moon10

2010.

Viele schreiben, dass das Jahr 2010 so wenige gute Filme hervorgebracht hätte. Dem kann ich nicht wirklich zustimmen. Ich hab da nicht viel anderes entdecken können, als in anderen Jahren zuvor. Dieser Trend hat sich zwar durchgesetzt, aber ich seh dafür einfach keine Anhaltspunkte. Seis drum. 2010 war in jedem Fall das Jahr, in dem ich die meisten Filme in einem einzigen Jahr gesehen habe. Das wird sich wohl nicht wiederholen, aber das ist auch gut, denn ich hab auch viel Mist geschaut, dafür aber auch endlich einige Klassiker nachgeholt.

2010 war für mich filmisch so wie persönlich ein wichtiges Jahr, da ich einiges aus anderen Perspektiven gesehen habe und sich mein Leben deutlich verändert hat. Aber ich möchte hier nicht zu persönlich werden, darauf hab ich gerade einfach zu wenig Lust. Ich habe gerade in diesem Jahr etwas mehr Wert auf meine eigenen Eindrücke gelegt. Ich lasse mich desöfteren leicht beeinflussen und möchte einen Film mögen, weil er beispielsweise als Meisterwerk gehandelt wird. Durch einige Pressevorführungen konnte ich dem aber entgehen und konnte auch gerade durch einige Klassiker meine Sicht auf den Film etwas mehr schärfen. Ich bin immer noch weit davon entfernt wirklich mitreden zu können, aber für mich hab ich eine kleine Veränderung gespürt. Das kam wohl auch deswegen weil ich sehr viel Filme, besonders ab Mai, mehrfach gesehen habe.

Insgesamt empfand ich das Filmjahr 2010 eigentlich ganz in Ordnung. Es gibt zwar leider nicht die zwei Standardfilme, die ich mit 9/10 bewertet habe (Scott Pilgrim musste ich nach weiteren Überlegungen in Bezug auf das letzte Drittel des Films dann doch zurückstufen), aber dafür andere tolle Sichtungen von Filmen, die mir doch sehr viel Spaß bereitet haben. Bei manchen Filmen konnte ich mich nur sehr schwer entscheiden, ob sie nun in die Top 10 kommen sollen oder nicht. Deswegen sind die Filme ab Platz 7 eigentlich ziemlich austauschbar mit den Runner Ups. Da war diese kleine Problematik mit Bewertungen á la 7,5/10 und 8/10. Dort den Überblick zu haben und die richtige Entscheidung zu treffen ist mir nicht leicht gefallen, deshalb auch fast beliebig austauschbar. Nun gut, hier nun die chaotische Liste:

10. Moon

9. The Town

8. Fantastic Mr. Fox

7. I Love You Phillip Morris

6. Toy Story 3

5. The Social Network

4. The American

3. The Kids Are All Right

2. Scott Pilgrim Vs The World

1. Inception

—————

Runner Ups: Kick-Ass, Everybody’s Fine, [Rec]², Up In The Air, Nothing But The Truth, Exit Through The Gift Shop, Enter The Void, An Education, Mother, I Am Love, Cloudy With A Chance Of Meatballs, The Secret In Their Eyes, Mr. Nobody, Buried, Fish Tank

Worst: Machete, The Expandables, Salt, Diary Of A Wimpy Kid, Men Who Stare At Goats, Greenberg, Sherlock Holmes, Daybreakers, Surrogates, Hot Tub Time Machine, Lovely Bones, Due Date, Despicabel Me….

