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The Prisoner | You Only Think You Are Free

November 27, 2009

The Prisoner ist eine Mini-Serie, die sechs Episoden umfasst und die Thematik der gleichnamigen Originalserie aus dem Jahre 1967 aufgreift und in die moderne Welt einführt: Ein Mann wacht im Nirgendwo auf, ihn umgibt Sand, man weiß nicht was geschehen ist, was gerade passiert und was passieren wird. Er findet eine Stadt, ein Dorf. Nach kurzer Zeit wird ihm klar, dass es nur dieses Dorf zu finden gibt, denn der Taxifahrer, den er ordert, nach New York zu fahren, kennt diese ominöse Stadt nicht. Grund dafür ist: There is only „The Village“. The Village also, der einzige Ort auf Erden – wenn es sich denn um die Erde handelt. Noch mysteriöser wird es, als sich die Leute nicht bei Namen nennen sondern mit Zahlen ansprechen. Jeder in dem Dorf hat eine Zahl, gerade diese repräsentiert ihren Namen. Der Mann, um den es in The Prisoner geht, wird „6″ genannt. 6 (James Caviezel) ist verloren in einer Welt, die er nicht kennt. Einziger Anhaltspunkt zu „seiner“ Welt ist Number 2 (Ian McKellen), der wichtigste Mensch in The Village, der, der was zu sagen hat und der, auf den alle Bewohner heraufschauen. 2 scheint was zu verheimlichen und 6 will wissen was. 6 will raus. Er kann aber nicht, er weiß nicht wie. Er ist gefangen.

Es sind sechs Episoden, die anfangs verwirrender nicht sein könnten und im Zuge der Handlung an Klarheit gewinnen. Doch auch am Ende wird man sich vielleicht noch an den Kopf packen und sich fragen, was man denn hier sechs Stunden lang geschaut hat. Es ist eine Geschichte über die Kraft der menschlichen Imagination, die Ausweglosigkeit der Gedankenwelt und die Verbindung zur realen Welt. Gefangen im eigenen Körper, ein Gefangener seiner selbst.

In moderner Aufmachung und schnellen Schnitten, mit Flashbacks und der Macht des Mysteriums á la Lost begibt sich The Prisoner auf  Terrain, welches sich nicht in seiner Komplexität verliert, sondern den Zuschauer zum Nachdenken anregen wird. Über die chaotisch reale Welt, den Lärm, den es beinhaltet und den Stress; Über die Flucht in eine neue Welt, in der es geregelteres Leben gibt, einfacheres, aber auch sinnloseres. Gerade die Zahlen in The Village sind identitätsberaubend und lassen die Bewohner als kleine Spielfiguren oder Puppen darin leben. Mit 6 ändert sich jedoch die Gefühlslage und die Atmosphäre in der mit Sand umgebenen, perfekten Welt. Rebellion der Spielfiguren? 2 gefällt das gar nicht.

Es sind nur sechs Episoden, die man sich ohne Bedenken anschauen kann. Bedauerlicherweise ist mir das Original nicht bekannt, welches nach einigen Meinungen düsterer und besser sei als das Remake. Nichtsdestotrotz kann ich die aktuelle Version dieses interessanten Gedankengefängnisses empfehlen, und sei es wegen der ansprechend gespielten Rollen. Allen voran Ian McKellen, seine Interpretation des 2 ist wunderschön kaltblütig und grausam, die Art, die voneinem Lächeln begleitet wird.

