Planet Terror

von Khitos

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Was gibt es zu diesem Film zu schreiben? “Planet Terror”, der Name gibt dem Zuschauer schon eine genaue Vorstellung wie denn nun der zweite Teil des Double-Features Grindhouse aussehen wird. Jede Menge Tote, Chaos und noch mehr Tote. Natürlich sterben die Menschen nicht einfach so. Nein, da muss schon ein gefährliches Gas auf die Welt losgelassen werden, welches die Menschen zu Zombies verwandelt. Verrückte Story, aber nicht für einen Trash-Zombie Film.
Robert Rodriguez hat mit seinem Teil von Grindhouse einen unterhaltsameren und blutigeren Streifen als Tarantinos “Death Proof” kreiiert. Das soll jetzt aber nicht bedeuten, dass “Planet Terror” um Längen besser ist. Um ehrlich zu sein hätte ich es wahrscheinlich nicht komplett ausgehalten, wenn ich mir, wie in Amerika, direkt beide Filme angeschaut hätte.

“Planet Terror” ist und bleibt wohl ein trashiger Film, der sich komplett nicht ernst nimmt und die Fetzen und manche Körperteile fliegen lässt. Die Handlung ist eigentlich komplett egal. Hauptsache man bekommt die geballte Masse an Ekel und Brutalität zu sehen. Und genau das sollte eigentlich Spaß machen. Die Jagd auf die Zombies, die eingeschobenen Witze, die permanent skurrilen Charaktere. Leider empfand ich nicht das Gefühl aufzuspringen, wenn ein Kopf durchschossen wird oder den Drang zu lachen, wenn der BBQ-Besitzer zum 23. Mal von seinem guten Fleisch redet, welches das beste in ganz Texas ist! Doch ich muss zugeben, manches war wirklich unterhaltsam. Nur der vorhersehbare, wiederholende größere Teil überwog und das macht den Film auf Dauer langweilig, auch wenn gerade Massen an Zombies ihr Blut dem Boden spenden.

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Naja, eigentlich kann man nichts anderes erwarten, wenn man den Trailer gesehen hat. Man bekommt genau das geboten, nicht weniger und auf keinen Fall mehr. Da ist es wieder die Geschmacksfrage, ob man durch solche Dinge komplette 105 Minuten unterhalten werden kann. Normalerweise finde ich es gar nicht mal so schlimm, wenn ein Film einfach nur auf so etwas aufgebaut ist. Ich mein, ich mochte “Bad Taste” von Peter Jackson, was einen heiden Spaß gemacht hatte. Einfach herrlich, wie billig alles gemacht war und wie die Zombies alle nacheinander umkamen. Wie schon gesagt, “Planet Terror” kann diese Atmosphäre, in meinen Augen jedenfalls, nicht herzaubern.

Dazu kommt leider auch wieder einmal ein Auftritt vom Großmeister Tarantino persönlich, der sich meiner Meinung nach immer mehr lächerlich macht, indem er solche Dinge abzieht, wie er es hier getan hat. Schon seine Rolle in “Death Proof” fand ich nicht ansprechend. Ich mag ihn einfach lieber hinter der Kamera, anstatt ihn in solchen Rollen zu sehen. Leider folgt Bruce Willis seinem Beispiel und hat, wennauch am Anfang noch ganz cool, zum Ende hin eine sehr komische Rolle. Wenn ihr wissen wollt, was er so alles in Afghanistan gemacht hat, solltet ihr den Film mal ansehen.

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Positiv aufgefallen ist mir aber Freddy Rodriguez, der einen wunderbaren, knallhart coolen Schützen spielt, der nie, niemals daneben schießt. Ich mochte seine Rolle und seine Spielweise, was auch wichtig ist, denn er trägt den Hauptteil der Actionparts. Eine weitere Person, die ich wirklich genossen habe zuzusehen war Marley Shelton, die einfach herrlich verrückt aussieht und für manch witzige Aktionen gesorgt hat. Man nehme nur z.B. die gelähmten Hände und der Versuch ihr Auto aufzumachen.

Weiterhin kann man die Optik loben, denn wie bei “Death Proof” wird hier mit allerlei Tricks gearbeitet, um alles schön alt aussehen zu lassen und gewollte Fehler aufkommen zu lassen. Ein Beispiel wäre die Liebesszene zwischen Cherry (Rose McGowan) und El Wray (Freddy Rodriguez), die durch einen ‘Fehler’ unterbrochen wurde. Aus Gründen der konsequenten Benutzung der Schlieren im Film usw. finde ich “Planet Terror” sogar optisch gelungener als Tarantinos Beitrag zum Double-Feature.

Insgesamt kann sich “Planet Terror” jedoch für mich nicht als einen wahren, unterhaltsamen Film erweisen. Der unoriginelle Humor, die zu übertriebenen Splatter- und Ekelszenen, die sogar “Hostel” Konkurrenz machen, und die fehlende Atmosphäre werten den Film drastisch ab, sodass er mit “Death Proof” leider einer der Enttäuschungen des Jahres darstellt.

__________4/10__________

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