Vollidiot

von Khitos

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Simon Peters (Oliver Pocher), Angestellter einer Telekommunikationsfiliale, besitzt nun wirklich nicht das beste Leben, das man sich wünschen würde. Er hasst seinen Job, kann nicht so gut mit seinen Freunden und Krisen im Beziehungsleben sind vorprogrammiert. Eines Tages jedoch sieht er die wohl schönste Frau seines Lebens und versucht mit ihr in Kontakt zu kommen. Auf diesem Trip findet er nicht nur heraus, wie er bei ihr ankommt, sondern auch, wie es wirklich in seinem Innern aussieht…

Es ist immer interessant Filme zu sehen, die von vielen nicht gemocht und vielleicht sogar als einer der schlechtesten deutschen Filme bezeichnet werden, um dann festzustellen, dass man den Film gegen alle äußeren Einflüsse doch mag. So auch die Buchverfilmung “Vollidiot” von Tobi Baumann (“Der Wixxer”), der mit dem Autor des erfolgreichen Buches dieses Werk geschaffen hat. Es ist eine Weile her, dass ich das Buch gelesen habe, kann nach der ersten Sichtung der Verfilmung aber mit Sicherheit behaupten, dass Baumann da eine wunderbare Leistung abgeliefert hat.

Zum einen wäre da die Auswahl der Schauspieler, die von Oliver Pocher angeführt wird. Eigentlich absurd einen solchen Typen für die Hauptrolle zu engagieren, besonders da er, erwartungsgemäß, seine eigene Art in die Rolle einbringt, was vielleicht nicht jedermanns Sache ist. Mir jedoch gefiel die Chemie vom Loser Simon und dem humorvollen Pocher, der mit seiner ganz speziellen Spielweise gewohnt witzig, sogar die Eigenschaften eines Losers einverleibt und auch in den ernsteren Szenen eine gute Figur macht. Auch der Rest des Casts ist sehr gut ausgewählt, sodass sie in den Rollen überzeugen. Herauszuheben wäre da für mich Anke Engelke, die Simons Chefin grandios verkörpert – ihre beste Rolle seit langem! Eine weitere Glanzparade liefert Ellenie Salvo González ab, die durch ihr Aussehen, auch wenn ich sie mir nicht ganz so vorgestellt habe, das Interesse von Simon extrem glaubhaft macht. Besonders gefallen hat mir die Szene, in der Simon sie zum ersten Mal trifft und ihr erläutert, wie er sich seine Zukunft mit ihr vorstellt – einfach spitze!

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Desweiteren wird das Buch sehr gut umgesetzt, indem es am Anfang ziemlich realitätsnah wirkt, mit der Zeit etwas ins Schwanken gerät, am Ende aber doch noch ein gutes Gesamtbild erzeugt. Aufgefallen ist mir die Idee mit dem Fernseher, der stets über Simons Lage in Nachrichtenform berichtet. Eine nette Idee, die mich jedoch stark an “Die fabelhafte Welt der Amélie” erinnert. Eine weitere Notiz habe ich mir vom Guinness gemacht, welches Simon ständig trinkt. Grund dafür ist die Kursfahrt, die ich letztens nach Dublin gemacht habe. Ein kleines Detail, das mich immer zu einem kleinen Lächeln verleitet hat.

Ich empfehle den Film allen, die das Buch gelesen haben und nichts gegen die eigenwillige Spielweise Pochers haben. Auch die deutliche Präsenz deutscher Komedians kann bestimmt noch den einen oder anderen überzeugen, nicht nur wegen den witzigen Outtakes zum Schluss. Insgesamt betrachtet kann sich “Vollidiot” gut behaupten und steht neben “Der Eisbär” und “Der Schuh des Manitu” in der Liste der besten deutschen Filme, die ich gesehen habe.

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