Martini? No Thanks.

von Khitos

Ich war nie so richtig ein Bond-Fan. Das kommt vielleicht daher, dass ich dieses Franchise in From von Pierce Brosnan kennengelernt habe. Die Filme, die ich mit ihm gesehen habe, sind mir nicht lange in Erinnerung geblieben, so kann ich auch eigentlich nichts über diese sagen. Vor zwei Jahren ( ist es wirklich schon so lange her? ) habe ich dann Casino Royale gesehen. Brosnan hat den Raum verlassen, Craig hat ihn betreten. Und wie er ihn betreten hat! Die Welt schrie und rannte vor seinen blonden Haaren. Quark, ich übertreibe. Ich habe keinen Plan wie die Welt auf ihn reagierte, war mir auch egal. Ich kann mich nur erinnern, dass ich Casino Royale nicht wirklich mochte. Jetzt hab ich ihn nochmal geguckt und muss dasselbe bedauerlicherweise wieder durchmachen.

In Casino Royale muss Bond…Ich hab keine Ahnung was Bond muss und was nicht. Man merkt, dass ich wahrlich kein Bond-Fan bin. Ich kenn seine Vorgeschichte bzw. Hintergrundgeschichte nicht, deshalb kann ich nichts zum Franchise ansich schreiben. Aus diesem Grund habe ich diesen Aspekt einfach außer Acht gelassen und mir die unglaublich langen 144 Minuten so angetan.
‘Angetan’ ist sogar das richtige Wort, da ich ab und an wirklich kämpfen musste nicht gleich die Stopptaste zu drücken. Nicht nur, dass es ein Bond-Film ist, eher gibt es in dem Film manche Längen und ich hätte mir sehnlichst gewünscht man hätte den Film doch bitte 20 oder 30 Minuten kürzer gestaltet. Manch einer wird wahrscheinlich die Pokerpartie als langweilig bezeichnen, ich find sie hingegen recht amüsant, besonders im Hinblick auf den letzten Pott – so unglaublich unrealistisch, aber egal.

Ich glaube wirklich, dass mir nur ein paar wenige Sequenzen gefielen. 1.Die Anfangscredits, die sehr schön und kunstvoll aussehen und mit einem tollen Lied begleitet werden. 2.Die Verfolgungsjagd in Madagascar. Anscheinend springt jeder auf den Parcour-Zug. Und auch wenn mir diese Verfolgungsjagd – so wie auch vieles andere – immens lange vorkam, ist sie doch sehr beeindruckend gewesen. 3.Die paar Momente, in denen ich Eva Green mochte. Manchmal konnte sie mich in ihren Bann ziehen, die meiste Zeit aber wirkte sie wie immer: Wie auf Drogen. Hier komme ich dann auch zu den Szenen, die unfreiwillig komisch sind. Zum Beispiel die Folterszene, in der Le Chiffre, der übrigens doch ganz gut von Mads Mikkelsen gespielt wird, Bond die Eier zerstört. Eigentlich schmerzhaft, aber durch die Reaktion Bonds ( Er macht Witze und lacht! ) nochmals komisch angehaucht. Insgesamt verhält sich Bond sehr verspielt, was zum einen – in meinen Augen – nicht zu Bond passt und zum anderen eigentlich überhaupt nicht witzig ist. In der Szene im Hotel als sich Vesper ( Green ) mit Bond über ihre Abendgarderobe unterhält musste ich schon stutzen.

Um endlich zum Ende zu kommen: Craig ist okey als Bond, jedoch besitzt er neben seinem gequälten Gesichtsausruck lediglich nur noch einen weiteren. Es gibt einige Sachen, die mir gefallen haben, die aber keineswegs ausreichen den Film unbedingt gesehen zu haben. Genau wie Star Wars oder Indiana Jones, so kann ich mit James Bond auch sehr wenig mit anfangen. Ich werde mir sicherlich noch das Quantum Trost ansehen, vielleicht bekehrt mich dieser ja endlich. Glaube ich aber nicht.

James Bond: [after Bond has just lost his 10 million in the game, to the bartender] Vodka-martini.
Bartender: Shaken or stirred?
James Bond: Do I look like I give a damn?

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