Game Over Jigsaw.

von Khitos

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Saw IV ist nun schon der vierte Teil um Jigsaw und seinem eigenwilligem Drang die Menschheit zu verbessern. Die ersten drei Teile fand ich sehr ansprechend, unglaublich spannend und bis in die letzte Sekunde faszinierend. James Wan und Leigh Wannell haben vor 4 Jahren angefangen und haben es immer wieder geschafft mich zu verbluffen und zu fesseln. Doch nach Teil 3 ist Jigsaw, sowie Amand, tot. Was nun? Diese Ausgangssituation ist so schwierig wie unangenehm für einen Regisseur, der doch noch die Hoffnung besitzt den Zauber von Jigsaw irgendwie noch am Leben zu erhalten. Es gelingt Darren Lynn Bousman aber nicht. Es ist zu schwierig aus seiner Situation nicht der Buhmann für alle Saw-Fans zu werden. Und so muss sich Bousman geschlagen geben. Teil 4 ist der schlechteste der Reihe und lässt nichts gutes vom kommenden fünften Teil erhoffen.
Wenn ich kurz zurückblicke fällt mir nur eine Beschreibung des Films ein: ZU VIEL! Und ich beziehe das nicht einmal auf die Fallen und den Blutgehalt, der beachtlich gering gehalten wurde. Mein Blick fällt eher auf die vielen neuen Gesichter, die Schlag auf Schlag dazu kommen und mich schon nach dem ersten Drittel vollends verwirrt haben. Natürlich habe ich nicht damit gerechnet wieder Jeff zu sehen oder einen anderen bekannten Charakter, doch es bleibt verwirrend. Und da Jigsaw tot ist stellt sich die ganze Zeit die Frage wer denn nun sein Werk weiterführen wird. Es wird umständlich erklärt und es gibt bis zum Schluss leider keine genaue Antwort wieso, wie und warum auf einmal der und der das und das getan hat. Ein ernüchternder Einfall der Macher, welcher jedoch wahrscheinlich in den nächsten Teilen erklärt wird. Auch nicht weitergeholfen hat der Einsatz der altbekannten Figuren, die zwar tot oder nicht tot, vorkommen, aber nicht wirklich etwas für den Film beitragen. Ein weiteres Zuviel-Gefühl hatte ich bei den Schnitten. Diese hektischen Schnitte bei den Fallen wirken toll und aufregend, jedoch wurde dies merklich zu oft eingesetzt, sodass die ganze Zeit ein Abnutzungsprozess standfand, da es eigentlich bei jeder Fallen-Szene eingesetzt wurde.
Man kann Saw IV als Überleitungsfilm ansehen, dann geht man nicht ganz so sehr auf die fehlenden Erklärungen ein, jedoch geht es nicht, dass man so vieles in einen Film packt und alles ziemlich unverständlich erzählt. Die größte Enttäuschung, die ich an den neuesten Saw Teil entdecken musste, war dazu noch der Schluss. In all den vorherigen Teilen entstand nochmal eine Bündelung der kompletten Spannung und haute mich mit einem letzten, ich nenne es mal so, Saw-Effekt einfach um. Dieser Twist am Ende war immer so genial und überwältigend, dass einem einfach der Mund offen stand. Hier aber kam nicht einmal ein Hauch von Spannung an. Der Schluss verpufft in einem seichten Rauch getränkt von Blut und Fragezeichen. Schade eigentlich, denn ich hatte mir sehr viel mehr erhofft, ahnte aber auch diesen Absturz. Man kann nur auf die nächsten Teile warten, sodass sie mehr Aufschluss geben und die Reihe vielleicht doch noch vom Niveau her anheben.
Bis dahin heißt es aber: Game Over Jigsaw.

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