Zadie Smith – On Beauty

von Khitos

On Beauty lag nicht in meinem Bücherregal. Nein. Auf einer Odyssey durch meine vier Wände auf der Suche nach Büchern, die ich lesen könnte, bin ich auf On Beauty gestoßen. Ein Cover verziehrt mit Blumen verschiedener Farbe. Und wenn man micht kennt: Ich steh auf geile Cover/Poster/etc…erstmal das oberflächliche geil finden, dann kann man doch auch mal weiter hineinschauen, was es sonst noch so zu entdecken gibt. Und ich hab es sogar angefangen – 10 Seiten gelesen und, naja, es war ok. Eigentlich nicht gerade meine typische Genrewahl, aber wayne.

On Beauty wird als wonderfully funny, astonishing, hugely impressive und natürlich beautiful bezeichnet. Den Orange Prize for Fiction 06 hat es sogar auch gewonnen, auch wenn mir diese Auszeichnung kein bisschen bekannt vorkommt. In On Beauty werden zwei Familien näher beleuchtet und wie sich verzwickte Affairen und Liebschaften das Leben der anderen immer wieder beeinträchtigen und Stück für Stück zerstören. Es gibt daher viele Charaktere, die man erstmal kennenlernen muss. Kern und Angelpunkt ist aber eigentlich Howard Belsey, 57, und hat seine Frau Kiki betrogen. Und das ist erst der Anfang…

Was mir Probleme bereitet hat, war die Vorstellung der Figuren. Vielleicht liegts einfach nur an meinem mittelmäßigem Vorstellungsvermögen, aber ich hab zum Beispiel Kiki immer als dünne Frau gesehen, obwohl sie eher fülliger ist. Es kann auch sein, dass ich im Innern auch einfach etwas gegen Dicke hab. Ist ja auch egal. Das Aussehen der Figuren hat bei mir immer geschwankt, der Charakter jedoch war immer klipp und klar. Zadie Smith kann und hat mit ihrer Schreibweise eine so natürliche Art und Weise geschaffen mit der die Personen sprechen, dass es stets sehr glaubwürdig rüberkommt. Man nehme nur die slangmäßig abgekürzten Wörter, die man sehr häufig von Afro-Amerikanischen Personen zu hören bekommt. Und es sind hauptsächlich Afro-Amerikaner im Buch vertreten, sodass Howard als fast einziger Weißer auch schon mit seiner Hautfarbe sehr im Mittelpunkt steht.

Dass Zadie Smith richtig gut schreiben kann ist keine Frage. Man kann auch die doch sehr dicht gefüllten Seiten flüssig hindurchlesen – ein Problem könnte die Masse doch darstellen, da ich recht häufig kleine Pausen machen musste und zugegebenermaßen mich auch manchmal durchkämpfen musste.
So, der letzte Punkt wäre jedoch ein negativer, da Smith einen kleinen Teil eines Familienmitglieds erzählt, diesen aber abbricht und dann im nächsten Kapitel zu einem anderen wechselt. Manchmal hatte ich doch mehr Lust gehabt weiter über die gerade gelesene Situation mehr zu erfahren…

Imho: On Beauty ist glaubhaft und schön geschrieben, die Charaktere sind authentisch und die Konflikte anspruchsvoll. Lesenswert =)

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