Monsters – Wer? Wir?

Das Kino-Erstlingswerk von Gareth Edwards ist eine sehr schlecht vermarktete Monstergeschichte, dafür aber ein viel besserer Beziehungsfilm, dessen zwei Akteure Samantha (Whitney Able) und Andrew (Scoot McNairy) im Vordergrund stehen und nicht die Action versprechenden Monster, die man seit dem Trailer erwarten würde. Die schnell geschnittenen Szenen und die meiste Action bekommt man in den ersten Minuten von Monsters geboten, von da an bleibt der etwas konstruierte Film größtenteils ruhig und erzählt die Geschichte über die beiden sich zunächst erst kennenlernenden Protagonisten und ihren Weg von Mexiko nach den vereinigten Staaten – durch die ausversehen infizierte, deshalb mit Kreaturen bevölkerte, Zone dazwischen, auf der sie sich immer näher kommen. Warum und wie das alles mit den Kreaturen passieren konnte bleibt größtenteils unbeleuchtet, ist aber auch im Hinblick auf die Zielsetzung des Films nicht ausschlaggebend. Gareth Edwards schafft es mit einem kleinen Budget einen Film zu kreiieren, der von seiner Optik, von seinen Aufnahmen Millionen hätte kosten können, sich aber – auch nicht in der Entwicklung der Beziehung – nie dem Kitsch hingibt. Stilistisch ist der Film großes Kino, die Farbkompositionen sind hervorragend und verleihen dem Film immense Ästhetik. Neben der besonders ansprechenden Optik – ja, dazu zähle ich auch Whitney Able – wirft der Film Fragen über Diskriminierung, Gewalt und der falschen Wahrnehmung auf, sodass man sich nach der Sichtung des Films fragen muss: Wer waren nun die Monster?

__________[ 6,5/10 ]__________

8 Gedanken zu “Monsters – Wer? Wir?

  1. Den muss ich auch unbedingt sehen, schaffe es aber aller Wahrscheinlichkeit nach wieder erst zum DVDStart.
    Habe gelesen, dass die Dialoge größtenteils improvisiert waren, hat man das im Film gemerkt?

    • Oh wusst ich gar nicht, kann aber stellenweise wirklich sein. Gemerkt hab ichs nicht wirklich, aber das heißt auch gerade, dass es authentisch genug rübergekommen ist =)

  2. Der lief dieses Jahr schon auf dem Fantasy Filmfest – fand ihn recht gut, mit einer ähnlichen Wertung wie du, andere waren aber sehr enttäuscht davon, wegen der gewissen Plätscherei, die der Film an den Tag legt.

    Gelesen hatte ich damals, dass der Film wohl wirklich sehr improvisiert ist und der Regieuseur nur mit den beiden Hauptdarstellern nach Mexiko gereist ist und dort dann der FIlm im wahrsten Sinne des Wortes entstanden ist.

    • Na das ist ja mal was. Vielleicht wirkte der Film für mich deshalb gerade etwas zu konstruiert, weil sie nicht wirklich wussten was sie machen und es so hinbiegen wie es gerade passt :D
      Die Kritikpunkte kann ich aber voll und ganz verstehen, die beiden Protagonisten gehen ja auch weite Strecken einfach nur. Aber gerade hinter der Mauer hat die Kulisse einfach alles wett gemacht, das sah alles so wunderbar toll aus, da wars egal, dass nicht allzu viel passiert. ^^

  3. Also ich war begeistert von MONSTERS. Aber wie du schon richtig gesagt hast, ist die Vermarktung des Films eigentlich eine Unverschämtheit. Sieht man sich den Trailer an, erwartet man eigentlich etwas GANZ anderes, als diesen Film…

  4. Ah, endlich noch jemand, der diesen Film nicht komplett zerreißt. Find ich gut. Ich mochte den Film auch sehr, die Vermarktungsstrategie hat bei mir zum Glück nicht funktioniert, da ich schon vorher viel über den Film und seine Entstehung gelesen hatte. Dann weiß man nämlich auch, dass nicht so viel Man-Power hinter dem Film steckt, als das er voller Monster stecken könnte.

    • Hm, hab bisher auch nur verhaltene Meinungen gehört, aber naja. Ich sags mal so: Er hätte sicherlich um einiges besser sein können ;)

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