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Alan Moore, Dave Gibbons – Watchmen

März 8, 2009

watchmencomic

Wie kann es eigentlich passieren, dass man von den berühmtesten Dingen überhaupt keine Ahnung hat, von ihnen noch nie etwas gehört, geschweige denn gesehen hat? Watchmen war mir so unbekannt wie das Geburtsdatum von George Clooney. Noch nie habe ich von diesem Comic gehört, das so gut sein soll, in der Liste der besten Bücher vom TIME Magazine als einziges Comic aufgelistet wird und seit Veröffentlichung im Jahre 1986 zahlreiche Fans um sich geschart hat. Und dann kam auf einmal das ganze Getummel um Watchmen, den Film, irgendwelche Klagen, hier und da Zweifel, ob es überhaupt released werden durfte und überhaupt, alle Welt sprach davon. Da mir der Comic so gar nichts sagte interessierte mich dessen Geschichte bis zur Veröffentlichung in den Kinos wenig bis überhaupt nicht. Und doch konnte ich nicht drumrum mich etwas zu informieren, es kommt schließlich ein Film heraus, der vom Ästhetik-Snyder gedreht wurde. Nach und nach kamen Trailer und meine Neugier wuchs: Ich wollte den Comic lesen.

Zugegeben, ich hab sehr wenige Buchvorlagen für Filme gelesen und bin immer wieder erstaunt wie viele Filme auf Bücher basieren. Als (Prä-)Otaku wollte ich doch  mal reinschnuppern, immerhin handelt es sich ja um einen Comic, obgleich ich eher auf Mangas stehe und mich für die westlichen Pendants herzlich wenig interessierte, da musste wollte ich einfach mal meine Präferenzen vergessen. Und es hat sich gelohnt. Watchmen gehört gerade nicht zu den konventionellen Superhelden-Comics und kann durch eine verblüffende Komplexität und eigenständige Geschichte überzeugen. Ein Comic für Erwachsene und ein westlicher Comic, der mir gefallen hat.

Vom Niveau her kenne ich nur wenige Comics, die wirklich etwas zu bieten haben; Death Note wäre als mein Paradebeispiel zu nennen.Viel zu sehr fixieren sich viele Comics auf Kämpfe und sind eher actionlastiger, ist doch die Zielgruppe wahrscheinlich männlicher Natur. Viel Bummbumm und keine Handlung, na das kennt man doch von einigen Filmen. Watchmen kommt mit ausgesprochen wenig Action über die Runden – oder besser: Der Fokus liegt gerade nicht auf  diesen Parts. Es ist viel mehr so, dass sich aus der Prämisse eine wirklich selbstständige, tiefergehende Geschichte entwickelt, die das Superheldengenre revolutioniert haben muss. Gealterte Superhelden, Flashbacks auf ihre goldenen Jahre, die längst fällige Erwähnung, dass es nur Menschen in Halloweenkostümen sind, selbsternannte Wächter, die Resonanz der Gesellschaft darauf, eine mögliche Verschwörung und ein Haufen endgeiler Zitate.

Das Einzige was mir fehlt ist wohl die Gunst es schon früher gelesen zu haben und einer Verfilmung entgegenzufiebern. Aber dennoch, besser spät als nie. Es gibt zwei Namen, die einem wohl obligatorisch im Gedächtnis bleiben müssen: Rorschach und Dr. Manhatten. Der eine blau, der andere hässlich, der eine ein Übermensch, der andere die coolste Sau in Panama den USA. Es sind wahrlich zwei außergewönliche Charaktere erschaffen worden, deren Geschichten mir im Comic am meisten gefallen haben. Meine Lieblingsstelle ist aber unangefochten die auf dem Mars: Dr. Manhattens Märchenstunde.
Doch es kann nicht alles gut sein. Die Geschichte in der Geschichte Tales of the Black Freighter hat mir nicht gefallen und hat eher gestört, auch wenn es simultan die Haupthandlung quasi unterstützt hat. Vielleicht liegt es auch daran, dass mir Piraten einfach nicht so gefallen. Weitere Contrapunkte sind mir aber nicht ersichtlich, denn summa summarum, von der Geschichte zu den Charakteren bis hin zur Erzählweise, kann Watchmen sehr überzeugen und ist einfach zu empfehlen, aber das brauch ich ja eigentlich gar nicht zu erwähnen, oder?

Extremely Loud & Incredibly Close

Oktober 12, 2008























I don’t speak, I’m sorry.























