You won’t believe how it ends. No, in fact, there is no end in sight.

sawv

Fünf Jahre ist es nun schon her, als es anfing. Die Welle des Gores, der Twists, des unaufhörlichen Drangs nach Gerechtigkeit und Erlösung. Jigsaw, die ehrenwerte Figur, der Kämpfer für Gerechtigkeit und der Helfer sondergleichen, wurde geboren, um seinen Masterplan zu vollführen. Und er ist immernoch dabei. Teil Fünf, 5, V. Der nächste ist auch schon in der Mache. Kein Wunder, denn Jigsaw ist noch nicht fertig mit der Welt, sein Masterplan ist nichtmal halbwegs erledigt. Nichts kann ihn aufhalten, nicht einmal der Tod. Unaufhörlich spricht er weitere Tonbänder voll und versteckt diese hier und da, wie der Osterhase seine Eier. Ein ziemlich düsterer Osterhase, der es mit seinem Schweinekopffetisch etwas übertreibt. Dennoch ist Jigsaw, verkörpert – wie in allen Teiler bisher – durch Tobin Bell, noch das beste an Saw V, initiiert er doch ein nostalgisches Gefühl, das einen an die früheren Saw-Zeiten erinnern lässt.

Saw V spielt hier und da und doch nirgendwo. Es werden Szenen aus IV und III gezeigt und sogar ein ‘Opfer’ aus dem ersten. Es wird viel durchleuchtet, aber immernoch nicht alles. Agent Strahm (Scott Patterson) ist auf der Suche nach dem heiligen…Hoffman (Costas Mandylor). Dieser ist nämlich Jigsaw 2.0, wenn nicht sogar 3.0, wenn man Amanda (Shawnee Smith) dazuzählen mag. In IV wurde einiges an Dingen aufgebauscht und unerklärt stehen gelassen. Wie geplant ist dann wohl V gekommen, in dem die Beziehung Jigsaw-Hoffman durchleuchtet und erzählt wird. Ein wenig komisch kommt es einem aber schon vor, dass Jigsaw wirklich so weit hinausplanen kann, sogar noch einen Komplizen an die Leine bekommt und sich dabei bestimmt noch ein paar Asse im Ärmel beibehält für VI.

Parallel zu Strahms Ermittlung verläuft ein Handlungsstrang, der natürlich nicht fehlen darf: Die neuen Spielzeug-Öpferchen in der Jigsaw-Falle, die im Vergleich zu den anderen Teilen ziemlich blass aussehen. Ein Mix aus schon Gesehenem und ziemlich Belanglosem Charakterenquark. Einziger Unterschied: Sie wissen von Jigsaw und seinen Spielchen; Sie versuchen seine Rätselsprache zu durchschauen und einen rationalen Lösungsweg zu finden. Highlight der fünf Auserwählten, die den Parkour ihres Lebens durchlaufen, ist Brit (Julie Benz). Das bekannte Gesicht aus Dexter erscheint hier mit einer ungewohnt dunklen Haarpracht und zeigt leider nur in Maßen, was sie eigentlich auf Lager hätte. So schnell die Fünf voneinander Abschied nehmen, so schnell vergeht einem auch die Lust überhaupt etwas für einen von ihnen zu empfinden. Stattdessen herrscht Gleichgültigkeit gegenüber derer Schicksale, die eh schon besiegelt sind. Allein der Gore-Effekt bleibt nicht aus und weiß immer wieder zu, hmja, ‘überzeugen’.

Neben defizitärer Regiearbeit von David Hackl, musste ich leider auch feststellen, dass V ziemlich an Optik einbüßt. Im B-Movie Style kommen viele Szenen daher und manchmal scheint es sogar so, man sehe hier nicht den fünften Teil einer bisher überzeugenden Reihe, sondern einen von overglow überfluteten Softporno.
Im auditiven Bereich hingegen beschert uns zwar Charlie Clouser wieder das Vergnügen, jedoch hört man dies in der ersten Hälfte des Films in keinster Weise heraus. Immerhin hat das allseits bekannte Theme stets einen ungemein einnehmenden Effekt auf mich.

Im Grunde genommen sieht man sogar Tobin Bell an, dass er keinen Bock mehr auf die Reihe hat. Ich so langsam auch nicht mehr. Die ersten drei Teile waren entgegen aller anderen Meinungen sehr gut. Der vierte hingegen ein Reinfall, der das Spiel um Jigsaw einriss und mehr und mehr daraus ziehen wollte, als womöglich drin war. In V bemüht man sich noch mehr Tiefe in die Geschichte einzubringen und verfängt sich an der ganzen Abstrusität, die sich in Gestalt von  IV und V präsentiert. Die Charaktere werden immer mehr zu bloßen Spielzeugen, für die man nichts mehr empfindet und überhaupt empfinden kann. Zugegeben, Saw V war besser als der Vorgänger, aber ob die Reihe sich wirklich noch einmal steigern wird?

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Erschienen bei Zelluloid

6 Gedanken zu “You won’t believe how it ends. No, in fact, there is no end in sight.

    • Naja, Teil IV hat mich wirklich enttäuscht, deshalb hab ich wirklich Hoffnung gehabt ( wenn man das überhaupt von einem fünften Teil haben kann :P ), dass es wieder bergauf geht. Egal, VI, VII usw. werd ich mir sicherlich auch noch angucken ;)

  1. Ich mochte den fünften, was aber auch daran liegen kann, dass man (ich) jetzt einfach weiß, was man bekommt.

    Ich war überrascht über die doch recht clevere Verschachtelung der Handlungsebenen und fühlte mich kurzweilig unterhalten.

    • Stimmt schon, V ist ja auch besser als IV, aber insgesamt ist die reihe leider schlechter geworden. ( btw: wusste man nicht schon vorher was man bekommt? ^^)

  2. ja, der fünfte war wieder ein kleiner schritt nach vorne, wenngleich von eher niedrigem niveau aus. wenn man sich überlegt, wo andere horror-franchises bei ihrem vierten oder fünften aufguss standen, kann sich die “saw”-reihe durchaus noch sehen lassen.

    PS: khitos, sieh Dir mal meine Blog-Links an. vielleicht fällt Dir was auf ;)

  3. Yay, Dankeschön! Das freut mich =)
    *meine eigene Liste erweiter* :D

    Und zu Saw: Ja, beim Vergleich mit anderen Franchises ist das echt eine Leistung! Find die Reihe auch bisher zum größten Teil (1-3) sehr gelungen und habe irgendwo in meinem Innern stets die Hoffnung das VI (!!!) irgendwie vielleicht doch noch besser wird, aber bei den letzten beiden Teilen ist die Hoffnung wahrscheinlich vergeblich. Aber ich lass mich echt gerne überraschen =)

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