Die Kritiker deines Vertrauens

HeaderEs gibt Menschen, die nur auf ihr eigenes Empfinden hören und sich nicht von anderen beeinflussen lassen wollen. Doch manchmal ist dies einfach nicht möglich. So viele Gefahren könnten in einer einfachen Entscheidung liegen ins Kino* zu gehen. Zuvorderst wäre da der Zeitverlust, den ein Kinobesuch mit sich bringen würde; für einen Film, den man überhaupt nicht mochte und die Zeit nur zu gerne wieder haben würde. Weiterhin spielt auch der Kostenfaktor eine Rolle. Die Kinopreise sind teilweise sehr hoch und man muss sich wirklich genau überlegen, ob man 8€ für einen Film ausgeben möchte, vielleicht sogar 13€ mit Überlänge und 3D Zuschlag an einem Samstag. Als Filmeliebhaber wird man sicherlich schon ein gewisses Wissen an Schauspielern und Regisseuren haben, dass man selbst einschätzen kann, ob ein Film einem liegt oder nicht bzw. der Kinobesuch sich lohnt oder nicht. Auch die immer länger werdenden, manchmal zu viel zeigenden Trailer können einem Aufschluss darüber bieten, ob man den Film mögen wird oder nicht, soweit dieser den Film nicht komplett verfälscht präsentiert. Doch es besteht dennoch stets ein Risiko, dass der Kinobesuch nicht so wird, wie erhofft. Manchmal ist das Eingehen des Risikos gerade auch der Sinn der Sache, wenn man sich die vielen Sneak-Previews ansieht.

Im Normalfall wird man sich aber dennoch erst einmal ein paar Kritiken anschauen oder einfach nur Sternebewertungen, um sich vorher gewissermaßen, dass sich der Kinobesuch lohnt oder nicht. In meinem Fall ist es so, dass ich mich doch recht schnell beeinflussen lasse, soweit einer meiner Lieblingskritiker eine gewisse Tendenz vorweist für einen Film. Ein wenig konterkarierend für einen Hobby-Filmrezensenten, jedoch hält es sich auch in Grenzen, da ich grundsätzlich immer ca. 0,5 Punkte zu viel vergebe und es nach einer kleinen Bedenkzeit meist zurückschraube.

Ich habe einige Kritiker, die ich sehr schätze und mit denen ich häufig d’accor gehe, aber es manchmal auch ganz anders sehe. Es zeigt sich natürlich erst mit der Zeit, welche Kritiker einem liegen, doch interessiert es mich, was eure Kritiker sind, auf dir ihr zurückgreift, wenn ihr nicht weiter wisst. Daher frage ich explizit erstmal Flo, Don und bullion und eröffne die Frage auch an alle anderen, die das gerne beantworten würden.

Nun zu meinen Kritikern:

Filmspotting

Ich habe diesen Podcast seit Jahren gehört und schätze ihn wirklich sehr. Ich habe nicht wirklich viele Podcasts ausprobiert, doch ich habe es nicht für nötig erachtet noch andere aufzusuchen, wenn dieser schon so kompetent ist und mich immens unterhält. Filmspotting bestand als ich damit angefangen habe aus Adam Kempenaar und Matty Robinson und nun aus Adam und Josh Larsen. Ich kann diesen Podcast nur empfehlen! Gerade die Tiefe der Unterhaltungen, die die beiden an den Tag legen ist wirklich beeindruckend und weitaus besser, als ich bisher über einen Film nachgedacht hätte. Die beiden bringen stets neue Aspekte in das Gespräch, die den Film wirklich niedermachen oder sogar noch retten könnten. Problematisch ist wirklich nur, dass die beiden meist die Filme schon früher sehen und besprechen als ich, sodass ich bei manchen Filmen auch vorspulen muss, aber später darauf zurückkomme. Sternebewertung wird bei ihnen nicht unbedingt hervorgehoben, auch wenn sie es auf ihrer Seite einsetzen. Josh Larsen hat jedoch seine eigene Seite, wo er selbst noch schreibt. Diese Texte kann ich auch nur empfehlen.