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Stephen King – The Shining

September 19, 2008

Wer meine überaus kranke ‘Review’ über Kubricks The Shining gelesen hat weiß, dass ich sehr, sehr begeistert vom Film gewesen bin. Deshalb musste ich als Stephen King Fan unbedingt noch das Buch dazu lesen. Gesagt, getan. In – für meine Verhältnisse – Rekordzeit habe ich heute nun das Buch zu Ende gelesen und kann guten Gewissens gerade ein Meisterwerk beendet zu haben, dieses wieder ins Regal stellen.
Stephen King ist schon lange einer meiner Lieblingsautoren mein Lieblingsautor und konnte mich immer und immer wieder durch seine Geschichten fesseln. Mit The Shining ist ein Klassiker dabei gewesen, bei dem ich zuerst den Film und den TV-Dreiteiler gesehen habe. Diese Reihenfolge ist sehr ausschlaggebend gewesen, wie ich zu dem Werk am Ende stehe. Durch das Wissen über die Filme hatte ich eigentlich schon die komplette Geschichte noch im Kopf und wusste was als nächstes passiert und sogar am Ende geschieht. Dies hat sich aber keineswegs negativ ausgewirkt. Aufgrund dieser Grundlage konnte ich vieles im Buch mit den Filmen vergleichen. Festzustellen ist, dass sich der TV-Dreiteiler, der – glaube ich – den Titel Overlook Hotel trug, viel mehr an die Buchvorlage hielt als Kubricks Version, die sich in noch viel dunklere Ecken getraut hat. Es gibt immer wieder Informationen, die im Buch vorkamen und in Kubricks Version einen großen Teil einnehmen und viel mehr an Bedeutung gewinnen, wenn man sie in Verbindung mit dem Buch bringt. So zum Beispiel die Zwillinge im Film, die ich unglaublich gruselig fand. Das waren gerade die Töchter vom letzten Hausmeister des Overlooks. Es sind viele kleine Dinge, die einen ins Auge springen, die Kubrick verändert hat und so zu seiner eigenen Version der Geschichte verwandelt worden sind. Eine wunderbare Seite, die ich auch schon in meiner ‘Review’ erwähnt hab, gibt weitere Unterschiede von Film und Buch her, die wirklich interessant sind.

So genial der Film ist, so genial ist auch das Buch, die Vorlage für alles. Stephen King ist einfach ein Meister seines Fachs und kann einfach unglaublich gut erzählen, besonders solche mit Terror überfluteten Geschichten. Ich habe oft abends gelesen und konnte mich nicht zurückhalten als zum Beispiel die tote Frau in Zimmer 217 vorkam. Wohl einer der gruseligsten Passagen im Buch, und das sind nicht wenige! Der Effekt, die Wirkung, dieser Terror, dieser Horror. Ein Gefühl, das man noch lange in Erinnerung behält. So etwas schafft nicht jedes Buch. Genauso interessant waren auch weitere Informationen zur Geschichte der Charaktere. Man erfährt so viel mehr über die Menschen selbst. So zum Beispiel die komplette Hintergrundgeschichte, wie die Torrences eigentlich zu dem Hotel kamen. George Hatfield, der Junge, den Jack verprügelt hat und der in den Filmen nicht vorkam. Viele Dinge, die dieses Werk nur noch grandioser machen, da es gleichzeitig eine viel tiefer gehende Geschichte erzählt als die Filme.
Ich könnte wohl noch so viel über die Unterschiede von Buch zu Film schreiben, aber das tut hier eigentlich nichts zur Sache. Es geht ja nur um das Buch. Und das ist einfach phänomenal geschrieben, von einem Mann, der weiß, wie man Terror in Worte bannt.

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Stephen King – Blaze

August 25, 2008

Blaze, bürgerlich Clayton Blaisdell Jr., ist nicht gerade schlau. Dies hat er seinem Alkoholiker von Vater zu verdanken, der ihn zweimal eine Treppe fallen ließ. Resultierend folgte der Umschwung von einem immer mit einem Buch unter dem Arm habenden, aufgeweckten Jungen zu einem überwüchsigem, eine Delle in seinem Kopf habenden Jungen, der nicht einmal das Prinzip von einfachsten mathematischen Aufgaben kapiert. Nach dem offensichtlichem Defizit an elterlicher Fürsorge ( Blazes Mutter ist drei Jahre nach seiner Geburt in einem  Autounfall gestorben ) wird Blaze in ein Waisenhaus geschickt. Schon früh lernt er die Kunst des Fallenstellens und des Betrugs kennen, die er mit seinem Freund John Cheltzman nach und nach perfektioniert. Es ist schon früh klar, dass Blaze kein anständiges Leben führen wird, im Waisenhaus nicht und auch nicht im späteren Leben. Symbolisch unterstreicht die nächste wichtige Bekanntschaft nach Cheltzman seinen weiteren Lebensweg: George, der Blaze in immer größeren Coups einwickelt und mit ihm eine Menge Geld klaut. George war das Gehirn, Blaze der Körper für die Betrügereien. Doch lange hält dies nicht an, denn George wird bei einer Messerstecherei getötet und hinterlässt Blaze mit dem letzten Coup, den die beiden durchziehen wollten: Ein Baby kidnappen und Lösegeld fordern. Blaze will diese Aktion, auch ohne George, irgendwie über die Bühne bringen. Aber ist Blaze wirklich so alleine? George ist tot, doch lebt er in Blaze weiter. Ihr Spruch: That’s how we roll.

