Memories of Murder

1986: In einem kleinen Dorf in der Gyunggi-Provinz werden zwei Frauenleichen gefunden. Die Detektive Doo-man Park (Kang-ho Song) und Yong-koo Cho (Roe-ha Kim) ermitteln im Mordfall. Unterstützt werden sie, wenn auch ungewollt, vom Seouler Detektiv Tae-Yoon Seo (Sang-kyung Kim). Erst versuchen sie Verdächtige zu einem Geständnis zu zwingen, bringen sogar selbstgefälschte Beweise ins Spiel, doch das Alles führt zu nichts. Seo hat hingegen bessere Untersuchungsideen und kommt dem Mörder immer ein Stück näher.

Wenn man „Memories of Murder“ liest denkt man an einen seriösen Polizeithriller, der mit viel Intelligenz und Reife die Geschichte eines Mörderers erzählt. Teilweise stimmt das sogar, aber man hätte nicht vermutet, dass der Film am Anfang so rein gar nicht in dieses Bild passt. Es wird eine große Ladung Humor mit hineingebracht, welches das ernste Thema viel harmloser erscheinen lässt. Doch „Memories of Murder“ ist keine Persiflage der altbekannten koreanischen Polizeifilme, im Gegenteil. Es wird eine wunderbare Lösung gefunden die verschiedenen Richtungen zu erzählen ohne, dass eines überwiegt.

Der Humor kommt von Seiten Park, der mit seinen Untersuchungen die komischten Gestalten ins Licht bringt und sie versucht zu Geständnissen zu überführen, obwohl sie ganz sicher nicht die Mörder der Frauen sind. Auch seine Ideen, die zur weiteren Ermittlungsergebnissen führen sollen sind so lächerlich, dass sie einfach nicht ernst genommen werden können. Ein Beispiel wäre die Benutzung von Zaubern, die das Gesicht des Mörders erkennen lassen sollen, wenn man sie mit einer bestimmten Mixtur mischt. Kombiniert mit der typisch, herrlich witzigen Spielart der asiatischen Schauspieler ist die erste Hälfte des Filmes ziemlich amüsant, so dass man nicht einmal bemerkt, dass der Film eine beträchtliche Länge von 130 Minuten hat.

Die zweite Hälfte ist wesentlich düsterer und ernster, da ein Hauptverdächtiger geschnappt wird, der allen Anschein nach der Mörder ist. Es wird ab diesem Zeitpunkt viel brutaler und abschreckender, nicht wenig Anteil daran haben die weiteren Mordfälle. Joon-ho Bong gelingt hier ein guter Sprung von witzig auf ernst, der bis zum Schluss die Spannung hält und nicht nachlässt. Besonders das Ende ist einer der Schlüsselszenen im ganzen Film. „Memories of Murder“ schließt nämlich ohne richtiges Ende und ohne einer Lösung ab. Ohne viel vorwegzunehmen, kann man Parks letzten Blick direkt in die Kamera als klare Intention zum Nachdenken ansehen. Die Zuschauer werden angesprochen und müssen erst einmal das soeben Gezeigte begreifen. Diese wunderbare, letzte Aufnahme gibt dem Film in meinen Augen eine neue, andere Bedeutung, an die ich zuvor nie gedacht habe.

Wer den typischen Humor der koreanischen Filme kennt und mag und dabei noch diese Tiefe der Story miterleben will, sollte sich den Film auf jeden Fall ansehen. „Memories of Murder“ ist witzig, zugleich auch ernst und spricht ein Thema an, das jedem zum Nachdenken bringen müsste.

__________8/10__________

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