30Rock – Season 1

von Khitos

Als Serie, allein geschaffen, um Golden Globes zu gewinnen, trat 30Rock in mein Leben. Das eine Art von kleiner Abneigung entstehen würde, versteht sich von selbst. Jedenfalls bei mir. Nun gut, man sollte nicht alles schlechtreden, wenn man es denn nicht wenigstens angetestet hat. So machte ich mich auf, schaute die erste Folge und war erschüttert und bestätigt zugleich. Der Pilot stellt mithin die schlechteste Folge der ersten Staffel dar und kann zu Anfang noch überhaupt nicht bestehen. Es bestand keine Sympathie zwischen mir und der Serie. Mit der Zeit…nun, die Golden Globes kamen nicht von ungefähr.

Es geht um Liz Lemon, gespielt von Tina Fey, die sogleich auch das Mastermind hinter der Serie darstellt. Sie ist der Boss einer Unterabteilung des Senders NBC und schreibt für die Show TGS with Tracy Jordan (bevor Tracy Jordan kam: The Girls Show). Im Grunde geht es um ihre Beziehung zu ihren Mitarbeitern: Der verrückte Tracy Jordan (Tracy Morgan), der früher (er wollte Conan O’Brien bei einem Auftritt messern!) mal ein Star war und nun mit der neuen Show zu neuem Glanz finden soll; Lemons neuem Boss Jack Donoghy (Alec Baldwin), der sie für jeden Scheiß zu sich holt und ihr grundsätzlich nur den letzten Nerv nimmt.

Die erste Staffel fängt wie gesagt katastrophal an, mausert sich aber nach und nach zu dem was es sein soll, auch wenn es letztendlich nicht bis zum Golden Globe Status reicht. Dennoch kann ich verstehen warum es so preisverdächtig ist. Die Dialoge sind pfiffig und originell, es finden sich lauter verrückte Charaktere, die für sich betrachtet nur sehr schwer allein auf der Welt leben könnten, im Team aber zu einem Ensemble zusammenwachsen, in der Liz Lemon noch die Normale ist. Da wäre allen voran Tracy Jordan, verrückt bis in die Haarspitzen, der ohne seine Medikamente total verloren ist, sieht er doch kleine blaue Monster, wenn er sie mal nicht nimmt. Herrlich sympathisch wird er erst, wenn er seine Chefin anspricht – immer dieses kleine Lemon oder Liz Lemon. Dieses repititive Lemon wird einfach nie redundant, dank des schönen Namens. Wer zudem nicht außer Acht gelassen werden darf ist Kenneth Parcell, gespielt von Jack McBrayer. Er ist das unschuldige Wesen der Serie, bis in die tiefsten Poren gütig und immer gut gelaunt ist, peppelt er sich doch immer wieder mit dem Gedanken auf, dass es einem anderen Menschen irgendwo auf der Welt schlechter ergeht als ihm. Man mag es im ersten Moment jedoch gar nicht glauben, denn er, als Page, der das Fernsehmedium anhimmelt, macht wirklich alles für die Menschen dahinter. Das reicht vom täglichen Aufräumen eines chaotischen Zimmers bis zu den verrücktesten, illegalen Kleinarbeiten, die Tracy von ihm verlangt. Und stets hat er ein Lächeln im Gesicht, denn er ist mittendrin im Showbiz – irgendwie.

Es gibt wenig, dass ich an 30Rock, dass mich wirklich stört. Ein richtig fetter Dorn im Auge, der sich immer weiter reindrückt, ist aber Rachel Dratch, die ab und zu in einem verschiedenen Cameos zu sehen ist und gleichzeitig alles Lustige ins abgrundtief Unlustige zieht. Ich kann diese Frau nicht abhaben. Anscheinend ein Star bei Saturday Night Live, aber ein nervender Gnom in 30Rock. Bis auf dieses Monster behauptet sich die erste Staffel aber ziemlich gut. Es gibt zwei Highlights (Episoden 11 The Head and The Hair und 12 Black Tie), die wirklich zum brüllen sind und das Ausmaß an crazyness in der Staffel ans Licht bringen, allen voran mit Gerhardt Messerschmit Ramenstein Von Hap. You’ll understand, when you see it.
Die Staffel schwankt, kann nicht immer überzeugen, in der Mitte Highlights, Anfang und Ende meh. Dennoch, meine Abneigung war unberechtigt. Nerds!

__________[6/10]__________

About these ads