
In Deutschland bekommt man nicht viel von anderen Sportarten mit, oder? Ich mein, Fussball ist Volkssport Nr.1 und bleibt es sicherlich auch für weitere Dekaden, hauptsächlich wegen der wunderbaren WM und der aufkommenden Hoffnung Weltmeister 2010 zu werden. Auch Bundesliga, Champions League und weitere Ligen sind rund um die Uhr auf Sportsendern wie DSF zu sehen. Was will ich mit diesen Informationen sagen? Eigentlich nur, dass mich all das überhaupt nicht interessiert. Ok, Die Weltmeisterschaft ist was anderes, jedoch war ich nicht einmal für Deutschland, als sie Spiel um Spiel doch noch irgendwie weiter kamen. Frankreich, Portugal und Holland sind wohl meine Lieblings-Nationalmannschaften. Doch ich möchte auch mal etwas anderes sehen! Der Poker-Boom schwächt ab, Tischtennis läuft doch gar nicht mehr und sonst muss ich für die interessanten Sportarten á la Fechten (
) noch bis nächstes Jahr bei der Olympiade warten. Was mich wirklich schon seit längerer Zeit interessiert und nach dieser Serie noch mehr überzeugt hat ist einfach Football. „Friday Night Lights“, die Serie die mich in den letzten Wochen gepackt und nicht losgelassen hat. 22 Folgen, die sich komplett mit Football beschäftigen und unheimlich unterhaltsam sind.
Alles spielt sich in einer kleinen Stadt in Texas ab, wo das High-School Football Team, die Dillon Panthers, die größte Attraktion ist, von allen Bewohnern beinah fanatisch unterstützt und bejubelt wird und von einem Coach trainiert wird, der im kompletten Kontrast zu seinen Mitmenschen steht. Genau dieser Coach (Taylor), gespielt von Kyle Chandler, hat mich erst dazu gebracht die Serie weiterzugucken. Er ist einer der charismatischten und sympathischten Personen, die ich dieses Jahr zu Gesicht bekommen habe. Aber auch er kann und muss hart durchgreifen, um sein Team zu härten, zu lehren und ihnen Motivation zu schenken. Chandler ist aber nur einer von vielen im Cast, welches sich aus einer Menge von gut aussehenden Leuten zusammensetzt. Alleine Buddy Garrity (Brad Leland), wohl der größte Fan der Panthers, und Landry Clarke (Jesse Plemons), bester Freund von Matt Saracen (Zach Gilford), der Quarterback der Mannschaft, scheinen die einzigen zu sein, die nicht ganz ins schöne Bild des Casts passen wollen, was aber auf keinen Fall das Gesamtbild stört.

„Friday Night Lights“ ist eine spin-off Show von Peter Bergs gleichnamigen Film, den ich bis jetzt noch nicht gesehen habe, jedoch bestimmt nachholen werde. Alles wird mit einer Handheld-Kamera gefilmt, sodass alles realitätsnah und direkt wirkt. Das besondere ist wirklich die unglaublich überzeugend realistische Schauspielleistung, die sich durch diese Drehweise zu einer doku-ähnlichen Serie entwickelt. Die Empire kann es wohl besser ausdrücken: Shot docudrama-style with handheld cameras, long single takes and improvisation, it transcends soap and melodrama with rare, spot-on naturalism. Am meisten gefällt mir die glaubhafte Familiendynamik bei den Taylors, die zum einen sehr intensiv und unter Spannung steht, zum anderen aber sehr liebevoll gehandhabt wird.
Da Football Hauptthema der Serie ist, bekommt man auch einiges davon zu sehen. Ich kenne nicht alle Regeln und habe keinen Plan von den Spielzügen, aber trotzdem empfinde ich Football als eine Sportart, die dem Fussball mächtig überlegen ist. Mich fasziniert der essentielle Zusammenhalt des Teams ohne das ein Sieg fast unmöglich ist. Fussball kann zwar auch nicht ohne Teamgeist bestehen, jedoch kann man dort einfach drauf los schießen, Einzelaktionen starten, vielleicht hier und da gute Spielzüge probieren oder Flanken schießen, aber die Variation und Dynamik von Football kann es in meinen Augen einfach nicht erreichen. Wenn Football im deutschen Fernsehen laufen würde, ich würde es wahrscheinlich gucken. Ganz besonders, wenn es so gut präsentiert wird wie in „Friday Night Lights“.
Nun gut, bis jetzt steht nichts vor einer vollen Punktzahl, welche ich aber ( leider ) nicht geben kann. Wenn man eine Serie oder einen Film kreiert kommt man nicht ohne Liebesgeschichten aus. Und genau diese sind der größte Schwachpunkt von „Friday Night Lights“. Es gibt Beziehungen, in denen es drunter und drüber geht, in denen Gespräche geführt werden, die erst nach ein paar Episoden zu einem Ziel gelangen und in denen einiges nicht passt, vielleicht sogar die einzigen unrealistischen Aspekte aufweisen. Alle Liebschaften, außer natürlich bei den Taylors, sind hier und da mit Schwächen bestückt, die der Serie nicht gut tun.
Der letzte negative Punkt wäre das Alter der vermeindlichen Schüler. Ich habe wirklich erst nach der 10. Episode akzeptiert, dass diese viel älter aussehenden Footballspieler 17 Jahre alt sein sollen. Seis drum, wenn man es nicht beachtet, stört es einem auch nicht mehr.
Es war knapp, aber aufgerundet kam das Resultat von insgesamt acht Punkten dabei heraus. In diesem Sinne: Clear Eyes, Full Hearts, CAN’T LOSE!


Kleines Extrabildchen, das ich ganz gut find
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Dezember 4, 2007 um 01:01
Die hätte auch gerne gesehen, kam aber leider nicht dran
Dezember 4, 2007 um 15:31
Hab schon viel davon gehört, nur leider kann ich mit American Football nicht viel anfangen. Die sollten das hier mit Fussball machen, dann würd ich wohl mehr gefallen daran finden.
Dezember 4, 2007 um 15:50
@foxmulder: Hm…wenn dir Football nicht gefällt, dann ist die Serie echt nichts für dich ^^
@TheRudi: Wie das?
Dezember 4, 2007 um 17:59
Mein Filesharer hat nicht die Dateien gefunden, da die Serie von niemandem hochgeladen wurde. Ist aber auch halb so wild, ich hab eh schon genug Serien die ich regelmäßig verfolge, man kann ja nicht alles schauen
Dezember 4, 2007 um 22:22
Stimmt auch wieder, trotzdem schade um FNL