Shorter than ever #3: Virgins playing with pineapple-bunnies

von Khitos

virgin

Judd Appatow ist nicht gerade beliebt im Kälte Reich. So schneiden seine Filme in der Regel auch nicht gut ab, werden als unlustig abgestempelt und sind entgegen der herrschenden Meinung einfach nicht unterhaltsam. Natürlich gibt es aber auch annehmbare bis gute Werke, in denen er seine Finger im Spiel hatte, aber trotzdem ist sein Name hier nicht gerne gesehen. Trotz alledem wollte ich mir sein Filmregie-Debut nicht entgehen lassen, da mein liebgewonnener, ‘beste Chef der Welt’ die Hauptrolle spielt. In Anchorman noch ein zurückgebliebener Dummkopf, haucht Steve Carell hier einer jungfräulichen Rolle Leben ein.

40 lange Jahre gelebt und immernoch Jungfrau. Der beste Appatow kann beginnen. Eigentlich ist das der einzige Appatow, um genau zu sein. Egal, alles besser, als niveaulose Unterwasser-Komik, die man sonst so sieht. Trotz des unumgänglichen Themas ‘Sex’ hält sich The 40 Year Old Virgin nicht permanent auf einem chauvinistisch, sexistischem Level, was zu großen Teilen auch an Carell liegt, der durch seine sympathische Aura mehr als das beiträgt. An seiner Seite wieder die üblichen Gesichter, die man mit dem Namen Appatow wohl einfach direkt verbindet. Allen voran Seth Rogan, der zur Zeit den wohl größten Coup der Crew durchzieht, wenngleich er sich seit Freeks and Geeks-Zeiten immernoch nicht geändert hat und stets sein Ding durchzieht. So auch Paul Rudd, der immer wieder die gleiche Rolle zu haben scheint, jedoch immer wieder ein kleines – in Knocked Up, das größte – Highlight darstellt.
The 40 Year Old Virgin ist nicht so originell und witzig, wie es manchmal sein will, aber in jeden Fall besser als die neuen übertriebenen Appatow Produktionen, die sich als supercool vermarkten, aber nicht sind.

_____[ * * *  ½ . ]_____

pineapple1

So geht es weiter mit dem Juddyboy. Wie zu erwarten fällt Pineapple Express nun viel schlechter aus als The 40 Year Old Virgin. Der Film zeigt nun nochmals wie man einfach Drogen und dessen Konsumenten zum Hauptthema eines Films macht und das auch konsequent durchzieht, ohne dabei auch nur ansatzweise etwas anderes zu machen, als andere, dem Film benachbarten, Produktionen. Zugegeben, es gibt viel mehr Action in dieser Kifferkomödie, als woanders. Die ist aber auch zu übertrieben lang und nimmt einen zu großen Teil ein, alsdass sie unterhaltsam sein könnte. Es hilft auch nichts, dass man einen Hirni kreiert, der ständig blutet, angeschossen wird, aber doch nie stirbt. Außerdem ist der Film zu unfokussiert, erzählt eine total banale Geschichte und erzielt dabei nicht den gewünschten Spaßfaktor. James Franco, von einigen gelobt für diese Rolle, kann und ist nicht so witzig, wie er es gern wäre. Um ehrlich zu sein hätte in dem Film einiges gestrichen werden können: Der komplette ‘Liebes’-Quark zwischen Dale ( Seth Rogan ) und Angie ( Amber Heard ), die zum Schluss eh komplett vergessen wird; Carol ( Rosie Perez ), die Polizistin, die, um es wirklich deutlich zu machen, immer ihr Polizeigewandt anhat; Red. Achja, und die Idee Pineapple Express je drehen zu wollen.

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housebunny

Shelley: They’re kicking me out?
Marvin: Maybe it’s because of your age.
Shelley: But I’m 27.
Marvin: But that’s 59 in Bunny Years.

Schöner Gag, den man leider schon im Trailer sehen kann. So verliert dieses Playboy-Vehikel eine Menge an Humor, welches es wirklich bräuchte. Anna Faris ist zwar eine witzige Frau, die durch ihre verrückt, laute, süße Art überzeugen kann, sich jedoch in The House Bunny der klischeebehafteten Story unterwerfen muss. Man hat das Gefühl diesen Film schonmal gesehen zu haben. Immer wieder das gleiche. Loser sind Loser, jemand kommt, dieser verliebt sich in einen anderen Jungen, hilft gleichzeitig den Losern hip zu werden und am Ende kommt alles auf eine entscheidende Sache an, bei dem alles, was die Loser erreicht haben, auf dem Spiel steht. Leider, leider müssen die Loser auch unbedingt wieder ein Klischee sein, Brille tragen und Pferdeschwanz und man ist wie in Not Another Teen Movie direkt ein Nerd und somit hässlich. Lächerlich ist es, dann gerade Katharine McPhee in dieser Gruppe zu sehen. Googled sie mal, dann versteht man es vielleicht. Egal, viel mehr ging mir der schnelle Wechsel von ‘Ich weigere mich auf so ein niedriges Niveau zu sinken, um Männer anzulocken und somit unser Zeta Haus zu retten’ zu ‘Verdammt bin ich schön! Ich vergesse einfach mal alle meine Prinzipien!’. Anzeichen da entgegen zu steuern macht die gothic-mäßige, autonome Mona ( Kat Dennings ), die aber sehr leicht untergeht und auch im Untergrund bleibt. Schade, aber man kann so etwas einfach nicht erwarten. Verschwendete Zeit. Es ist jedenfalls witziger, wenn man nicht schon den Trailer gesehen hat und dazu verdrängt hat, dass Tom Hanks einen Sohn hat.

_____[ . ½ . . . ]_____