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Up – Up, Up, Up

November 10, 2009

UP

,,This is another masterwork from Pixar, which is leading the charge in modern animation“ (Roger Ebert, Chicago Sun Times). ,,Up is a breathtaking ride into the realm of pure imagination.“ (Peter Travers, Rolling Stone). Der Lob geht noch viel weiter. Gründe sind genug gegeben. Die Vorstellungskraft Pixars ist wirklich überragend, schaut man auf die beeindruckende Vita, die Vielfältigkeit, Einfallsreichtum und Können zeigt. Nicht immer funktioniert die Pixar-Magie, wie man es bei dem nur guten Ratatouille gesehen hat, was aber direkt durch den putzigen Roboter Wall-E wett gemacht wurde. Nun steht Pixar wieder bereit, in Form von Pete Docter und Bob Peterson, die Zuschauer zu begeistern oder einfach „nur“ zu unterhalten. Up ist das neueste Animationsspektakel der populären Schmiede. Hält Up, was sehr viel Kritiker schrieben und Bewertungen voraussagten? Leider nein. Die internationalen Kritiker übertreiben ein wenig. Lars-Olav Beier schreibt schön in seiner Spiegel-Kritik: ,,Diese Reise ist überaus vergnüglich und macht mehr als zwei Drittel des Films aus. Doch der emotionale Höhepunkt von „Oben“ ist da schon lange vorbei. Der ist erreicht, wenn der Held an seinem Tiefpunkt ist.“ Und so siehts aus.

Die Reise von dem die Rede ist, ist die von Carl Fredricksen. Dieser war schon in Kindesalter sehr begeistert vom Abenteuerer Charles Muntz, sein großer Held, der in Südamerika Sachen entdeckt zu haben scheint, die nicht auf Erden zu exestieren scheinen. So entflammt auch in Carl eine Leidenschaft für Südamerika, es wird sein Ziel eines Tages das sogenannte Paradise Falls zu besuchen. Diesen Gedanken hätte er jedoch nicht stets in seinen Gedanken eingebrannt, wäre nicht Ellie, seine (verstorbene) Ehefrau, die er seit seiner Jugend kannte und die die gleiche Leidenschaft für Abenteuer besaß.
Doch seit Ellies Tod ist da nichts mehr mit Leidenschaft. Mürrisch, grau, einsam, so sieht Carls neues Leben aus. Als dann noch die moderne Welt in sein Leben tritt, sein liebgewonnes Haus für den Drang nach mehr Wolkenkratzern eintauschen möchte, hat Carl genug. Er installiert unzählige Ballons an sein Haus und streckt buchstäblich den hohen Immobilientieren die Zunge raus und verschwindet aus dieser lauten Welt, mit dem Ziel: Paradise Falls.

Auf dem Weg begleitet ihn der kleine Pfadfinder Russel, der sich im unteren Teil des Hauses versteckt hielt, als Carl die Ballons losließ. Dieser kleine Junge steht auch schon für das Ende der emotionalen Ebene, die Up zu bieten hat. Die so hochgelobte erste Viertelstunde, in der Carls bisheriges Leben erzählt wird, ist nun zu Ende. Was dann folgt ist vorhersehbares, exzellent animiertes Kino ohne Herz. Wer den Trailer zum Film gesehen hat, wird auch genau das bekommen, mehr aber auch nicht. Es folgt ein Abenteuer, das manchmal schnell, manchmal schleppend erzählt wird. Dieses Abenteuer wird durch eine komische Wendung rund um Carls Kindheitsheld Muntz geprägt, die nicht selten einfach nicht zu passen scheint. Der Humor verfällt dem Catchphrase „No“ von Carl, wenn Russel um etwas bittet und dem verspielten Palaver, das Russel von sich gibt. Da wundert es nicht, dass neben diesem etwas einfallslosem Humor, ein einfacher, überraschender Kehllaut eines exotischen Vogels den lautesten Lacher hervorbringt.
So negativ das auch klingt, Up hinkt weit hinter seinem Lob hinterher und das hinterlässt einen enttäuschenden Beigeschmack. Dadurch dass der Hype und die Erwartungen nach Wall-E einfach zu groß waren, gerät Up ein wenig in die Bedroullie. Aber immerhin nur ein wenig, denn ohne den Hype ist Up nämlich immernoch unterhaltsam, wenn auch herzloser als erwartet. Der Film kann unterhalten, ist mal wieder mit einer wichtigen Aussage und Moral konnotiert und beinhaltet interessante Charaktere bzw. Tiere. Am Ende ist es dennoch enttäuschend eine verquirlte Story zu bekommen, die nicht so richtig aufzugehen vermag.

