Shorter than ever #5: Role Models find themselves Wrestling with their Changelings which are still…Unborn

von Khitos

rolemodels

Vorbilder?! Mit Ausrufe- und Fragezeichen. So als ob jemand daran zweifelt, dass Paul Rudd und Seann William Scott keine Vorbilder sein könnten, nur weil sie ein bisschen fahrlässig mit dem Minotaurwägelchen fahren und versuchen Energydrinks an Minderjährige zu verhökern. Als Strafe bekommen sie das härteste was der Staat sich nur ausmalen kann: Kinder. Doch schon da wird einem klar wie das Ende von Role Models aussehen wird.

Die Vorhersehbarkeit ist wohl der Genickbruch dieses Films. Man kann das zwar von vielen Filmen sagen, aber hier wird es richtig langweilig, wenn man nur darauf wartet bis die zwei Männer sich lächerliche Klamotten anziehen und mit weiteren Nerds in den Kampf gegen den großen König ziehen. Da hilft es auch nicht, dass der unglaublich overrated McLovin mit von der Partie ist, obgleich er hier ein Stück sympathischer rüberkommt als im miserablen Superbad. Das Highlight stellt eh Bobb’e J. “ I don’t wanna take my pants off! ” Thompson dar, dessen beste Sprüche man aber leider schon im Trailer erfährt. Rudd und Scott spielen wieder ihre typischen Rollen und setzen keine nennenswerten Akzente. Ein kleiner Hoffnungsschimmer ist Elizabeth Banks gewesen, die aber leider wenig Leinwandzeit erhalten hat. Damn you David Wain! Ich hab leider etwas zu viel erwartet, aber das Vorhersehbare erhalten: Eine seichte, feelgood coming-of-age Geschichte, in der Erwachsene ihr Kind in sich wiederentdecken und damit Kindern helfen.

_____[ * * ½ . . ]_____

thewrestler

Love. Pain. Glory. Ruhm. Liebe. Schmerz. Nein. Ende. Ja. Ansonsten. Hm. Nicht. Das. Erwartete. Meisterwerk. Intensiv. Ja. Traurig. Ja. Mickey. Klasse. Tomei. Klasse. Wood. Klasse. The Wrestler. Exzellent.

Ne, mal im Ernst. The Wrestler ist ein sehr gutes Verlierer-Portrait von einem wunderbaren Regisseur, der mir immer und immer lieber wird. Ein komplett anderer Stil den hier Aronofsky einschlägt und wie schon in Friday Night Lights mag ich den Docu-style, der viel authentischer wirken kann, wenn noch die richtigen Leute vor der Kamera stehen. Ich hatte zwar keinen Plan von Mickey Rourke und seiner Lebensgeschichte, kann deshalb auch nicht den viel benutzen Spruch bringen, dass er nur sich selbst gespielt hätte, brauch ich aber auch nicht. Rourke spielt seine Rolle wunderbar glaubhaft, in den Szenen mit seiner Tochter und insbesondere zum Ende hin, wenn er seiner inneren Verzweiflung nicht mehr standhält, sich nach seinem alten, beliebten, bejubelten Ich sehnt und nur noch in den Ring steigen will wo man ihn noch mit all seiner Stimmeskraft anfeuert. Des Weiteren wird auch in die Wrestlermania Welt eingetaucht und hinter die Kulissen geschaut, wo sich die Wrestler gegenseitig erklären, was sie dem Gegenüber gleich im Ring antuen werden und ob das okey sei. Eine nette Sicht auf den Fake-Sport, dem gleichzeitig die realen, aus dem Kampf resultierenden Verletzungen entgegenstellt werden. Es wird die Geschichte von The Ram erzählt , man begleitet ihn in seinem Ring des Lebens, ob es hinter der Fleischtheke ist oder im Wrestlegetümmel, das ihm so sehr am Herzen liegt. Am Ende war es aber einfach nicht das alles umhauende Meisterwerk, das mich vollends mitgenommen hätte, aber dennoch, mit dem letzten Sprung kann sich The Wrestler noch einmal behaupten, kann den Schmerz auf den Zuschauer projizieren und einen wunderbaren Film abschließen.

