Ist hier jemand Arzt?!

von Khitos

Let’s take a look inside

Als ich von Pathology gehört und den Trailer gesehen habe dachte ich erst an eine amerikanisierte Version von Anatomie. Im Grunde ist es auch so, nur etwas modifiziert, mit besseren Stars, mit heftigeren Autopsieaufnahmen und mit einem deutschen anstatt eines österreichischen Regisseurs, wobei das Letztere eigentlich nicht viel aussagt. Dennoch hätte ich viel mehr erwartet und leider sehr wenig erhalten. Pathology ist motivationsloses Kino mit verschwendeten Stars.

Ted Grey ( Milo Ventimiglia ), Elite-Jungarzt, erhält durch seinen besonders guten Abschluss an der Harvard Medical School die Chance eine sehr angesehenes Pathologie-Programm beizuwohnen. Schon früh kann er sich auch bei den Assistenzärzten des Programms beweisen, indem er alle möglichen Todesursachen ermitteln kann. So sehr er auch auf Einzelgänger macht, er muss sich irgendwie in die Gruppe der Ärzte einfügen, obwohl sie ihn bisher gemobbt und verarscht haben. Nach einem Abend mit Jake ( Michael Weston ) muss er mit großer Überraschung feststellen, dass genau der Mann, bei dem sie letzte Nacht waren, auf dem Seziertisch liegt. Es folgt die Einführung in das Spiel der eingebildeten Ärzte: Es geht nach der Reihe, jeder kommt dran. Derjenige, der am Zug ist, hat die Aufgabe eine unbekannte Person auf die raffinierteste Art zu töten. Die anderen gucken sich die Leiche dann an und müssen erraten wie die Person getötet wurde. Ein schönes Spiel, bei dem Ted einsteigen muss.

Es kam mir so vor, als ob hier ein Zusammentreffen verschiedener Serienstars stattgefunden hat. Vielleicht sind es nicht die größten Stars, aber ich habe sie wiedererkannt. Milo Ventimiglia, Heroes Superstar; Alyssa Milano, die eine Zeit lang bei My Name is Earl war; Alan Blumfeld, im Film der Vater von Gwen, ansonsten Vater von Matt Parkman ( in Heroes ); Michael Weston, der in vier Episoden von Scrubs vorkam; Lauren Lee Smith, die ich in The L Word gesehen habe. Eigentlich haben nur Ventimiglia, Weston und Lee Smith die Leinwandzeit, um wenigstens eine zu erwähnende Rolle zu spielen. Alyssa Milano bekommt fast keine Zeit und hat im großen und ganzen eigentlich nur die Funktion die Verlobte von Ted zu sein. Aber eigentlich spielt die Leinwandzeit keine Rolle, denn die Charaktere werden ohne jede Nuancen runtergespielt und bleiben den Film über eindimensional. Ted, der am Anfang als Elite, als vernünftiger als die anderen Ärzte rüberkommt, lässt sich jedoch schon nach kurzer Zeit auf ihre Spielchen ein und betrinkt sich sogar. Ich empfand seine Charakterentwicklung, wenn denn überhaupt eine vorhanden ist, sehr unglaubwürdig und unlogisch. Unterstrichen wird dies, indem er eine Affaire mit Juliette ( Lee Smith ) eingeht. Wohl eine der sinnlosesten Nebenhandlungen im Film, da sie nur dazu da ist, um Jakes Eifersucht bzw. Wut, und somit seine Handlung zum Schluss, zu begründen. Achja, und es wird dabei noch viel nackte Haut gezeigt. Unnötig, aber vielleicht dachte Regisseur Marc Schoelermann einfach an das berühmte Sprichwort sex sells.

Neben der Menge an nackter Haut bekommt man auch viele Einblicke in das Innere des Menschen. Sehr appetitlich das Ganze und nicht beim Essen zu empfehlen. Pathology ist dazu noch recht makaber und menschenverachtend. Schwerwiegender ist jedoch die Tatsache, dass man es hier mit einem unlogischen, vorhersehbaren Stück Film zu tun hat, der bedauerlicherweise die Schauspieler nicht fordert, sie dahingehend sogar degradiert. Ich habe ein schönes Bild von Ventimiglia als wunderbaren Peter Petrelli, von Lee Smith als süßes love interest in The L Word und von Weston als Brian Dancer, sympathischer Patient im Sacred Heart Hospital. Pathology hat mir diese Bilder zerstört. Jetzt heißt es: Ganz schnell vergessen. Das wird aber gewiss nicht schwer sein.

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