Schauspielerische Entdeckung: Mia Wasikowska, The Kids Are All Right & Alice in Wonderland

Bestes Opening: Der Tanz und Titelschriftzug, Mother

Bestes Ending: Refresh, refresh, The Social Network

Beste erste Minuten: The Break-Up in der Bar, The Social Network

Best Shot: Tracking Shot im Fussballstadion, The Secret In Their Eyes

Beste schauspielerische Leistung: Annette Bening, The Kids Are All Right – Tilda Swinton, I Am Love

Well-dressed: Alle in Inception

Traurigste Szene: Andy nimmt Abschied von seinen Spielzeugen, Toy Story 3

Overrated as fuck: Despicable Me, Easy A, Machete

16 Gedanken zu “2010.

  1. Overrated as fuck: Inception.😉

    Wenn dir Mia Wasikowska in „Alice“ schon gefallen hat (und ja, sie war eines der wenigen Highlights des Films, auch wenn ihr das Drehbuch kaum Chancen gelassen hat, ihr Potential wirklich zu zeigen), dann lege ich dir die Serie „In Treatment“ ans Herz. Beeindruckendes, schlichtweg fantastisch gespieltes Kammerspiel-Drama mit Gabriel Byrne als Psychologe, der unter anderem Wasikowska als suizidale Jugendliche therapiert. Für mich mit Abstand die Serienentdeckung des Jahres (wobei ich zugeben muss, in der Richtung etwas hinterher zu hängen).

    • Hihi, INCEPTION hat genau den Hype, das Lob, aber auch die Kritik bekommen, die er sich verdient hat.

      Ja, von IN TREATMENT hab ich schon desöfteren gehört. Aber da ich sowieso ganz vielen Staffeln hinterherhinke wird das wohl auch noch länger warten müssen bis ich diese Serie antesten kann…aber Mia ist da schon ein Argument das vorzuziehen😉

  2. Da kommen wir nicht sonderlich auf einen grünen Nenner. GREENBERG bei den schlechtesten Filmen und EASY A overrated (what?), dazu diese peinliche Tanzeinlage bei MADEO als bestes Opening. Aber immerhin schön, dass es MOON und THE AMERICAN in die Top 10 geschafft haben.

    • Hehe, wir kommen ja eh nie sonderlich oft auf einen gemeinsamen Nenner. GREENBERG gehört nicht zu den allerschlechtesten (ist mir nur bei der Aufzählung direkt eingefallen), aber hat für mich nichts bewirkt. Der Film hat für mich gar keinen Sinn whatsoever gemacht und die Charaktere haben mich manchmal wirklich verärgert. Vielleicht war ich aber auch nur in einer miesen Stimmung ^^
      EASY A wird so positiv aufgefasst, das gibts nicht. Diese groteske Komödie, die so angestrengt ist modern und „anders“ zu wirken, naaaja. Schlecht isser nicht, aber er hat bei weitem nicht das Lob verdient, das er bekommen hat, deshalb auch definitiv overrated.
      Die Tanzeinlage ist überhaupt nicht peinlich, hat mich eher direkt angesprochen, geradezu fasziniert, so etwas sieht man halt nicht oft. Dazu noch die Pose und der Titelschriftzug, einfach wunderbar.

  3. Gut, die Frage stellt sich ja, wieviele Filme überhaupt Sinn machen? Was ist denn der Sinn von INCEPTION? Dass ein Typ in seinen Mitdreißigern wieder mit seinen beiden Kindern vereint wird, die er nicht sehen darf, weil seine Frau ihren Suizid ihm als Mord in die Schuhe geschoben hat, obschon man nie erfährt, wie das eigentlich funktioniert haben soll (da sie sich ja aus dem Fenster gegenüber des Zimmers in den Tod stürzt, das sie als Mordszene total getrasht hat)? Und dafür muss er nun diese Inception vornehmen, wobei er einfach zu Michael Caine sagen könnte: „Flieg meine Kinder nach Paris, wo du ja eh dauernd abhängst?“. GREENBERG erzählt von einem Typ Ende Dreißig, Anfang Vierzig, der sein Leben ziemlich in die Binsen gesetzt hat (also nicht unähnlich zu Dom Cobb in INCEPTION). Er versucht halt irgendwie klar zu kommen, macht und sagt jedoch meist das Falsche, weshalb er die Menschen in seiner Umgebung von sich stößt. Das ist sicherlich ärgerlich, aber hey, wie ärgerlich ist eine Figur, die einen in eine Traumebene versetzt und dann sagt „Wenn du stirbst, bist du gearscht, weil wir zu viel Anästhetikum geschluckt haben“, was man ja auch vorher sagen könnte, damit sich der eine oder andere das überlegt, anstatt sein Leben zu riskieren, damit einer seine Kinder wiedersehen kann, die von ihrem Opa jederzeit an jeden Ort der Welt gebracht werden könnten.

