Death Proof

von Khitos

dp4.jpg

These 8 Women Are About To Meet 1 Diabolical Man! – A White-Hot Juggernaut At 200 Miles Per Hour!
Die Taglines versprechen Stuntman Mike (Kurt Russel), der des Spaßes wegen diese acht Mädchen jagt: Abernathy (Rosario Dawson), Butterfly (Vanessa Ferlito), Shanna (Jordan Ladd), Pam (Rose McGowan), Julia (Sydney Tamiia Poitier), Kim (Tracie Thomas), Lee (Mary Elizabeth Winstead) und Zoe (Zoe Bell).

dp3.jpg

Ich bin nicht in der Altersklasse von mir zu behaupten ich hätte einen 70er Jahre Exploitationfilm schon gesehen, darum bin ich nicht in der Lage zu sagen, ob Quentin Tarantinos sogenannte Hommage an genau diese nun zutrifft oder nicht. Ansatzweise kann ich aber die filmische Qualität der frühen Jahre sehen. Tarantino bedient sich offensichtlich an Methoden, die den Film älter aussehen lassen und Fehler offenbaren, die es zu der Zeit öfter gab. Nicht nur, dass Störungen im Bild zu sehen sind, es wird auch ein Part in Schwarz und Weiß gezeigt oder auch nicht gezeigt, weil ein ruckartiger Fastforward vorgenommen wird. Alles in allem eigentlich eine nette Mischung, die man nicht oft in der modernen Filmära zu sehen bekommt. Dazu kommt, dass Tarantino nicht nur selbst mit seinem Freund Eli Roth im Film vorkommen, sondern auch auf andere Tarantinofilme angespielt werden, wie “Kill Bill” oder “Reservoir Dogs”. Es könnten noch mehr vorhanden sein, ich konnte sie aber nicht ausfindig machen.

dp2.jpg

Neben Kurt Russel, der als Stuntman Mike eine wunderbare Figur macht, sind die Mädchen gut ausgewählt und verkörpern die Frauenpower, die der Film bis zum Schluss inne hat. Einzig Zoe Bell hat mich gestört, da ich sie äußerst unpassend zwischen den anderen finde. Auch ihre Anteil an den Dialogen empfand ich als überhaupt nicht witzig, eher ermüdent. Das heißt aber nicht, dass der Rest der Dialoge mich zum Lachen gebracht hätte. Die meiste Zeit wird nur über Frauenkram geredet, der überhaupt nicht interessiert und den Film teilweise total unnötig macht. Auch wenn das Tarantinos Intention war, ich sehe in den Dialogen keinerlei Rafinesse oder neue, erfrischende Ideen. Da ist es ziemlich schwierig ist den Film überhaupt noch weiter zu sehen, denn der Hauptteil des Filmes besteht nur aus Gerede.

Deswegen kann man den Autocrash, auf den man circa eine Stunde warten muss, als einen Highlight im Film ansehen, der wirklich heraussticht. Die Brutalität des Chrashes ist überhaupt nicht schlimm. Im Gegenteil. Es schlägt ein wie eine Bombe, wenn man mehrere Male sieht, wie jeweils eine der Mädchen stirbt. Dazu kommt ja noch die Fahrt mit Pam, die davor geschieht – überraschend blutig und spitze für die diabolische Darstellung Mikes.
Was ich bei der ersten Autoverfolgungsjagd bewundert habe, wird bei der zweiten direkt wieder zerstört. Man sollte nicht zu viel verraten, aber eines kann man sagen: Die teilweise nichtvorhandene Logik und die Überlänge dieser Jagd sind beträchtlich. Und auch der darauffolgende Schluss setzt noch einen drauf, sodass der Film für mich leider einen enttäuschendes Ende findet.

Vielleicht liegt es an meinem Alter, dass ich nicht so viel Positives in “Death Proof” finden konnte. Dennoch, Tarantino zeigt mit seinem überflüssigen Cameo seine Selbstverliebtheit nur zu gut und punktet damit überhaupt nicht. Ich hoffe er gesellt sich später wieder zu den Leuten hinter der Kamera und beschert dem Publikum und mir wieder einen echten “Tarantino”.

__________3/10__________

dp1.jpg

About these ads