Reign Over Me

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Abgeschottet und einsam lebt Charlie Fineman (Adam Sandler) in seiner Wohung, vertreibt sich die Zeit mit Musik und Spielen. Er hat seine Familie beim Anschlag am 11. September verloren und kann die Trauer nicht verarbeiten. Als er zufällig auf der Straße von seinem alten Collegefreund Alan Johnson (Don Cheadle) angesprochen wird erhält er dessen Hilfe, um wieder ein normales Leben führen zu können.

Mike Binder, der selbst einen Cameo-Aufritt im Film hat, kommt eigentlich ganz einfach um das heikle Thema des Anschlages herum, indem er seine Schauspieler wenig darüber aussagen lässt. Und das ist auch gut so. Das Augenmerk ist auf Charlie gerichtet, der den Zuschauer erfahren lässt wie er damit fertig wird. Im Hintergrund bleibt das Wissen seiner Vergangenheit und dient als Basis für das Verständnis seines Verhaltens.

Ausgerechnet ein Komiker soll in die Rolle von Charlie schlüpfen. Eine Idee, die bei den meisten wahrscheinlich negative Aussichten hervorruft, aber zugleich bestimmt auch Interesse weckt. Adam Sandler („Mr.Deeds“, „50 erste Dates“) hat mit seiner ernsthaftesten Rolle zu tun und kann im Großen und Ganzen bestehen. Er spielt seine Rolle gut, akzeptabel. Man sieht ihn einfach liebend gern in Komödien, seinem Genre, aber nach „Klick“ bewies er auch, dass er auch andere Facetten von seinem schauspielerischen Können zeigen kann. Und das ist auch gut so, denn es ist interessant mitanzusehen wie sich ein Genre-Schauspieler in anderen Gebieten schlagen kann.

Don Cheadle („L.A. Crash“, „Ocean’s“-Reihe) dürfte keine Probleme gehabt haben, da er in seiner Rolle stets überzeugt. Genau so Jada Pinkett Smith („Matrix Reloaded/Revolution“) als fürsorgliche Frau oder Liv Tyler („Der Herr der Ringe“) als mitfühlende Psychaterin.

„Reign over me“ oder zu Deutsch „Die Liebe in mir“ wird als Drama betitelt, hat davon auch reichlich, wird aber immer von humorvoll angehauchten Szenen gehämmt. Das kann als Auflockerung angesehen werden, wird aber den ganzen Film über durchgezogen und wirkt manchmal eher unpassend. Auch die Länge von zwei Stunden kommt einem lang vor, besonders wenn man bedenkt, dass der Sub-Plot mit Donna Remar (Saffron Burrows), die eigenartige Patientin von Alan, auf langer Sicht sogar etwas unnötig war und dem Film nicht weiter bringt. Natürlich hat Donna noch eine Rolle im späteren Verlauf, aber Manches hätte man kürzen können.

Auch die Musik ist oft keine Unterstützung der laufenden Handlung, eher eine unpassende Hintergrundmelodie, die einserseits wieder die witzigen Seiten hervorhebt und andererseits als einfach Überleitung zur nächsten Szene dienen. Zum Schluss jedoch bessert sich alles und kann den Film wunderbar mit Pearl Jams „Love, Reign O’er Me“ zum Abschluss verhelfen.

Alles in allem bekommt der Zuschauer etwas Drama mit humorvollen Einlagen zu sehen, was dem Zuschauer aber im Nachhinein nichts bringt. Man hat nichts woran man sich festhalten könnte, alles ist etwas vage und nicht klar genug. Wenn man schon so ein Thema anspricht sollte man es auch angemessen weiterführen. Nichtsdestotrotz, eine durchschnittliche Empfehlung und einen Blick für Interessierte ist der Film sicherlich wert.

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__________55% aka 5/10__________


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