Ugly Betty – Season 1

von Khitos

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Ugly Betty. Eine mit Zahnspange versehene, Brille tragende, optische Katastrophe. Der richtige Name: Betty Suarez. Schön, wie sie jede Folge den Zuschauer mit einem Gesichtsausdruck der Extraklasse willkommen heißt. Ein herrlicher Anblick zu Beginn jeder Episode, der direkt einen Lacher garantiert. Um genauer auf Betty einzugehen, muss man hinter die äußere Schicht, die von jedem Fremden als ‘hässlich’ abgestempelt wird, gehen, und herausfinden, wie die kleine Mexikanerin tickt.

Schon in der ersten Folge erkennt der Zuschauer den großen, nie schrumpfenden Ergeiz, der Betty zu ihrer Erfüllung ihres großen Traumes verhilft: Bei einem großen Modemagazin arbeiten. Nicht irgendein Magazin, es ist eines der größten und einflussreichsten in ganz New York. “Mode” wird Bettys neues Zuhause. Sie lernt ihren – ja, sexsüchtigen – Chef Daniel Meade kennen, der sich, wie der Rest der Mitarbeiter, wundert, was zum Manolo Blahnik dieses, aus Queens kommende, Monster gerade in diesem Modemagazin zu suchen hat. Doch die anfänglichen, offensichtlichen Differenzen sind schon nach ein paar Folgen passé. Betty lebt sich gut ein in ihrer neu entdeckten, bunten Modewelt, die ihrem Kleidungsstil in keinster Weise gleicht. Auch Feinde dürfen nicht fehlen: Zum einen die gemeine, arrogante, stets ihre Augenbrauen in Bewegung haltende Rezeptionistin Amanda Tanen, die in Betty ihr neues Lieblingsopfer gefunden hat. Auch Amandas homosexueller Freund Marc, Diener der Art Direktorin Wilhelmina Slater ( Was ein Name! ), hat an Betty sichtlich Spaß. Feinde gibt es immer, Freunde selten. Betty findet ihre Bezugsperson jedoch in der schottischen Christina McKinney, mit der sie sich wunderbar versteht und ihre Probleme mitteilen kann. Ok, eine ganz besondere Person ist noch der schon erwähnte Daniel. Er ist Betty in der ganzen Staffel sehr Nahe. Kein Wunder, denn sie hilft ihn in misslichen Lagen, die sogar seinen Job gefährden, regelt seinen Tag und kümmert sich um ihn so gut es geht. Mit Betty hat Daniel eine exzellente Assistentin bekommen, mit der er als Mensch reichlich gewachsen ist.

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All diese Charaktere und noch viele weitere unerwähnte, so fies manche auch sind, sind Bestandteil eines grandios witzigen Casts, der “Ugly Betty” zu einer Serie voller Charme, Humor und Herz verhilft. Das größte Herz besitzt Betty, die einfach herrlich von America Ferrera gespielt wird. Sie ist die Sympathieträgerin, die allein schon wegen ihrer positiven Ausstrahlung und Einstellung die Serie fast schon im Alleingang weiterführt. Und, um eins klarzustellen: Sie ist keineswegs so hässlich, wie alle behaupten.

Was “Ugly Betty” besonders zum Anfang auszeichnet ist das große Mitgefühl, welches man für Betty und später für die anderen Charaktere entwickelt. Auch im späteren Verlauf der Staffel kann man einfach nicht anders, als mitzufühlen, mitzufiebern, was als nächstes passiert, nur mit der Hoffnung, dass es nichts Schlimmes ist. Doch natürlich ist “Ugly Betty” eine fröhliche Serie, weswegen man sie auch die meiste Zeit stets mit einem Lächeln mitverfolgt.

In Deutschland wurde die Serie nach ein paar Folgen abgesetzt. Ich muss zugeben, dass mich das zu der Zeit keineswegs gestört hat. Ich meine, die wenigen Sekunden, die ich mitbekommen habe, sahen immer langweilig und nicht ansehnlich aus. Doch da hat stets meine obligatorische, innere Abneigung gegenüber solchen ‘Frauen-Serien’ ( Ich mein…es gibt Homosexuelle, viele Frauen und es geht um Mode! ) mitgespielt. Zum Glück habe ich mich überwunden und die Serie angefangen zu gucken. Da die Deutschen wohl die Qualität der Serie nicht zu schätzen wissen, haben sie eine weitere sehr gute Serie verjagt. Wohl doch lieber “Verliebt in Berlin” gucken, oder? Ich habe diesen billigen Abklatsch nie gesehen, jedoch bin ich mir ziemlich sicher, dass er es nicht mit dem amerikanischen Original aufnehmen kann.

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Ok, genug der positiven Worte. Bis hier hin hätte “Ugly Betty” sicherlich ihre 9 Punkte verdient, kann sie leider aber nicht vergeben. Negativ aufgefallen ist mir, dass es manchmal zu oft um Machtergreifung geht. Diese zum Teil mysteriösen Szenen stellen einfach eine Störung im bunten Gesamtbild dar. Ich weiß nicht, wie die Macher das anders hätten machen sollen, aber man kann nicht anders, als einen kleinen Minuspunkt zu vergeben. Desweiteren gefällt mir sicherlich die Dramatik, man fühlt ja auch richtig mit, dennoch hat man zum Ende der Staffel hin in meinen Augen etwas zu übertrieben. Es werden so viele Probleme dargestellt, sodass es einfach als zu viel erscheint. Man kommt mit dieser Masse an Dramatik einfach nicht ganz klar. Nichtsdestotrotz, traurig ist das Staffelende alle Mal.

Liebevoll gezeichnete Charaktere, witzige Dialoge, spritziges Aussehen und die immer wieder aufkommende Zahl 23. Das alles macht “Ugly Betty” zu einer wunderbaren Serie, die sich jeder Mal anschauen sollte, auch wenn es äußerlich nicht jedermanns Sache ist. Ich meine, ich bin 18 Jahre, männlich und mir gefällt die Serie!

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