    Klar, INCEPTION ist unterhaltsamer, weil mehr passiert, sogar auf drei Ebenen gleichzeitig (vier, wenn man mit einbezieht dass alle im Flugzeug vor sich hindösen) und GREENBERG zeigt ein soziales Arschloch, dass echt nur Scheiße baut, selbst dann, wenn er es im Grunde gut meint. Aber dann wäre er wohl einfach langweilig, jedoch nicht zwingend sinnlos. Wie dem auch sei, das spielt an sich auch keine Rolle, wirkte auf mich nur leicht irritierend, da ein nicht so unähnlicher Film wie THE AMERICAN relativ weit vorne landete und mich das nur verwundert hat🙂

    • Ok, „keinen Sinn“ war dann etwas zu unpassend gewählt, dann wohl eher „für mich persönlich nicht ansprechend“😉 Für GREENBERG dachte ich die ganze Zeit, dass ich mich mit keiner einzigen Figur identifizieren kann, dass dort einfach keine Verbindung besteht, zwischen mir und dem Film. Dazu natürlich die langsame Erzählweise, die mich halt dazu noch gestört hat, nicht weil es langsam war, sondern weil es eine Geschichte langsam erzählt, die mir gar nicht zusagt. THE AMERICAN hatte da wohl einen größeren Spielraum, da kann ich mich natürlich nicht unbedingt mit dem Auftragskiller identfizieren, aber mehr mit seiner Sehnsucht und Liebe, als mit den Motiven, die Greenberg vorweist, da letztgenannter wirklich ein sonderlicher Charakter ist.
      Aber ich finds nett, wie du die Parallelen zu INCEPTION gezogen hast und gleichzeitig wieder einen kleinen Bash auf ihn ausübst😀

  4. OMGWOHERHASTDUDIESESFUCKINGAWESOMEINCEPTIONPOSTERHER? o.O🙂

    Ich fand Despicable Me sehr gut, hingegen fand ich Sherlock Holmes sehr overrated. Wenn auch nicht schlecht. Und Exit Through The Gift Shop war halt schon episch. Mr. Brainwash ftw.😉

    • Ja, ich wollt nicht diese langweiligen Poster vom Film nehmen…google ein wenig, es gibt noch für viele andere Filme solche minimalistischen Versionen😉
      Ja, Mr. Brainwash, jedenfalls das was er darstellt, das ist ftw, auf jeden Fall, seine „Kunst“ an sich und sein Auftreten weniger ;D Ist auch lange Zeit auf jeden Fall in der Top 10 gewesen, aber wie geschrieben, kann genau so gut als drinnen angesehen werden.

      • Mr. Brainwash ist höchstgradig peinlich, aber eben, so dass es wieder lustig ist. Seine Kunst finde ich AN SICH nicht so schlimm, nur er ist einfach ein Künstler der keinen Finger rührt, und die respektiere ich gar nicht.🙂

  5. 😀
    Zu „The American“ sag ich ja nichts mehr😉
    Ansonsten stimme ich in fast allen Punkten zu!!! Fantastic Mr. Fox fehlt bei vielen Rückblicken – einfach ein toller Film. Und das mit „Machete“ find ich auch vollkommen in Ordnung😉

  6. sehr unterhaltsame Liste. ich nehme mir vor, die Filme, die ich noch nicht gesehen habe, noch zu gucken🙂
    easy A und despicable me fand ich trotzdem gut. Ich war anscheinend nicht den ganzen positiven kritiken ausgesetzt und hab sie unvoreingenommen geguckt😉

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