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Californication – Season 1

Oktober 5, 2009

californication

Das große Bild, das Californication in seiner ersten Staffel beherbergt, ist das eines narzisstischen Schriftstellers, der sein süffisantes Lächeln nur ungern versteckt, wo es doch gerade so gut bei den Frauen ankommt. Sein Charme und gewählte, freche Rhetorik lassen seinen moderaten Körperbau bei dem anderen Geschlecht vergessen und in fast jeder der insgesamt zwölf Episoden umschließen seine Arme eine andere Frau in seinem Bett. Hank Moody (David Duchovny) ist ein wahnsinns Schriftsteller – dessen Werke man leider nie zu Gesicht bekommt – und ein wahnsinns Frauenaufreißer. Hank hat jedoch eine Schreibblockade, eine, die Jahre überdauert und ihn und seine Umwelt merklich herunterzieht. Ob seine menschlichen Eigenschaften reziprok zu seinem Lebensstil sind? Ja, das sind sie wohl. Er lebt sein Leben, Tag für Tag, trinkt seinen Whiskey, raucht seine Zigaretten und trifft die nächste Frau für eine Nacht.  Er ist Single, momentan. Er war es aber nicht immer. Seine große Liebe gibt es und sie ist immernoch präsent in seinem Leben, was die Sache um einiges komplizierter macht, auch wenn es für Hank das Einfachste der Welt ist. Sein Manifest beinhaltet die erneute Eroberung seiner Liebe Karen (Natascha McElhone), die jedoch einen Neuen hat, den sie vorhat zu heiraten. Nicht zu vergessen wäre ihre gemeinsame Tochter Rebecca (Madeleine Martin), die zwischen dem Ganzen Hin und Her zurecht finden muss und oft enttäuscht und allein gelassen wird. Wenn es denn so einfach wäre, wie Hank es sich repetitiv vorstellt und Karen vorspielt. Er liebt sie, sie liebt ihn? Es bleibt in einem Schwebezustand, was zwischen den beiden passiert, interessant wird es apodiktisch gen Ende der Staffel, Episode 12 The Last Waltz, die Klimax des ganzen Tumults.

An diesem Punkt ist Californication noch recht verhalten, beruht auf versierten Dialogen und lakonischen Handlungssträngen. Exorbitant wird es erst, wenn man Nebencharaktere heranzieht. Allen voran Mia (Madeline Zima), die 16 jährige Tochter von Bill, dem voraussichtlich zukünftigen Ehemann von Karen. Diese von Hank als Soziopathin bezeichnete kleine, große Göre ist eine egozentrische, teuflische junge Frau, die schon mit ihren wenigen Lebensjahren mehr von Manipulation zu verstehen vermag als manch anderer. So unglücklich die Beziehung von Hank und Karen verlaufen musste, so erreicht Hank seinen Tiefpunkt an dem Abend, an dem er mit Mia – jedoch im Zustand kompletten Unwissens ihres Alters – geschlafen hat. Dass diese Soziopathin von da an jede Gelegenheit nutzt, um Hank zu necken und in Beinahe-Schwierigkeiten zu bringen ist nicht nur wahrscheinlich, sondern in jedem Fall abzusehen.

Der Zuschauer hat jedenfalls seinen Spaß mit anzusehen, was mit Hank geschieht. Sei es eine nicht zurückgerufene ONS-Nummer, die ihre Wut in einem Boxkämpfchen an ihm auslässt oder eine Situation, in der er eine Prostituierte vernascht und danach unglücklichlicherweise kein Bargeld parat hat, sodann von einem netten Mann vermöbelt wird. Ja, das Leben meint es nicht immer gut mit Hank Moody. Sein Lächeln erhält er jedoch stets auf in seinem Dreitagebart-Gesicht. Mit genug Empathie kann man auch sehr gut mit ihm mitfühlen, so viel, wie ihm im Laufe der Staffel passiert. Denn er ist nicht immer so, so draufgängerisch. Es gibt ruhige Momente, die die aufrichtige Seite von Hank zeigen. Diese sind häufig in Situationen mit seiner Tochter und Karen anzutreffen, seiner Familie. Gerade in diesen Momenten schaltet die Serie vom üblichen, impertinenten „Fuck me“-Grundton zum ehrlichen, liebevollen Ton um. Es gibt nicht viele von diesen Momenten, denn die Serie lebt nunmal von den neckischen Dialogen rund um das Thema Sex.

