Rise Of The Planet Of The Apes

So “schön” der deutsche Titel mal wieder klingen mag, ,,Planet Der Affen: Prevolution” ist mit Vorbehalt doch etwas einfallsreicher als das heutzutage (etwas) viel verwendete ,,Rise” im amerikanischen Titelvergebungsverfahren. So hört sich ,,Rise Of The Planet Of The Apes” zu lang, unhandlich und fad an, was den Film dahinter zum Glück nicht schadet, ihn nunmehr aber, in seiner Funktion als Titel, lediglich beschreibt, nämlich: Die Evolution der Affen, die eine Revolution beginnen und – wen wunderts – die Menschen nicht nur sprichwörtlich ein wenig hinterherhinken lassen. Man weiß eigentlich was kommt: Menschen, die denken sie seien über alles erhaben, experimentieren mit Tieren, bevorzugt Schimpansen, und werden dann in Kraft, Empathie und Intelligenz eines besseren belehrt.

Genauer geht es um Will Rodman (James Franco), der dabei ist ALZ-112 zu entwickeln, ein Virus, das sogleich die Heilung für Alzheimer sein soll. Seine Motivation für dieses Anliegen ist sein Vater Charles (John Lithgow), der unter Alzheimer leidet und der auch das erste menschliche Objekt ist, an dem Will das Virus ausprobiert. Zuvor aber sind die Schimpansen dran. Viele wurden getestet, einer stach heraus: Bright Eyes wurde er – oder besser gesagt ,,sie” – genannt. Das Virus verleiht nicht nur grüne, leuchtende Augen, sondern steigert die Intelligenz der Primaten deutlich. Was man zuvor nicht bemerkt hat ist, dass sie Nachwuchs im Labor bekam. Man wollte Bright Eyes den Investitoren des Projekts vorführen, doch dachte sie sich, dass man ihr Kind wegnehmen will, reagierte dementsprechend aggressiv und wurde als ultima ratio getötet. Den Investitoren gefiel das gar nicht, das Projekt wurde abgebrochen. Will zog daraufhin den Nachwuchs selbst auf. Er war nun der Vater von Caeser, der von seiner Mutter das Virus in seinen Genen geerbt hat. Caeser scheint sehr gut auf das Virus zu reagieren, er wird immer intelligenter, nur was das Virus an Menschen ausrichten kann, das ist noch unklar.

Rupert Wyatt, Regisseur eher unbekannterer Filme (The Escapist, Subterrain), hat nun erneut versucht die Geschichte der Affenrevolution zu erzählen. Dieses Mal aber im modernen San Francisco mit zwei “It”-Schauspielern, James Franco und Freida Pinto. Als Highlight gibt es noch den immer fantastischen John Lithgow dazu und für die Harry Potter Fans Tom Felton, der wieder einmal eine sehr unsympathische Rolle spielen darf. All diese großen Namen und doch sind sie nicht die Stars dieses Films. Es ist alleine Andy Serkis (Gollum aus Herr der Ringe, Kong aus King Kong), der durch die moderne Motion-Capture Technik Caeser spielt. Es ist leider wirklich so, dass bis auf Serkis die anderen Schauspieler leider nicht die Tiefe erreichen, die sie hätten erbringen können. Besonders enttäuschend ist, dass James Franco seine Qualität von 127 Hours nicht wieder erreicht. Er spult viel mehr eine ordentliche Leistung ab, die jedoch an Emotionalität mangelt, die sein Charakter aber umso mehr hätte haben müssen, gegeben den Umständen im Film. Ich habe ihm nicht viel geglaubt in diesem Film. Noch weniger habe ich Freida Pinto etwas geglaubt, der zugegeben wenig Spielraum gegeben wird und im Grunde ein verschwendeter Charakter ist. Allein mit einem Satz ist sie die Vernunftsperson, die Will vor den Gefahren eines immer stärker werdenen Affens schützen soll, aber mehr auch nicht. Lithgow ist bei weitem noch der solideste Part geglückt und kann in seinen wenigen Minuten wenigstens seine Verzweiflung und Verwirrtheit zum Ausdruck bringen.

Serkis aber kann als Caeser glänzen, er ist das Highlight des Films, er treibt den Film und trägt ihn größtenteils. Durch die Motion-Capture Technik ist es den Machern geglückt seine Emotionen sehr schön auf die Leinwand zu zaubern, sodass jede Regung auch wirklich bemerkt werden kann. Die CGI-Technik ist herausragend, weshalb ich mich auch schon gewundert habe, warum der Film nicht in 3D gezeigt wird. Womöglich auch besser so. In 2D können die anderen Affen nämlich auch ihre Emotionen so deutlich zeigen, dass man eher menschliche Wesen vor sich sieht als Tiere.
Sehr schön ist auch die Entwicklung, die Caeser durchmacht. Seine Motivation, seine Gedanken hinter der Revolution, seine Pläne, die ihn zum Anführer der anderen Affen macht. Dass alles wird unterhaltsam dargestellt, mit brutalen Auseinandersetzungen, Gebrüll, Schießereien, Explosionen. An Unterhaltung fehlt es nicht. Spätestens wenn sich Gorilla und Pferd gegenüberstehen sollte man losgelassen haben und sich der Revolution hingeben.

