Arrested Development – Season 1 – 3

von Khitos

Arrested Development ist mit einer der bestbewertesten Serien auf IMDb. Mit der Wertung 9,7/10 habe ich schon einiges erwartet. Meine Befürchtung war aber immer, dass sie einfach nicht witzig genug ist oder seinen Lobhymnen nicht standhalten kann. Diese Befürchtungen wurden aber leider teilweise Wirklichkeit. Arrested Development ist nämlich nicht das Witzigste, was ich je gesehen hätte. Der Humor ist sehr einfach gehalten, es gibt sehr viele Wortspielereien, grobe Missverständnisse, viele verschiedene Familienmitglieder, die ihre speziellen Eigenartigkeiten aufweisen und auf denen viele Gags basieren. Mittelpunkt ist Michael Bluth (Jason Bateman), der als vermeintlich einziger Normaler in dieser sehr verrückten Familie alles richten muss, weil sein Vater George (Jeffrey Tambor) mit illegalen Machenschaften in seinem Unternehmen verbunden ist und deshalb ins Gefängnis muss. Aber diese Konstellation birgt aufgrund seiner Charakterentwicklung Schwierigkeiten. Michael hält sich für den besten, ist oft arrogant, ist gerade nicht immer der Erlöser der Familie und desöfteren einfach extrem unsympathisch. Die Storyline ist über alle drei Staffeln nicht der Rede wert, weil sie sich einfach nur etwas wiederholt. Ein Familienmitglied (oder mehrere) macht wieder einmal Stress und Michael ist genervt und versucht die Situation zu lösen. Michael ist die ganze Zeit über einfach nur genervt und fährt von Ort zu Ort, um mit allen Beteiligten zu reden, was am Ende einfach gar nichts bringt, sodass es ständig in einer argwöhnischen Situation endet, die kein Resultat besitzt.

Das Problem, dass ich mit Arrested Development hatte, ist dass es für die Zeit einer Episode einfach oft viel zu ruhig ist, alles laufen lässt und selten einen Höhepunkt aufweisen kann. Da können gelegentliche Wortspielereien auch nicht immer diese nah an Langeweile grenzende Atmosphäre retten, was aber nichtsdestotrotz nicht heißt, dass nicht einige dieser Spielereien dennoch einen wiederkehrenden Unterhaltungswert aufrecht erhalten können, wenn man sich denn erst so langsam an die Serie gewöhnt hat. Zu erwähnen ist natürlich die Nichte von Michael mit dem eigenwilligen Namen Maeby (Alia Shawkat) oder die groteske Namenwahl seines Sohnes, der unglücklich George Michael (Michael Cera) heißt. Daneben wäre noch der Anwalt Bob Loblaw (schnell ausprechen!) und einfache, simple Aussagen wie “I blue myself” zu erwähnen, die die Finesse der Dialoge auszeichnen. Ich musste mich wirklich erst an diesen Humor gewöhnen, aber wenn man einmal drin ist, kann man über die vielen Hänger auch gelegentlich hinwegsehen. Enttäuschend ist jedoch, dass sich die Serie nie wirklich was traut etwas anderes zu zeigen, als sie es in den drei Staffeln macht. Es gibt keine wirklichen Ausreißer nach unten, aber dafür auch nie wirklich eine Episode, die sich von den anderen abheben könnte. Alle Folgen sind in ihrer Art gleich und deshalb auch etwas fad, wenn man das Gesamtbild betrachtet. Es ist natürlich immer wieder witzig, wie George Michael versucht sich seiner Cousine Maeby zu nähern, weil er sich in sie verliebt hat, aber so ganz das Highlight lässt sich dort auch nicht finden. Entzückt war ich Portia de Rossi zu sehen, die ich zunächst nur aus Better Off Ted kannte. Aber das hat die hohe Wertung auf IMDb immer noch nicht gerechtfertigt, auch wenn Staffel 3 im Gegensatz zu den anderen beiden einen Sprung nach oben gemacht hat. Insgesamt einfach nur “gut”.

Durch die letzten Worte in der letzten Folge und durch aktuellen Neuigkeiten wird gemunkelt, dass es bald wohl einen Film geben wird. Ich bin skeptisch, ob sich das Konzept der Serie auf Spielfilmlänge ausbreiten lässt, aber ich lass mich gern überraschen.

__________[ 6,5/10* ]__________

*Für alle Staffeln zusammen. Einzelbewertungen: S01 – 6/10, S02 – 6/10, S03 – 7/10
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