Stephen King – Blaze

von Khitos

Blaze, bürgerlich Clayton Blaisdell Jr., ist nicht gerade schlau. Dies hat er seinem Alkoholiker von Vater zu verdanken, der ihn zweimal eine Treppe fallen ließ. Resultierend folgte der Umschwung von einem immer mit einem Buch unter dem Arm habenden, aufgeweckten Jungen zu einem überwüchsigem, eine Delle in seinem Kopf habenden Jungen, der nicht einmal das Prinzip von einfachsten mathematischen Aufgaben kapiert. Nach dem offensichtlichem Defizit an elterlicher Fürsorge ( Blazes Mutter ist drei Jahre nach seiner Geburt in einem  Autounfall gestorben ) wird Blaze in ein Waisenhaus geschickt. Schon früh lernt er die Kunst des Fallenstellens und des Betrugs kennen, die er mit seinem Freund John Cheltzman nach und nach perfektioniert. Es ist schon früh klar, dass Blaze kein anständiges Leben führen wird, im Waisenhaus nicht und auch nicht im späteren Leben. Symbolisch unterstreicht die nächste wichtige Bekanntschaft nach Cheltzman seinen weiteren Lebensweg: George, der Blaze in immer größeren Coups einwickelt und mit ihm eine Menge Geld klaut. George war das Gehirn, Blaze der Körper für die Betrügereien. Doch lange hält dies nicht an, denn George wird bei einer Messerstecherei getötet und hinterlässt Blaze mit dem letzten Coup, den die beiden durchziehen wollten: Ein Baby kidnappen und Lösegeld fordern. Blaze will diese Aktion, auch ohne George, irgendwie über die Bühne bringen. Aber ist Blaze wirklich so alleine? George ist tot, doch lebt er in Blaze weiter. Ihr Spruch: That’s how we roll.

Stephen King hat Blaze, zu Deutsch Qual, vor etlichen Jahren geschrieben, zu der Zeit ( 1966 – 1973 ), in der er neben seinem bekannten Namen auch noch sein Pseudonym Richard Bachman gebrauchte. Es hat viele Jahre gedauert bis King die Story für gut befunden hat und sie endlich veröffentlichen ließ. Blaze ist kein typischer King mit viel Terror und Angst. Eigentlich geht es eher ruhig zu und außer, dass es wieder einmal sehr indivuelle Charaktere gibt und George als Geist noch mit Blaze kommuniziert ist das Buch doch sehr ruhig gehalten. Zum Schluss hin beginnt dann natürlich die Hetzjagd auf Blaze, der den Coup unbedingt alleine durchziehen wollte und mit unüblichen Konsequenzen konfrontiert wird: Er mag das Baby und empfindet viel mehr als für ihn als ein Kidnapper sollte.
King stellt den eigentlichen Bösewicht als Sympathiefigur dar. Er ist zwar dumm und hat nicht gerade ein Modelgesicht mit seiner Delle, aber auf seine Art lieb und naiv. Vielleicht ist es ja auch gerade die Dummheit, die ihn so sympathisch macht, verstärkt wird dies durch seine Aktionen, die unüberlegt und simpel verlaufen. Auch, dass er auf einmal das eigentlich fokussierte Lösegeld im Hintergrund seiner Gedanken lässt und sich viel mehr um das Baby kümmert, sind Punkte, die den Leser dazu bringt mit ihm zu fühlen und ihm bei der Verfolgungsjagd die Daumen zu drücken. Ob er fliehen kann oder nicht ist eigentlich offensichtlich. Leider.

Imho: Blaze ist zwar nicht gerade die Terror-Geschichte, die man von Stephen King ( oder Bachman ) kennt und erzählt leider eine zu durchsichtige Story, kann aber wieder einmal mit Charakteren glänzen, die man so nicht kennt.

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