Eigentlich hatte ich ja vorgehabt das Buch zu lesen und dann direkt ins Kino zu gehen. Pustekuchen. Die zwei Kinos in meiner Nähe wollen den Film partout nicht spielen. Das Buch hab ich dennoch vor Kinostart gelesen. Mit ein bisschen mehr Zeitabstand als gewollt habe ich nun endlich den Film von Marc Forster gesehen und habe festgestellt, dass der Kinobesuch seine 7€ eh nicht Wert gewesen wäre. Wenn es nach Punkte = Euroanzahl für den Kinoeintritt gehen würde, dann müsste jeder Kinobesuch mit einem 7/10 Film enden damit es sich gelohnt hätte. Leider ist das nicht immer so…
The Kite Runner – oder besser und mir ausnahmsweise lieber: Der Drachenläufer – erzählt die Geschichte von Amir und Hassan, die Geschichte die Khaled Hosseini zuvor schrieb und ein Bestseller wurde. Marc Forster bringt in seiner Filmadaption wirklich vieles mitein. Ich habe etliche Szenen aus dem Buch wiedererkannt und könnte spontan keine weiteren aufzählen die von Bedeutung gewesen wären. Es kommt mir aber leider etwas so vor, als ob es eine Checkliste gab, die es abzuhaken galt. Die Szene wird eingebaut, die auch und die. Sie sind ja auch wichtig – abhaken. Leider verliert die einzelne Szene dazu auch an Bedeutung. Ich weiß nicht woran es liegt, aber auch die Erzählweise ist halt bis auf den Anfang und Ende chronologisch aufgebaut und wird so nochmals Schritt für Schritt abgehandelt. Natürlich, anders geht es nicht, aber es wird eine Menge in verhältnismäßig kurzer Zeit erzählt. Ich glaube, wenn man den Szenen mehr Bedeutung beigelegt hätte, mehr Zeit gelassen hätte ( auch, wenn der Film schon seine lange Spielzeit hat ), dann wäre das Gesamtbild um einiges besser gewesen.
Auch die Übergänge zwischen den verschiedenen Zeitperioden sind in meinen Augen etwas misslungen. Es ist alles etwas komisch…Das einzige was mir wirklich gefallen hat, obwohl es durch die Synchro wahrscheinlich noch schlecht rübergekommen ist: Für dich – tausendmal. An diesen Satz hab ich mich noch lange nach dem lesen des Buches erinnert. Genauso gerührt war ich wie der Film es doch noch schafft am Ende mit diesem Satz einiges umzureißen. Es ist genau dieser Satz, der mich dazu verleitet dem Film doch noch etwas mehr Sympathie entgegenzubringen.
Imho: So würde ich doch noch eine kleine Empfehlung ausschreiben. Viele Stellen kommen jedoch ohne jegliche Bedeutung rüber, sodass die Geschichte von Amir und Hassan leider nur ‘normal’ erzählt wird. Man solllte dann doch lieber zum Buch greifen.
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Ist das Verfilmen von Büchern nicht ein allgemeines Problem? Ich bin der Meinung, es ist fast immer besser zum Buch zu greifen!
Stimmt schon, das ist auch wahrscheinlich in 90% der Fälle so
dass das buch meist besser als die verfilmung ist, das dürfte eigentlich allen klar sein. trotzdem ist dieser film auf jeden fall sehenswert
@Poker Babe
der film ist sicherlich empfehlenswert aber kann nicht das buch ersetzen
persönlich bevorzüge ich den film als das buch
den Film werde ich irgendwann schauen. Das Buch ist natürlich das Buch des Autors!
Dass Filme das Buch nicht ersetzen können ist denke ich wirklich nichts Neues und ich warte immernoch auf eine Ausnahme…
Ui, hier hätte eine nette Diskussion aufkommen können – wohl etwas zu spät angesetzt :B
Achja, am besten beides: Film schauen und Buch lesen. Mit zwei Jahren dazwischen bzw. die Zeit, die man braucht, um nicht ganz voreingenommen zu sein von dem anderen Medium.