Sit, the Mortensen-Show is about to begin.

von Khitos

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Ich habe zwar fast keine Erinnerungen mehr an David Cronenbergs ersten – ich mein, von anderen habe ich noch nie etwas gesehen, geschweige denn gehört – bekannten Film A History of Violence, doch kann ich behaupten, dass mir sein zweites am Mainstream fließendes Werk Eastern Promises auch nicht lange im Gedächtnis bleiben wird. Ich weiß auch nicht. Nach etlichen guten Kritiken dachte ich, dass der Film sich von anderen Gangsterfilmen absetzen und mit der berüchtigten Szene im Badehaus großartig etwas bei mir bewirken würde, doch leider bleibt nach Beginn des Abspanns nicht viel übrig an das ich mich erfreuen könnte. Es ist ein normaler Gangsterfilm mit typischen Charakteren und offensichtlichen Handlungszügen, die sich klar mit Klischees bedienen und nichts großartiges vorweisen können. Mir kann keiner sagen, dass der Film subtil gewesen sei, geschweige denn komplex und halbwegs ideenreich. Der Twist am Ende, den ich in keinster Weise als Twist bezeichnen würde, hatte natürlich keinen überwältigenden Saw-Effekt und kann auch leider nicht wirklich als überraschendes Ende dienen. Leider gibt es in Eastern Promises viele Stellen, die einfach so an einem vorüberziehen ohne bemerkt zu werden. So halt auch das Ende, welches unbemerkt in den Abspann übergeht. Viel bemerkenswerter und nicht zu übersehen sind die Szenen, in denen es blutig und gore’ig zugeht. Es stimmt, den Kampf im Badehaus kann man als Hightlight des Filmes bezeichnen und man wird überrascht sein, wie heftig doch die Szene ist. Auch als Nikolai (Viggo Mortensen) eine eingefrorene Leiche präpariert oder wenn man jeden anderen Mord ansieht kommen die rauhen Seiten zum Vorschein, die sonst noch im Dunkeln Londons versteckt waren und ganz besonders durch Viggo Mortensen aufgewertet werden.
Wenn man eine Review über Eastern Promises schreiben will, kommt man wohl einfach nicht drum herum über Mortensens Spielweise zu berichten. Diese ist nämlich – es wurde ja schon oft genug geschrieben – einfach exzellent. Ich mochte ihn als Mafiosi und kann ihm die meisten positiven Aspekte zuschieben, die mir an Eastern Promises gefallen haben. Er ist derjenige, der den Film größtenteils auf seinen tätowierten Körper trägt und ihn auch in aufrechter Position halten kann. Da wo zum Beispiel Naomi Watts, die hier wirklich nicht viel zu tun hatte, nun ihre gewohnte Leistung abliefert bringt Mortensen das restliche nötige Leistung, die den Film trotz ihrer vielen erzählerischen und storytechnischen Makel noch empfehlenswert machen. Ohne ihn wäre der Film sicherlich um einiges schlechter ausgefallen, und das wäre dann ein zusätzlicher Todesstoß für Cronenbergs Film gewesen. Gottseidank ist ja Aragorn zur Stelle!

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