Dieses Thema findet sich auch bei Hanks Agenten und bestem Freund Charlie (Evan Handler), der in seiner Ehe keinen sexuellen Reiz mehr sieht und sich in seine Assistentin Dani (Rachel Miner) verguckt, die ihn auf eine andere, besondere Art erregt. Diese ist nämlich Mitglied bei den SuicideGirls und steht nicht auf den normalen, langweiligen Beischlaf. Etwas überheblich lässt Charlie sich auf ein Spielchen mit Dani ein und hat die Folgen, die auf seine Ehe einfließen, zu tragen. Doch das geschieht nicht in einem dramatischen Ton, das ist nicht der Stil, den Californication herüberbringen will. Es gibt sehr wenig Drama, wo es im Vergleich bei anderen Serien wahrscheinlich schon mit Streichern im Hintergrund zelebriert werden würde. Nein, die erste Staffel ist leichtfüßig und zwingt sich nichts auf. Ein wenig büßt die Staffel in dieser Hinsicht jedoch ein, denn manche Geschehensabläufe werden nicht angesprochen, obwohl sie schwerwiegend für die Charaktere sein müssten. So bleibt zum Beispiel Mias Exzess in der Wohnung ihres Lehrers unkommentiert. Und auch sonst wirkt alles etwas zu fantastisch, für Hank läuft alles einfach immer wunderbar, egal was passiert. Ein Wermutstropfen, der schwer abzuschütteln ist, die erste Staffel Californication gleichwohl nicht eminent unamüsant erscheinen lässt.

_____[ * * * ½ . ]_____

Jeder Soldat unter meinem Kommando schuldet mir 100 Nazi-Skalps. Und ich will meine Skalps!

August 28, 2009

ingloriousbasterds

Der folgene Text beinhaltet Spoiler.

In einem Interview mit dem Magazin SPIEGEL fordert Quentin Tarantino seinem Gegenüber auf:,,Nennen Sie mir ein Beispiel für eine unglaubwürdige Szene!“ Ob es tatsächlich keine unglaubwürdige Szene in Inglourious Basterds gibt, sei mal irrelevant. Interessanter ist, dass Tarantino selbst fest davon überzeugt ist, dass alles was er auf der Leinwand präsentiert irgendwie plausibel zu erklären ist. Subjektiv kann alles für einen selber schlüssig sein. So ist auch Tarantino ein regelrechter Individualist, der in seiner eigenen kleinen Welt lebt und sein Ding dreht. Dass das nicht immer positiv ist, kann man sich beim impulsiven Tarantino denken. So stellen sein Filme oft eine Liebeserklärung an sich selbst und versuchen möglichst cool ihre – manchmal abgefahrenen – Geschichten zu erzählen. Der letzte Streich vor zwei Jahren, Death Proof, war eine langweilige Gurke von einem Film, das nur ansatzweise unterhalten konnte und sich in seiner Belanglosigkeit verlor. Nun hat sich Quentin Tarantino ein etwas interessanteres Terrain ausgesucht, an einem Ort und in einer Zeit, das man ihm in erster Linie bestimmt nicht zugetraut hätte. Wir sprechen vom Nazi besetzten Frankreich im Jahre 1941…

Es sind zwei Handlungsstränge die sich durch Inglourious Basterds ziehen. Zum einen ist da Shosanna Dreyfus (Mélanie Laurent), die sich mit ihrer Familie unter der Bodendiele eines Bauern vor den Nazis versteckt. Als diese doch von Oberst Hans Landa (Christoph Waltz) entdeckt und hinterhältig hingerichtet werden, kann nur Shosanna entfliehen. Sie baut sich sodann eine neue Existenz als Kinobesitzerin auf und schwört den Nazischergen Rache. Zeitgleich gibt es noch die Basterds, eine Gruppe bestehend aus gewalttätigen Juden und Deutschen, die ihr Vaterland verraten haben. Angeführt von Aldo Raine (Brad Pitt) sind diese darauf spezialisiert Nazis zu töten. Jede. Menge. Nazis.