Rise Of The Planet Of The Apes hat neben diesem unterhaltsamen Aspekt aber auch einen ganz besonderen Moment, der ausschlaggebend für den ganzen Film ist. Ich möchte ihn ungern verraten, da er für mich schon die beste Szene im ganzen Film darstellt. Eins sei aber gesagt: Leider ist es der einzige Moment, der mich besonders umgehauen hat. Der Rest des Films ist dagegen einfach etwas zu underwhelming, wenn auch unterhaltsam. Rise Of The Planet Of The Apes ist dennoch besser als ich gedacht habe, etwas verschenkt, aber für einen unterhaltsamen Abend allemal genug.

__________[ 6/10 ]__________

14 Gedanken zu “Rise Of The Planet Of The Apes

  1. Ich bin mir immer noch nicht wirklich sicher, ob ich den Film schauen soll oder nicht. Im Trailer sieht mir das Ganze etwas merkwürdig aus und das Ende kennt man ja irgendwie auch schon ;)

    • Merkwürdig?
      Im Endeffekt ist der Film kein Meilenstein, wie schon geschrieben, muss man auf keinen Fall gesehen haben, aber wenn du einen Abend doch nichts zu tun hast und ein wenig Unterhaltung geboten bekommen willst sei dir dieser Film dennoch empfohlen ^^

  2. Ich weiß, dass ich mir den Film dieses Wochenende anschauen werde. Nicht, weil mein Freund mich dazu zwingt. Sondern umgekehrt. ;-)

    • Hab noch keine schlechte Meinung über den Film gesehen, ist ja interessant. Dachte eigentlich, dass ich einer der wenigen bin, die ihn nicht so übermäßig abfeiern ;)

  3. jo, kann mich maloney nur anschließen. Andauernd bekomme ich von Freunden und Bekannten alternierend um die Ohren geknallt: Hammer – Schrott – HAmmer – Schrott…..WAS DENN JETZT? Wenn mich Affen allgemein mehr interessieren würden, hätte ich mir schon lange eine eigene Meinung gebildet. Aber heute Abend ist erstmal der Cap dran ;)

    • Mit 6 Punkten ist der bei mir im guten Bereich, also kein “HAMMMERGEILERFILM” und auch nicht das schlimmste, was ich je gesehen hätte. Aber wie schon anderweitig erwähnt, ist kein must-see Film. ^^

  4. Ich selbst fand die CGI ja (leider) nicht sonderlich herausragend. Die Affen wirkten immer wie aus nem Pixar-Film entflohen, für mich war bedauerlicherweise auch nach 90 Minuten noch zu erkennen, dass sie Schimpansen aus dem Rechner sind (lediglich Maurice, der Orang-Utan, wirkte real). Ansonsten sprichst du ja vieles an, die menschlichen Figuren sind unzureichend ausgearbeitet. Mich störte zudem noch die gerade im letzten Drittel dann doch oft unsinnige Handlung. Letztlich kann man den Film wohl sehen, muss man aber nicht. Und ich bereue es auch, dem allseitigen Lob kleinbei gegeben zu haben. Aber hinterher ist man immer schlauer.

    P.S.: Welche Szene hat dich denn jetzt so umgehauen? :)

    • Ich warte sehnsüchtig den Tag, an dem man -nicht- erkennt, dass Wesen aus dem Rechner stammen. Natürlich erkennt man das, aber in dem Film war das schon sehr gut herausgearbeitet.
      Das letzte Drittel ist einfach Blockbuster-Action für einen spaßigen Abend, das stimmt. Da darf man dann seine Ansprüche wieder senken ^^

      SPOILER
      Ich denke mal, das ist die Szene, die jeden Zuschauer etwas überrascht hat – oder ich bin einfach sehr leicht zu beeindrucken, kann auch sein: Im “Gefängnis” als Caeser zum ersten Mal ein richtiges Wort gesprochen hat. Das war für mich einer der Schlüsselszenen des Films, die die ganze Geschichte wertvoll gemacht hat. ;) Und dann natürlich zum Schluss mit Franco wo er wieder etwas sagen darf. Irgendwie hatte das wirklich was beeindruckendes. ;)
      SPOILEREND

    • Bin in meiner Examensvorbereitung und da bleibt leider keine Zeit (ja, die alte Leier >.<), um noch über Dinge zu schreiben, die ich – das kommt dazu – immer spärlicher sehe.
      Ich hätte wohl doch mal eine Abwesenheitsnotiz schreiben sollen, wie? Das kann nämlich noch etwas dauern bei mir…=/
      Es freut mich aber, dass du dich gewundert hast wo ich bleib :D

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