The Condemned

von Khitos

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Gewalt im Fernsehen. Eine umstrittenes Thema, bei dem jede ältere Dame aufschreckt, wenn ihr Kind vor dem Bildschirm ein paar Blutstropfen, ja, vielleicht sogar Körperteile, herumfliegen sieht. Da ist es doch einfacher, sicherer(?) und ganz besonders schneller, wenn man die Gewalt nicht ins Nachmittagsprogramm setzt, sondern ins Internet. Für lächerliche 49,99$ bekommt man eine Show zu sehen, die einem nicht mehr loslässt. Man braucht nur eine Kreditkarte.
Scott Wiper, mir unbekannter Regisseur, der sich durch diese Produktion mit Hilfe von WWE Films wohl mehr auf sich aufmerksam machen dürfte, offeriert dem Zuschauer diese Show um Leben und Tod. “Die Todeskandidaten”, wie es so schön einfach auf deutsch übersetzt wurde, ( zum Glück kam nicht noch ein absurder Sub-Titel in Form von “Das Spiel, bei dem nur einer am Ende leben wird!” daher :) ) baut seine Story ganz gemächlich auf und stellt die beiden Hauptpersonen in den Vordergrund: Vinnie ‘Bullet Tooth Tony’ Jones, der lässige Vergewaltiger, der mit lockeren Sprüchen auf sich aufmerksam macht und Steve Austin, im wahren Leben Wrestler, im Film scheinbar auch ein Wrestler, aber mit einer tiefgehenden Psyche, der dieses Mal nicht im Ring sondern auf einer Insel sein Unwesen treibt.

“The Condemned” lässt einfach so 10 Kandidaten, zum Tode verurteilte Häftlinge aus aller Welt, aus ihren Kerkern und setzt sie auf eine Insel ab, damit Millionen von Menschen zuschauen und damit Breckel (Robert Mammone), Multimillionär und Initiator dieser Show, noch reicher wird als er schon ist. Unlogisch, dass man rechtlich gesehen einfach so durch Mittel des Geldes gefährliche Gefangene freikaufen kann. Auch der Preis, den die Verurteilten nach Bewältigung der Show bekämen, ist so absurd und lächerlich, dass es schon selbst weh tut: Freiheit. Der Sieger wird frei gelassen, ein bisschen Taschengeld zugesteckt und kann ohne Sorgen sein Leben weiter leben. Nur schade, dass direkt nach dem Sieg die Polizei käme und ihn direkt wieder in die hinterste Ecke des schlimmsten Gefängnisses stecken würde!

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Egal. Wenn man Geld hat, kann man mal so ein Spielchen treiben. Sind ja nur Menschen, die eh demnächst sterben sollen. Sind sie deswegen dann auch minder gefährlich? Würden sie nicht hinterfragen, wer hinter diesem Spiel steckt und ihm die Kehle zerschneiden wollen? Nein. Das Team, welches tausende Kameras auf der Insel prepariert hat, gesellt sich zu den Kandidaten, geschützt durch einen Zaun, ein paar Waffen und hm…ja, was denn noch? Da ist es nicht weiter fraglich, dass mindestens einer sich in das Camp schleichen wird und die Männer hinter der Kamera verfolgen wird.

Das führt uns zu Conrad (Steve Austin), derjenige, der allen Anschein nach eine unglaublich tiefe Hintergrundgeschichte vorzuweisen hat, die dem Film einen überraschenden, nicht erwartenden tieferen Touch geben soll. Nun, dies schlägt jedoch ziemlich fehl. Wenn ein Film schon von WWE Films mitproduziert wird, dann erwartet man aber keine mit Sinn behafteten Storylines, die die Filme aufwerten sollen. “See no Evil” war schon eine Katastrophe und bei “The Condemned” ist es nicht anders. Schon, dass rechtlich alle Augen zugemacht werden, nur zum Zwecke der Gewaltpräsentation, zeigt doch, dass der Film nur auf die Actionszenen fixiert ist. Nicht weiter schlimm, aber dann bitte wirklich nur ein reiner Actionfilm, der durch diese überzeugt.

Doch auch diese erwartete Action fällt leider auch etwas negativ aus. Die Betonung liegt auf etwas. Der Großteil ist anständig, macht sogar halbwegs Spaß, wenn so ein muskelbepackter Wrestler sich mit anderen Muskelbepackten misst. Deswegen ist “The Condemned” auch kein wahrer Reinfall, aber trotzdem ein richtig bescheidener Film, der mich einfach nicht wirklich überzeugt hat. Man kann ihn sich mal ansehen, ja klar, Actionfilme kann man sich immer irgendwie mal ansehen. Empfehlen würde ich ihn jetzt aber nicht. “The Condemned” ist meilenweit entfernt ein “Battle Royale” zu sein und hat viele Probleme damit sich damit abzufinden, dass die Zuschauer lieber pure Action sehen wollen, anstatt Nebenhandlungen zu sehen, die versuchen mehr Tiefe und Sinn zu vermitteln. Deswegen kann ich auch nicht wirklich mit vielen Punkten dienen. Sorry ;)

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