Dass das alles in einem fulminantem Feuerwerk kollidieren und am Ende aufs Übelste zelebriert wird ist selbstverständlich für den selbstverliebten Regisseur. Quentin Tarantino nimmt ein Stück dunkler Zeitgeschichte und peppt sie mit schrägen Charakteren auf, achtet nicht auf historisch zutreffende Fakten und beschert dem Zuschauer eine Show, die hauptsächlich daraus besteht die Bösen zu töten, zu skalpieren, ihnen ein unentfernbares Mal auf die Stirn zu verpassen. Fraglich ist hier vielleicht, wer überhaupt die bösen Buben sind. Etwas weiter im SPIEGEL Interview lautet Tarantinos Aussage:,,Everybody is everybody. Es gibt keine eindeutig Guten und keine eindeutig Bösen in diesem Film.“ Und das ist wohl wahr. Genau so wie die Nazischergen die Juden eliminieren, so brutal gehen die Basterds gegen sie vor. Kleines Highlight wird wohl die Szene mit dem sogenannten Bärenjuden (Eli Roth) sein, einem berüchtigten Juden, der seine Opfer mit einem Knüppel niederschlägt. Der Nazi-Offizier, der von ihm niedergestreckt werden soll ist ein stolzer Soldat, der keine Angst hat und aufrichtig für sein Vaterland sterben wird. Und wie er für sein Vaterland sterben wird. Doch bevor sein Kopf grotesk bei jedem Schlag auf dem Boden auf und ab hüpft, das Blut herausquillt und alle Basterds genüsslich zuschauen, wird dieser noch von Aldo Raine verhört. In diesem Dialog nimmt sich Tarantino die Zeit, die Bockwurstparty steigen zu lassen, Sauerkraut zu verteilen und die Deutschen auf die allgemein bekannten Vorurteile zu typisieren. Witzig. Sehr witzig sogar. Dass Brad Pitt schräge Typen spielen kann ist zumindest seit Burn After Reading klar. Auch hier legt er eine weitere exzellente Performance ab, mit seinem Oberlippenbart und seinem imposanten Auftreten.

Schauspielerisches Highlight stellt aber ohne Frage Christoph Waltz dar, der den Oberst Hans Landa mimt. Er ist ein präziser, eindringlicher Detektiv, der sein Handwerk versteht. Er wird der Judenjäger genannt und das nicht ohne Grund, denn zweifelsohne ist Landa ein gewitzter, sehr intelligenter Mann, spricht fließend französisch und italienisch und ist so furchterregend charismatisch. Mit einem Lächeln umklammert er seine Zielpersonen und erhöht die Intensität eines Gesprächs von Wort zu Wort. Hier punktet Tarantino wahrlich mit der Auswahl seiner Schauspieler, die ihre Wurzeln passend zur Geschichte in Deutschland bzw. Österreich haben. Er begnügt sich nicht mit Amerikanern, die dann im Film Englisch reden müssten, denn das würde die ganze Atmosphäre zerstören. Er macht nicht diesen Fehler und lässt seine Zuschauer Untertitel lesen, was man für einen guten Film desöfteren einfach machen muss.
Andere bekannte deutsche Namen sind Daniel Brühl, der eine ungewohnt penetrante Rolle spielt, sodann auch etwas nervt; Diane Kruger, die im Vergleich zu Brühls Rolle hochgradig nervig ist, aber vielleicht ist es auch wirklich so gewollt; Til Schweiger, der Nazikiller Hugo Stiglitz, spricht kein Wort, kann dabei auch nicht allzu viel falsch machen; Michael Fassbender, der eine akzeptable Leistung ablegt und besonders in einer Auseinandersetzung mit Major Hellstrom (August Diehl) punkten kann. Etwas fragwürdig sind die Cameos von Bela B. als Platzanweiser im Kino, Mike Myers als General Ed Fenech und Volker Michalowski (aus Zack! Comedy nach Maß) als deutscher Soldat. Es gibt sicherlich noch weitere bekannte Gesichter, aber gerade diese haben mich ein wenig überrascht und ließen mich den Film über erstaunt zurück.

