The Prisoner | You Only Think You Are Free

von Khitos

The Prisoner ist eine Mini-Serie, die sechs Episoden umfasst und die Thematik der gleichnamigen Originalserie aus dem Jahre 1967 aufgreift und in die moderne Welt einführt: Ein Mann wacht im Nirgendwo auf, ihn umgibt Sand, man weiß nicht was geschehen ist, was gerade passiert und was passieren wird. Er findet eine Stadt, ein Dorf. Nach kurzer Zeit wird ihm klar, dass es nur dieses Dorf zu finden gibt, denn der Taxifahrer, den er ordert, nach New York zu fahren, kennt diese ominöse Stadt nicht. Grund dafür ist: There is only “The Village”. The Village also, der einzige Ort auf Erden – wenn es sich denn um die Erde handelt. Noch mysteriöser wird es, als sich die Leute nicht bei Namen nennen sondern mit Zahlen ansprechen. Jeder in dem Dorf hat eine Zahl, gerade diese repräsentiert ihren Namen. Der Mann, um den es in The Prisoner geht, wird “6” genannt. 6 (James Caviezel) ist verloren in einer Welt, die er nicht kennt. Einziger Anhaltspunkt zu “seiner” Welt ist Number 2 (Ian McKellen), der wichtigste Mensch in The Village, der, der was zu sagen hat und der, auf den alle Bewohner heraufschauen. 2 scheint was zu verheimlichen und 6 will wissen was. 6 will raus. Er kann aber nicht, er weiß nicht wie. Er ist gefangen.

Es sind sechs Episoden, die anfangs verwirrender nicht sein könnten und im Zuge der Handlung an Klarheit gewinnen. Doch auch am Ende wird man sich vielleicht noch an den Kopf packen und sich fragen, was man denn hier sechs Stunden lang geschaut hat. Es ist eine Geschichte über die Kraft der menschlichen Imagination, die Ausweglosigkeit der Gedankenwelt und die Verbindung zur realen Welt. Gefangen im eigenen Körper, ein Gefangener seiner selbst.

In moderner Aufmachung und schnellen Schnitten, mit Flashbacks und der Macht des Mysteriums á la Lost begibt sich The Prisoner auf  Terrain, welches sich nicht in seiner Komplexität verliert, sondern den Zuschauer zum Nachdenken anregen wird. Über die chaotisch reale Welt, den Lärm, den es beinhaltet und den Stress; Über die Flucht in eine neue Welt, in der es geregelteres Leben gibt, einfacheres, aber auch sinnloseres. Gerade die Zahlen in The Village sind identitätsberaubend und lassen die Bewohner als kleine Spielfiguren oder Puppen darin leben. Mit 6 ändert sich jedoch die Gefühlslage und die Atmosphäre in der mit Sand umgebenen, perfekten Welt. Rebellion der Spielfiguren? 2 gefällt das gar nicht.

Es sind nur sechs Episoden, die man sich ohne Bedenken anschauen kann. Bedauerlicherweise ist mir das Original nicht bekannt, welches nach einigen Meinungen düsterer und besser sei als das Remake. Nichtsdestotrotz kann ich die aktuelle Version dieses interessanten Gedankengefängnisses empfehlen, und sei es wegen der ansprechend gespielten Rollen. Allen voran Ian McKellen, seine Interpretation des 2 ist wunderschön kaltblütig und grausam, die Art, die voneinem Lächeln begleitet wird.

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