Stephen King hat Blaze, zu Deutsch Qual, vor etlichen Jahren geschrieben, zu der Zeit ( 1966 – 1973 ), in der er neben seinem bekannten Namen auch noch sein Pseudonym Richard Bachman gebrauchte. Es hat viele Jahre gedauert bis King die Story für gut befunden hat und sie endlich veröffentlichen ließ. Blaze ist kein typischer King mit viel Terror und Angst. Eigentlich geht es eher ruhig zu und außer, dass es wieder einmal sehr indivuelle Charaktere gibt und George als Geist noch mit Blaze kommuniziert ist das Buch doch sehr ruhig gehalten. Zum Schluss hin beginnt dann natürlich die Hetzjagd auf Blaze, der den Coup unbedingt alleine durchziehen wollte und mit unüblichen Konsequenzen konfrontiert wird: Er mag das Baby und empfindet viel mehr als für ihn als ein Kidnapper sollte.
King stellt den eigentlichen Bösewicht als Sympathiefigur dar. Er ist zwar dumm und hat nicht gerade ein Modelgesicht mit seiner Delle, aber auf seine Art lieb und naiv. Vielleicht ist es ja auch gerade die Dummheit, die ihn so sympathisch macht, verstärkt wird dies durch seine Aktionen, die unüberlegt und simpel verlaufen. Auch, dass er auf einmal das eigentlich fokussierte Lösegeld im Hintergrund seiner Gedanken lässt und sich viel mehr um das Baby kümmert, sind Punkte, die den Leser dazu bringt mit ihm zu fühlen und ihm bei der Verfolgungsjagd die Daumen zu drücken. Ob er fliehen kann oder nicht ist eigentlich offensichtlich. Leider.

Imho: Blaze ist zwar nicht gerade die Terror-Geschichte, die man von Stephen King ( oder Bachman ) kennt und erzählt leider eine zu durchsichtige Story, kann aber wieder einmal mit Charakteren glänzen, die man so nicht kennt.

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Zadie Smith – On Beauty

August 7, 2008

On Beauty lag nicht in meinem Bücherregal. Nein. Auf einer Odyssey durch meine vier Wände auf der Suche nach Büchern, die ich lesen könnte, bin ich auf On Beauty gestoßen. Ein Cover verziehrt mit Blumen verschiedener Farbe. Und wenn man micht kennt: Ich steh auf geile Cover/Poster/etc…erstmal das oberflächliche geil finden, dann kann man doch auch mal weiter hineinschauen, was es sonst noch so zu entdecken gibt. Und ich hab es sogar angefangen – 10 Seiten gelesen und, naja, es war ok. Eigentlich nicht gerade meine typische Genrewahl, aber wayne.

On Beauty wird als wonderfully funny, astonishing, hugely impressive und natürlich beautiful bezeichnet. Den Orange Prize for Fiction 06 hat es sogar auch gewonnen, auch wenn mir diese Auszeichnung kein bisschen bekannt vorkommt. In On Beauty werden zwei Familien näher beleuchtet und wie sich verzwickte Affairen und Liebschaften das Leben der anderen immer wieder beeinträchtigen und Stück für Stück zerstören. Es gibt daher viele Charaktere, die man erstmal kennenlernen muss. Kern und Angelpunkt ist aber eigentlich Howard Belsey, 57, und hat seine Frau Kiki betrogen. Und das ist erst der Anfang…

Was mir Probleme bereitet hat, war die Vorstellung der Figuren. Vielleicht liegts einfach nur an meinem mittelmäßigem Vorstellungsvermögen, aber ich hab zum Beispiel Kiki immer als dünne Frau gesehen, obwohl sie eher fülliger ist. Es kann auch sein, dass ich im Innern auch einfach etwas gegen Dicke hab. Ist ja auch egal. Das Aussehen der Figuren hat bei mir immer geschwankt, der Charakter jedoch war immer klipp und klar. Zadie Smith kann und hat mit ihrer Schreibweise eine so natürliche Art und Weise geschaffen mit der die Personen sprechen, dass es stets sehr glaubwürdig rüberkommt. Man nehme nur die slangmäßig abgekürzten Wörter, die man sehr häufig von Afro-Amerikanischen Personen zu hören bekommt. Und es sind hauptsächlich Afro-Amerikaner im Buch vertreten, sodass Howard als fast einziger Weißer auch schon mit seiner Hautfarbe sehr im Mittelpunkt steht.

Dass Zadie Smith richtig gut schreiben kann ist keine Frage. Man kann auch die doch sehr dicht gefüllten Seiten flüssig hindurchlesen – ein Problem könnte die Masse doch darstellen, da ich recht häufig kleine Pausen machen musste und zugegebenermaßen mich auch manchmal durchkämpfen musste.
So, der letzte Punkt wäre jedoch ein negativer, da Smith einen kleinen Teil eines Familienmitglieds erzählt, diesen aber abbricht und dann im nächsten Kapitel zu einem anderen wechselt. Manchmal hatte ich doch mehr Lust gehabt weiter über die gerade gelesene Situation mehr zu erfahren…

Imho: On Beauty ist glaubhaft und schön geschrieben, die Charaktere sind authentisch und die Konflikte anspruchsvoll. Lesenswert =)

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