Die Untertitel wurden schon erwähnt und für sehr gut befunden, aber dennoch bleibt es auf der anderen Seite ein Dorn im Auge, wenn man in der deutschen Fassung einige Dinge synchronisiert und anderes widerum nicht. So meine ich, dass Christoph Waltz zuerst synchronisiert wurde, wenn er Deutsch gesprochen hat und ein andern Mal einfach nicht, da er unter Deutschen gesprochen hat. Auch Diane Kruger hörte sich ab und zu etwas arg angestrengt an. Das kann man aber getrost ein wenig verdrängen, blickt man im Gesamtbild auf eine sehr gute Arbeit seitens der Synchronsprecher und dem Film, das zum Glück einfach Untertitel verwendet.
Auditiv kann sich auch der Soundtrack hören lassen, für den Tarantino wirklich ein Händchen hat. Hauptsächlich sind Werke von Ennio Morricone zu hören, die die Szenen verstärken und ein Stück vitaler, aufregender gestalten.

Wie in jedem Tarantino wird auch hier viel gesprochen, über dies und das, aber dieses Mal um einiges spitzfindiger als z.B. in Death Proof. Die Verhöre bzw jeder Dialog mit und von Hans Landa gehören zu den Highlights des Films, da sein Charakter durch seine eindringlichen Fragen geformt wird und diese die Atmosphäre zielgerichtet anspannen. Aber auch seine ulkige Seite kommt spätestens zum Ende in einem Gespräch mit Aldo Raine zum Vorschein, etwas übertrieben, aber nichtsdestotrotz sympathisch, obgleich es fraglich erscheint, ob man mit diesem Mann sympathisieren sollte oder nicht.
Tarantino weiß auch, wie man diese Gespräche geschickt inszeniert. Sein Können zeigt er direkt in der ersten Sequenz mit dem Bauern, der die Familie Dreyfus versteckt hält. Hauptaugenmerk liegt natürlich auf dem Gespräch, aber auch die Kamera zeigt hier jede einzelne Regung und Reaktion, das Hin und Her zwischen den beiden Gesprächspartnern und die Augen der sich unter der Bodendiele versteckenden Juden.
Nichtsdestotrotz kann Tarantino es auch hier wieder nicht sein lassen seine Selbstverliebtheit zu zeigen. Man merkt, dass er sichtlich Spaß daran gehabt haben musste. Die kleinen Pfeilchen, die auf bestimmte Personen zeigen und deren Namen preisgeben oder die eingeschobene Sequenz, in der Hugo Stiglitz mit großem Tammtamm vorgestellt wird. Alles kleine Spielereien, die einfach zu verspielt sind. Es hat nur noch gefehlt, dass Tarantino selbst ein kleines Cameo als Basterd hinlegt. Immerhin ist es zum Glück nicht dazu gekommen. Auch, dass die ganze Basterd Geschichte eigentlich komplett hinfällig ist und nur dem spaßigem, gorelastigen Teil des Films dient, kann man ihm anrechnen. Aber um ehrlich zu sein hätte man ohne diese einen zu ernsten Film gehabt und nur den Racheplot von Shosanna im Visier, was doch sehr schade gewesen wäre.

