallelen zu anderen Filmen, wo ungefähr das Gleiche geschieht, aber das kann man immer irgendwo bemängeln.

Was auch wichtig zu erwähnen wäre sind die Fotos. Obgleich sie gefälscht, nachbearbeitet oder selbst gezeichnet sind, sie sind immernoch sehr interessant und erwecken ein unwohles Gefühl. Wenn man davon absieht, dass es technische Fehler sein könnten, der Reiz an übernatürliche Geisterwesen zu glauben ist in meinen Augen ziemlich groß. “Unfug” wird mancher sagen. Natürlich ist das Unfug. Im Film selbst wird klar gezeigt, dass alles gefaked ist, aber die Idee und der Glaube sind interessant und bieten genug Grundlage für gruselige Augenblicke, die wie der Chefredakteur Meuk (Abhijati Jusakul) meint, zahlreichen Menschen gefällt.

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Gefallen findet man auch besonders an den Schlusssequenzen. Ob “Saw”, “Dead Silence” oder “Die üblichen Verdächtigen”. Das Ende von “Shutter” weist einen einwandfreien Twist auf, der sich beträchtlich mit den Twists der genannten Filme messen kann.

Die Regisseure Banjong Pisanthanakun und Parkpoom Wongpoom, die gleichzeitig auch am Drehbuch mitgearbeitet haben, bescheren mir den ersten Thai-Horrorfilm, den ich gesehen habe. Mit “Shutter” haben sie jedenfalls einen interessanten und sehr guten Horrorfilm abgeliefert, der es sehr gut zu unterhalten und zu schocken versteht.

__________9/10__________

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Info: Für 2008 ist ein Hollywood-Remake geplant. Ich weiß nicht ob es an der Einfallslosigkeit von Hollywood oder an der grandiosen Qualität der asiatischen Filme liegt, dass immer mehr Remakes gemacht werden. Beides wird wohl der Fall sein. Man kann trotzdem gespannt sein, wie das amerikanisierte “Shutter” aussehen wird. Das Original zu schlagen wird sich auf jeden Fall als schwierig erweisen.

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