Theater: Macbeth

Eine mehrheitliche Entscheidung, der Wille nicht zur Schule zu gehen, dafür lieber stundenlang hoch engagierte Schauspieler zuzusehen, wie sie vergeblich versuchen die Stimmung im Saal von der Langeweile zu einem zufriedenem Gefühl, diese Stunden seien nicht umsonst gewesen, und das Einverständnis dafür ganze acht Euro auszugeben, brachte meinen Englisch Leistungskurs dazu, sich in der naheliegenden, wunderschönen Idylle Recklinghausen das Stück anzusehen, welches wir zuvor reichlich durchgenommen haben. „Macbeth“ von William Shakespeare. Ein Meilenstein der Literatur, dessen Zauber bis Heute anhält. Ich kann nicht sagen, dass mir dieses Stück gefällt, viel mehr löst es, wie jedes andere, in der Schule angefangene, Projekt, ein Gefühl der Langeweile und Desinteresse in mir aus. Das Aufeinandertreffen dieses Dramas mit der obligatorischen Schauspielerkunst des Overacting wirft ein noch schlimmeres Licht auf das Medium, welches vor hunderten von Jahren noch unterhielt. Es ist vielleicht meine eigene Schuld, dass ich diese pathetische Art des Spielens nicht achte, sogar lächerlich finde, kann und will dagegen jedoch nichts machen. Schlimm ist es auch noch, wenn man den Hauptbestandteil der Schauspielerriege nicht ausstehen kann, wie es zum Beispiel mit einer Frau im Stück ist, die angeberisch gleich zwölf Rollen auf einmal spielt und stets ihr aufgesetzes, dramatisches Gesicht nicht verlieren kann. Abgesehen davon können die anderen Schauspieler nicht glänzen, eher leiern sie ihre auswendig gelernten Texte herunter und besitzen in keinster Weise eine Verbindung zu den Zuschauern, die sich einen Blutstropfen um die Charaktere scheren.
Desweiteren besaß das Team der American Drama Group, die die Ehre hatte uns alles vorzuspielen, die Dreistigkeit eine Szene zu einer Lachnummer umzuändern. Ein nackter Arsch und lauter unlustige Dialoge wurden geführt, was sogar einige sinngemäß zum Lachen brachte, mich jedoch in Gedanken nur zu diesen einen Buchstaben anregte: wtf.
Na gut, zwei Schulstunden habe ich nun verpasst, mit der Zugfahrt ungefähr elf Euro ausgegeben und ein miserables Stück von einem Stück gesehen. Ob sich das gelohnt hat? Gewiss. Nicht. Eins ist jedoch wieder mal bewiesen: Musicals > Theaterstücke.

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