_____[ * * * ½ . ]_____

changeling

Changeling ist einer dieser Filme, die mich aufgrund einer bestimmten Szene im Trailer zur Sichtung verleitet haben. Genauso wie bei Rendition ist es schon wieder eine Frau, die herumschreit, um ihrer Verzweiflung Ausdruck zu verleihen. In diesem Fall ist es Angelina Jolie, die in Changeling eine ihr wohl nicht schwergefallene Rolle als Mutter spielt. Wie viele Kinder hat sie denn jetzt eigentlich in echt? Die genaue Zahl weiß sie bestimmt selbst nicht. Das ist ohnehin gleichgültig, denn in Changeling muss sie sich nur mit einem Balg herumschlagen, aber das macht ihr schon genug Terror.

Changeling ist in der ersten Hälfte sehr packend und stellt sogleich wohl die Horrorvorstellung für jede Mutter dar. Jolie kann sich gleich in ihre Rolle hineinversetzen und legt ihre bis dato beste Schaupielleistung ab. Wenn man sich das nur vorstellt einen falschen Sohn zugeschoben zu bekommen. Und das auch noch von der Polizei, die nur ihre schlechte Reputation wieder aufbauen will. Was dann noch geschieht, wenn sich die Mutter zur Wehr setzt, ist die Spitze der Horrorvorstellung: Sie wird in das Irrenhaus gesteckt, weil sie ihren falschen Sohn nicht als richtigen anerkennt. Eine regelrechte Anti-Polizei Einstellung, die Regisseur Clint Eastwood hier präsentiert und zeitgleich die abstrusen Methoden der Polizei gegen Andersdenkende in den End-20ern vorzeigt.
Dazu kommt dann noch die Nebengeschichte mit dem Serienkiller. Hm, ja. Jetzt wirds etwas holprig, Herr Eastwood. Entweder hätte dieser Nebenstrang weniger Platz einnehmen oder beide Geschichten drastisch gekürzt sein müssen, denn so ist der Film insgesamt viel zu lang gewesen und konnte mich nicht über die ganze Zeit an der Stange halten, obwohl es in der zweiten Hälfte recht blutig und heftig zugeht. Ich unterteile die Handlungsstränge deshalb, weil man daraus zwei Filme hätte machen können. Für mich war der Film zu Ende, als Christine Collins erfolgreich gegen die Polizei vorgegangen ist. Die ganze Mördergeschichte passt nicht wirklich mit der vollendeten Mutter-Sohn Geschichte am Anfang. Ja klar, es basiert auf wahren Begebenheiten, dann hätte ich es aber einige Kürzungen bevorzugt. So hat der Film mich am Ende viel zu wenig mitgerissen und ermüdet.

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theunborn

Wow. Eigentlich brauch ich nur eine Sache sagen: Schaut The Unborn nicht an. Außer ihr mögt Odette Yustman wirklich sehr. Ich muss zugeben, der Trailer sah wirklich interessant aus, aber im Nachhinein reicht dieser wirklich aus, da er eigentlich alles zeigt, was den Film ausmacht: Ein paar Schocker, die nicht wirklich sitzen, einen alten Mann, der auf Händen und Füßen seinen Kopf kreisen lässt und einen creepy Jungen, der Mädchen schlägt (und noch viel mehr). Der kleine Junge – also den, den Casey babysitten muss – ist gegen aller Erwartungen wohl das gruseligste an dem Film und nur wegen ihm lohnt die Sichtung keineswegs. Und wegen Yustman auch nicht, denn man bekommt zwar etwas von ihrem Körperlein zu sehen, aber dafür ists doch wirklich nicht wert, oder? Ich mein, das Verhältnis von “ein bisschen Yustman” zu “”Horrorfilm”, der versucht eine beträchtlich schreckliche Geschichte über Nazis, Juden und Dämonen zu erzählen, am Ende einen Exorzismus vollführen lässt, der lediglich in einem ermüdenden Finale resultiert, dessen Ende man sich sehnlichst herbeisehnt” ist nicht gerade überzeugend.

_____[ ½ . . . . ]_____