The Roommate – Das Psychomädchen im Hintergrund der Aufnahme

von Khitos

Das Mädchen, das im Hintergrund nur verschwommen zu sehen ist. Im Vordergrund ist ein Paar, das miteinander redet, Späße treibt und die Zeit mit dem jeweiligen anderen genießt. Man schaut im Wesentlichen auf das Paar, aber auch etwas auf das Mädchen im Hintergrund. Es beobachtet das Paar. Genau so wie wir. Es macht nicht mit bei den Spielereien, bei den Unterhaltungen, es beobachtet und scheint in einer anderen Realität als alle anderen zu sein. Dieses Mädchen heißt Rebecca (Leighton Meester), das Paar: Sara (Minka Kelly) und Stephen (Cam Gigandet). Rebecca ist das komische Mädchen im College, meist still, geht nicht auf Partys und ist meist für sich alleine – das komische Mädchen, mit dem man nichts zu tun haben will. Sara ist ihre Mitbewohnerin, das normale Mädchen, gut drauf und sozial fähig. Rebecca ist aber nicht nur das komische Mädchen, sondern auch das gefährliche, psychopathische Mädchen, das einfach nur eine Freundin haben möchte, aber auch wirklich nur eine. Die hat sie in Sara gefunden. Sie soll nur ihr alleine gehören.

So beginnt The Roommate als große Exposition ohne nennenswerte Highlights. Es ist ruhig, normal, in Grenzen sogar subtil. Regisseur Christian E. Christiansen lässt es ruhig angehen, baut die Charaktere auf, lässt Luft zwischen den Szenen und dehnt die Atmosphäre eine Zeit lang ohne dass wirklich etwas passiert. Rebecca schaut sich erstmal die Situation an, beobachtet, wer mit wem und wichtiger: Wer mit ihr. The Roommate kommt einem deshalb viel länger vor als er in Wahrheit ist. Der Geschichte wird innerhalb eines bekannten Schemas erzählt, entfaltet aber durch die tolle Leistung der Protagonisten eine Eigennote. Wenn ein Film Cam Gigandet sympathisch erscheinen lässt und Leighton Meester als ruhige, komische Studentin überzeugend rüberbringen kann, dann heißt das schon etwas. Minka Kelly macht eigentlich nicht viel anderes als sie schon in der Serie Friday Night Lights getan hat. Sie ist die fröhliche, sympathische Figur, die auf die Situationen reagiert und irgendwie ihren Weg durchs Leben findet. Highlight des Films stellt aber Leighton Meester dar, die man eigentlich gar nicht so einer Rolle erwartet hätte. Ob beobachtend und verärgert, ob künstlich oder wirklich fröhlich, ob verrückt und am Ausrasten – Meester bekommt mit dieser Rolle eine schöne Schauspielfläche, auf der sie sich austoben konnte.

The Roommate ist kein Meilenstein in seinem Genre, bringt es aber mit anständigen Aufnahmen und passender Musik zu einem unterhaltsamen, spaßigen, aber auch grenzwertig durchschnittlichen Film, der letztendlich aber zu Recht bisher nur schlechte Kritiken eingefangen hat. Ausgearbeitet ist das ganze Konzept des Films nämlich nicht. Man erfährt im Grunde nichts über Rebecca, man sieht nur, was sie macht und welche Motive sie leiten, aber nicht warum sie diese Motive überhaupt in sich trägt. Es hätte wahrscheinlich um einiges besser, ausgearbeiter sein können, das stimmt, aber nimmt man das, was man bekommt, dann ist The Roommate gar nicht mal so schlecht, wie die vielen Kritiken es zum Anschein geben. Es gibt eine überraschende, unwohle Szene, die doch sehr zu überzeugen wusste und den erstrebten Erfolg erreicht hat. Das macht das Ganze doch aus. The Roommate baut mit seiner PG-13 Wertung nicht alles auf Blut und den größten Schockeffekt auf, sondern versucht das beste aus der harmlosen Situation zu machen. Mit Meester ist dies geglückt.

__________[ 5,5/10 ]__________

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