Up – Up, Up, Up

von Khitos

UP

,,This is another masterwork from Pixar, which is leading the charge in modern animation” (Roger Ebert, Chicago Sun Times). ,,Up is a breathtaking ride into the realm of pure imagination.” (Peter Travers, Rolling Stone). Der Lob geht noch viel weiter. Gründe sind genug gegeben. Die Vorstellungskraft Pixars ist wirklich überragend, schaut man auf die beeindruckende Vita, die Vielfältigkeit, Einfallsreichtum und Können zeigt. Nicht immer funktioniert die Pixar-Magie, wie man es bei dem nur guten Ratatouille gesehen hat, was aber direkt durch den putzigen Roboter Wall-E wett gemacht wurde. Nun steht Pixar wieder bereit, in Form von Pete Docter und Bob Peterson, die Zuschauer zu begeistern oder einfach “nur” zu unterhalten. Up ist das neueste Animationsspektakel der populären Schmiede. Hält Up, was sehr viel Kritiker schrieben und Bewertungen voraussagten? Leider nein. Die internationalen Kritiker übertreiben ein wenig. Lars-Olav Beier schreibt schön in seiner Spiegel-Kritik: ,,Diese Reise ist überaus vergnüglich und macht mehr als zwei Drittel des Films aus. Doch der emotionale Höhepunkt von “Oben” ist da schon lange vorbei. Der ist erreicht, wenn der Held an seinem Tiefpunkt ist.” Und so siehts aus.

Die Reise von dem die Rede ist, ist die von Carl Fredricksen. Dieser war schon in Kindesalter sehr begeistert vom Abenteuerer Charles Muntz, sein großer Held, der in Südamerika Sachen entdeckt zu haben scheint, die nicht auf Erden zu exestieren scheinen. So entflammt auch in Carl eine Leidenschaft für Südamerika, es wird sein Ziel eines Tages das sogenannte Paradise Falls zu besuchen. Diesen Gedanken hätte er jedoch nicht stets in seinen Gedanken eingebrannt, wäre nicht Ellie, seine (verstorbene) Ehefrau, die er seit seiner Jugend kannte und die die gleiche Leidenschaft für Abenteuer besaß.
Doch seit Ellies Tod ist da nichts mehr mit Leidenschaft. Mürrisch, grau, einsam, so sieht Carls neues Leben aus. Als dann noch die moderne Welt in sein Leben tritt, sein liebgewonnes Haus für den Drang nach mehr Wolkenkratzern eintauschen möchte, hat Carl genug. Er installiert unzählige Ballons an sein Haus und streckt buchstäblich den hohen Immobilientieren die Zunge raus und verschwindet aus dieser lauten Welt, mit dem Ziel: Paradise Falls.

Auf dem Weg begleitet ihn der kleine Pfadfinder Russel, der sich im unteren Teil des Hauses versteckt hielt, als Carl die Ballons losließ. Dieser kleine Junge steht auch schon für das Ende der emotionalen Ebene, die Up zu bieten hat. Die so hochgelobte erste Viertelstunde, in der Carls bisheriges Leben erzählt wird, ist nun zu Ende. Was dann folgt ist vorhersehbares, exzellent animiertes Kino ohne Herz. Wer den Trailer zum Film gesehen hat, wird auch genau das bekommen, mehr aber auch nicht. Es folgt ein Abenteuer, das manchmal schnell, manchmal schleppend erzählt wird. Dieses Abenteuer wird durch eine komische Wendung rund um Carls Kindheitsheld Muntz geprägt, die nicht selten einfach nicht zu passen scheint. Der Humor verfällt dem Catchphrase “No” von Carl, wenn Russel um etwas bittet und dem verspielten Palaver, das Russel von sich gibt. Da wundert es nicht, dass neben diesem etwas einfallslosem Humor, ein einfacher, überraschender Kehllaut eines exotischen Vogels den lautesten Lacher hervorbringt.
So negativ das auch klingt, Up hinkt weit hinter seinem Lob hinterher und das hinterlässt einen enttäuschenden Beigeschmack. Dadurch dass der Hype und die Erwartungen nach Wall-E einfach zu groß waren, gerät Up ein wenig in die Bedroullie. Aber immerhin nur ein wenig, denn ohne den Hype ist Up nämlich immernoch unterhaltsam, wenn auch herzloser als erwartet. Der Film kann unterhalten, ist mal wieder mit einer wichtigen Aussage und Moral konnotiert und beinhaltet interessante Charaktere bzw. Tiere. Am Ende ist es dennoch enttäuschend eine verquirlte Story zu bekommen, die nicht so richtig aufzugehen vermag.

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