Inglourious Basterds ist bei weitem einer der gewagtesten Filme dieses Jahres und spricht ein dunkles Kapitel der Geschichte an, wuschelt dessen fiktive Haare und gibt ihm einen kleinen Klaps auf die Backe. Oder doch eher einen Schlag ins Gesicht. Das Wort ,,Meisterwerk“ werde ich – wie viele andere es schon getan haben – sicherlich nicht verwenden, dafür gibt der Film für mich zu wenig her. Das heißt aber nicht, dass Inglourious Basterds nicht gut war, er war sogar sehr gut. Wäre Aldo Raine real, würde er den Film lieben, seine hundert Nazi-Skalps hätte er sicher.

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Better Off Ted – Season 1

August 25, 2009

betteroffted

Veridian Dynamics. Einer der fortschrittlichsten Firmen der Moderne, immer auf der Suche nach den neuesten Technologien, um das Leben des normalen Menschens bis zum Militärspezialisten einfacher zu gestalten. Dass solche bahnbrechenden Ideen nicht jedem x-beliebigen zukommen, ist Prämisse für diese zusammengewürfelte, komische, sympathische Serie namens Better Off Ted. Der Namensgeber ist Strahlemann und Alleskönner Ted (Jay Harrington), dem anscheinend alles gelingt, das beste aus jeder Situation macht und mit jedem seiner Mitarbeiter zu Recht kommt. So wie im beruflichen Leben gelingt ihm auch einiges privat mit seiner Tochter Rose (Isabella Acres), die er auf die richtige (bzw seine) Bahn lenken will und nur das Beste für sie will, da er nur sie zu Hause hat, da seine Frau  ihn für die Zukunftsvision einer besseren Welt in Afrika verlassen hat. Für einen Typen wie Ted gibt es aber natürlich noch weitere Frauen im Leben, was sich in Form von Linda (Andrea Anders), Angestellte von Veridian Dynamics und sein ständiges love interest und Veronica (Portia de Rossi) zeigt, die sein harter, strenger, gewitzter, durchgreifender Boss ist.
Da die Comedylandschaft durch The Big Bang Theory mit sympathischen Nerds bereichert wurde, dürfen auch hier die Spezialisten nicht fehlen, die die ganzen Technologien austesten und entwickeln. Die dafür Zuständigen sind Lem (Malcolm Barrett) und Phil (Jonathan Slavin), die wie so oft in ihrer eigenen Welt leben, den Draht zu den Laien aber durch ihre Experimente nicht verlieren.

Better Off Ted ist eine Comedyserie, der man anrechnen kann, dass sie konstant auf einem guten Niveau bleibt, zeitgleich aber auch negativ auffällt, da sie das normale Maß an Unterhaltung nicht überschreiten kann. Immerhin kann es wirklich stets ein paar Lacher garantieren, besonders bei den Werbespots von Veridian Dynamics, die jeweils in der Mitte jeder Episode gezeigt werden. Die Charaktere sind allesamt sympathisch und halbwegs originell gestaltet. Allen voran kann Portia de Rossi als Chefin Veronica überzeugen, da sie noch die ausgeflippteste Persönlichkeit besitzt, auch wenn dies nach ihrem äußerem Erscheinungsbild nicht anzunehmen ist. Zum Ende hin (Episode 13 Secret and Lives) wird ihr aufgebauter Status gefährdet, aber Veronica wäre nicht Veronica, wenn sie nicht auch diese Hürde professionell handhaben würde.

Etwas zu erzählen hat Better Off Ted eigentlich nicht. 13 Episoden, die einen Einblick in die Firma und ihren Mitarbeitern bietet. Diese reden, streiten, ärgern und lieben sich gegenseitig. Am Ende blickt man aber dennoch auf eine recht turbulente Firmenfamilie, bei der man die Hierarchie getrost vergessen kann. Einzig  Ted hebt sich etwas ab, da er á la Malcolm Mittendrin ab und zu in die Kamera blickt und das Geschehen kommentiert und erklärt.
Better Off Ted ist eine wirklich nette Serie, die man sich nebenbei mal anschauen kann, mehr aber leider auch nicht. Prädikat: Gut.

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