M war alleine. Das war sie oft. Manchmal gefiel es ihr, manchmal überhaupt nicht. Sie fühlte sich einsam, etwas vernachlässigt, von der ganzen Welt allein gelassen. Was sie nicht begriff war, dass sie eigentlich die Schuld daran hatte. Erwartungen spielten in ihrem Leben eine große Rolle. Idealismus hatte sich in ihrem Kopf weit ausgeprägt. Sie erwartete von der Welt gut zu sein, gut zu ihr zu sein. Wenn diese Erwartungen nicht eintrafen, in welcher Form auch immer, brach etwas in ihr, sie zog sich zurück. Dann war sie alleine.
Naiv war sie auch. Sie kannte die Welt überhaupt nicht, erwartete von ihr aber alles. Getan hat sie für ihr Wissen von der Welt fast gar nichts. Sie war auf ihre Art und Weise faul. Prokrastination war ihr liebstes Wort. Wenn sie etwas tat, dann waren es Dinge, die ihr gefielen. Ärger mochte sie nicht, Stress, Probleme. Harmonie, Ruhe, ja, Ruhe. Wenn sie alleine war, dann war es ruhig. Die einzige Geräuschquelle war sie. M sprach aber nicht viel. Es war meistens still. Selbstgespräche waren nicht ihr Ding. Auch wenn das nicht ganz stimmte. Gehört hat man es nicht, denn es fand alles in ihrem Kopf statt. Eigentlich fand alles in ihren Gedanken statt. Sie dachte viel nach. Über die Welt, über sich und andere. Sie stellte sich wilde Szenarien vor, die sich fernab der Realität dennoch abspielten. In ihren Gedanken. Real, was ist das schon. M kannte nicht viel von der Welt. Beziehungen zu anderen Menschen fielen ihr schwer. Deshalb war sie oft alleine.
M lebte oft in der Vergangenheit. An Bilder erinnerte sie sich wunderbar, es waren wichtige Bilder, die ihr bisheriges Leben geprägt haben. Es sind nicht viele Bilder. M hat nicht viel erlebt. Die Hälfte ihres Lebens hat sie bisher nur vergeudet, alleine. Alleine mit ihren Gedanken. Sie war neidisch auf andere Menschen, die ein Leben besaßen, nicht wie sie, ein Nichts. Kein Wunder, dass ihre Lieblingsfarbe schwarz war.
Tags: alleine, Einsamkeit, Fiktion, kleine Geschichte, M, Realität
Oktober 4, 2009 um 15:52
hmm…diese M erinnert mich ein bisschen an mich selbst.. =P
schön geschrieben, einige Sätze holpern, aber größtenteils gefällt es mir.
der letzte Satz stört etwas…
aber du wirst mir bestimmt NICHT recht geben…
Oktober 4, 2009 um 16:36
Da hast du Recht, ich stimme dir, bezüglich des letzten Satzes, nicht zu =P
Und: Danke, freut mich, dass es dir gefällt ~