Handicapped yet very rude

von Khitos

Zach Braff, Tagträumer J.D. aus der Erfolgsserie Scrubs, hat es diesmal nicht mit seinem Mentor Dr.Cox zu tun, sondern mit einem im Rollstuhl sitzenden Ex-Freund seiner Ehefrau. In The Ex – auch als Fast Track bekannt – spielt Braff den Semi-Loser Tom Reilly, der es nicht gebacken bekommt seinen Job als Koch zu behalten, geschweige denn eine Beförderung zu erhalten. Gleichzeitig ist er davor mit seiner Frau Sofia Kowalski ( Amanda Peet ) ein Baby zu bekommen und muss zusehen wie er seine Familie nun versorgen kann. Zum Glück bietet Sofias Vater ( Charles Grodin ) ihm eine Arbeitsstelle in seiner Werbeagentur an, die Tom der zukünftigen Dreisamkeit nicht abschlagen kann. In dieser Agentur trifft er auf Chip ( Jason Bateman ), ein Exfreund von Sofia. Dieser macht ihm das Leben nicht leicht, stellt ihm fiese Fallen und macht sich an Sofia ran. Tom ist hilflos – was soll man denn bitteschön gegen einen sagen, der im Rollstuhl sitzt?! Behaupten er gebe nur vor behindert zu sein! Genau das ist auch das Antriebsmotiv von Tom, der es sich zur Aufgabe macht dem Unheil in Form von Chip den Gar auszumachen.

So sehr ich Zach Braff auch mag, The Ex ist kein guter Film. Viel mehr bestechen die 93 Minuten mit seichtem Humor, der den Höhepunkt im Familienhaus der Kowalskis findet: Tom schleppt Chip die Treppe rauf und lässt ihn runterfallen, um seinen Beschuldigungen Wahrheit zu schenken. Nur schade, dass genau diese Szene schon im Trailer gezeigt wurde.
The Ex versucht sich nicht an bissigem Humor, eher bleibt es auf Familienunterhaltung der seichteren Art, auch wenn ab und an die Rollstuhl-Gags den Anschein von schwarzem Humor besitzen. Am Ende ist Jesse Peretzs Film nichts anderes als eine Dienstagabend-Unterhaltung, ein Eifersuchts- und Wettstreit zweier Männer, welches das typische Happy Ending findet. Leider bekommt nicht einmal Sofia genügend Zeit sich in diesen Kampf einzumischen und bleibt als kleine, kleine Rolle im Hintergrund. Die restlichen Figuren bleiben eindimensional und verfolgen ihre vorgeschriebenen Motive ohne dabei in irgendeiner Art herauszustechen. Sogar die bezaubernde Amy Adams muss sich hinter der Fassade einer nervig komischen Ökotante verstecken und kann in keinster Weise etwas rausreissen. Wer sich dennoch unbedingt Zach Braff ansehen will, dem sei lieber irgendeine Folge Scrubs ans Herz gelegt. Egal welche Folge. Insbesonderen deshalb, weil man sich in The Ex eine afroamerikanische Krankenschwester ansehen muss, die nicht ansatzweise die Klasse einer Laverne Roberts besitzt.

_____[ * * ½ . . ]_____

Other opinions:
Moviescape: 7/10
Symparanekronemoi: 6,5/10
ReelViews: 5/10
Qwipster: 5/10
Ø: 5,7/10