DON’T SLEEP. I’m looking for you. Text me. I love you. Mom.

von Khitos

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Es handelt sich hier um eine Review, die ich vor einiger Zeit geschrieben habe, aber noch nicht veröffentlicht habe ( aus welchen Gründen auch immer ).

The Invasion ist nun der vierte Versuch Jack Finneys Roman Bodysnatchers zu verfilmen. Die älteren Versionen habe ich nicht gesehen und kann sie deswegen auch nicht als Vergleich zum modernen Pendant miteinbringen. Vielleicht ist das der Grund warum ich Oliver Hirschbiegels ersten internationalen Auftritt entgegen vieler anderer Meinungen als gut ganz ok empfinde. Auch wenn der Film auf dem ersten Blick sehr ansprechend und interessant aussieht muss ich leider zugeben, dass mir vieles nicht ganz gefällt. Es ist kein schlechter Film, ich empfehle ihn sogar an die, die das neueste Powerduo Craig/Kidman zu schätzen wissen und irgendwann 100 Minuten übrig haben, um der neuesten Adaption eine Chance zu geben. Man könnte ja doch einiges gut finden.

Besonders am Anfang lässt sich vieles finden was gelungen ist. Der verwirrende Anfang ist interessant und fordert die unmittelbare Aufmerksamkeit des Zuschauers. Psychologin Carol Bennell (Nicole Kidman) sucht nach Pillen, damit sie nicht einschläft. In Reichweite eine verriegelte Tür, die Menschen davor hindert herauszutreten. Carol trinkt von einem Energydrink, guckt auf die Uhr, sie wartet auf irgendetwas oder sie hat keine Zeit mehr. Vieles ist unklar und gleichzeitig aufregend, wenn man die aufgeregte Stimme von Carol im Off hört. Der mit kaltleuchtenden Leuchtstoffröhren beleuchtete Laden verschwimmt und man bekommt den Titel des Films vorgeführt nur, um darauf Nachrichtenauschnitte zu sehen, die die Invasion ankündigen. Die Informationsvermittlung mittels der Nachrichten ist nicht wirklich neu, aber kann binnen kürzester Zeit das Wesentliche an den Zuschauer bringen. Gleich danach werden die wichtigen Charaktere, nun in der anfänglichen, friedlichen Zeit, vorgestellt. Das Augenmerk fällt natürlich auf Nicole Kidman, die die Rolle der Carol Bennell in ihrer gewohnt guten Art spielt. Kidman ist der Hauptgrund für diese Sichtung und sie hat wie immer nicht enttäuscht ;) Auch als sie nach und nach erkennt, dass die Welt um sie herum sich ändert, kann sie souverän handeln und die Spannung aufrecht erhalten. Startpunkt der ganzen Invasion ist die Beschreibung einer Patientin über ihren Mann, der sich sehr sehr komisch verhält, da er einfach keine Emotionen zeigt. Was jetzt widerum an Equillibrium erinnert ist ansatzweise schon die Folge der Invasion, aber wird im Laufe des Films nach und nach eine richtig spannende Umgebung für eine Frau(Carol), die auf der Suche nach ihrem Sohn ist und sich unbemerkt durch die Massen der infizierten Emotionslosen duchschlängeln muss. Wenn man sich ein paar Szenen dieser Infizierten ansieht kann man schon fast Assoziationen zu Matrix und den tausenden von Agent Smiths herstellen. Witzige Vorstellung finde ich. Ganz und gar nicht witzig sind aber die bedrückenden Situationen, in denen sich Carol immer verfängt. Sie fährt normal ihren Wagen und die Insassen eines neben ihr fahrenden Vans schaut sie ohne Ausnahme direkt in die Augen. Also wenn ich in so einer Situation wär hätte ich direkt eine Gänsehaut, würde mich irgendwo verkriechen und so lange warten bis die Invasion vorbei wäre. Zum Glück hat wenigstens Carol die nötigen Eier, um den Infizierten in die Augen zu schauen und so zu tun als sei man einer von ihnen XD Diese beängstigende Atmosphäre dominiert im ersten Drittel und überzeugt durch eine wunderbare Kidman. Leider wird genau ab dem Zeitpunkt wo die Infizierten mehr Spielraum bekommen der Film reichlich umgewirbelt und driftet in die negativen Straßen von Moviehausen. Die Art mit der sie andere noch normale Menschen infizieren ist so lächerlich wie eklig. Sie kotzen, spucken oder was auch immer die Opfer an und lassen Viren, die bei Schlaf aktiv werden, die Arbeit machen. Ein negativer Aha-Effekt kombiniert mit dem hochziehen der Augenbraue, das war die Reaktion als zwei Infizierte in ein paar Gläser kotzen, um die Nichtsahnenden heimtückisch zu überwältigen. Bei mir stellt sich ab diesem Zeitpunkt aber eine abgeneigte Haltung ein, die nicht weggehen will. Man guckt sich weiterhin Carols Flucht- und Rettungsversuche an (Kidman ist immernoch gut![Craig auch!]) und bekommt am Ende einen abrupten Schnitt zu sehen, der die (Er)Lösung präsentiert.

Ich finde bei The Invasion kann man klar von einem guten Ansatz sprechen, der aber wie in I Am Legend mit der Zeit einfach verhunzelt wird und den Erwartungen nicht gerecht wird. Ein Fall von einem halbwegs guten Film mit einigen schlechten Aspekten. Ich empfehle diesen in leuchtstoffröhren-blau gefärbten Film dennoch. Nicole Kidman ist gut ( geht ja auch nicht anders =) ), Daniel Craig ist gut, sogar der Sohn hat nicht genervt! Und das ist auch eine beachtliche Leistung ~

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