Alles in allem super Typen, die es verstehen ihre Meinung kompetent kund zu tun und die ich sehr schätze.

James Berardinelli

Hier weiß ich selbst gar nicht mehr, wie ich auf ihn gekommen bin. Ich glaube aber, dass er auch zu den bekannteren Kritikern in Amerika gehört. Bei Herrn Berardinelli schätze ich es, dass er natürlich zunächst auch einen ähnlichen Geschmack hat, wie ich, aber letztendlich auch nicht zu abgehoben ist, stets eine verständliche Sicht auf den Film bietet und dies auch sehr einfach zu beschreiben weiß. Er verdammt auch nicht direkt jeden Blockbuster und sieht in vielen Filmen auch das Gute. Seine Sternebewertungen gehören auch zu meinen ersten Seiten, die ich vor einer Sichtung eines unbekannten Films begutachte.

Michael Phillips

Wer Filmspotting kennt, der kennt auch Michael Phillips, ,,the monthly visitor“ der Show, wie er letztens sehr lustig genannt wurde. Die Kritiker aus Chicago haben es mir einfach angetan. Chicago bietet neben tollen Serien auch sehr gute Kritiker! Michael Phillips gehört auch zu einem der Kritiker, die anscheinend 8 Filme pro Tag schauen (ob mit Festival oder nicht) und immer noch genau wissen, was dort passiert ist und dann noch eine souveräne Meinung dazu haben. Er schaut sich wirklich auch viele kleinere Produktionen an und kann mit Sicherheit viele Geheimtipps vergeben. Er gehört bei Filmspotting als häufiger Gast wirklich zu den witzigen Kritikern, die das Rezensieren einfach im Blut haben. Das hat er auch direkt gezeigt, als er letztens mit Tasha Robinson die Show gehostet hat, weil die anderen beiden Urlaub hatten.

Das wars von meiner Seite erstmal. Es sind nicht viele, aber das sollte auch genügen. Man will ja auch schnell ins Kino und nicht vorher zu viel Recherche tätigen müssen.

(*entsprechend anwendbar auf DVD-Ausleihe)

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10 Gedanken zu “Die Kritiker deines Vertrauens

  1. Also ehrlich gesagt habe ich keine „professionellen“ Kritiker nach denen ich mich richte. Seitdem ich die filmische Blogosphäre betreten habe, orientiere ich mich nur noch an den Filmblogs in meiner Blogroll. Das Schöne dabei ist ja, dass man mit der Zeit den Geschmack der einzelnen Autoren gut einzuschätzen weiß und sich somit für nahezu jeden Film ein Querschnitt an Meinungen finden lässt, von dem aus man Rückschlüsse auf die eigene Wahrnehmung ziehen kann. Damit fahre ich bisher sehr gut und es kommt selten vor, dass mich ein Film unerwartet enttäuscht (siehe z.B. „Moonrise Kingdom“, der allen anderen sehr gut gefallen hat).

    • Interessant! Ich hätte gedacht, dass jeder sich wenigstens etwas mit dem professionellen Kritikern beschäftigt 😉 aber die blogosphäre als Gesamtpaket hilft einem da sicherlich auch weiter, das stimmt ^^

      Sind ja auch alles nur Leute die ihre Meinung sagen 🙂
      Und immer d’accor gehen ist ja auch nicht möglich ~

  2. Ich selbst habe die britische EMPIRE abonniert, da ich deren Schreibstil mag, wobei sie nicht immer mit meinem Geschmack d’accord gehen (zuletzt z.B. 2/5 für „Great Gatsby“ und 4/5 für „Man of Steel“ vergeben – dabei müsste es anders herum sein). Bis zu seinem Tod habe ich immer bei Roger Ebert vorbeigeschaut, aber auch eher, weil er unterhaltsam schrieb. Ebert hatte aber auch gerne und viele Dokumentationen gesehen, wo ich mir Anreize geholt habe. Ähnliches gilt für meinen Podcast, den Film Junk Podcast, wo gerade Jay Cheel viele Dokus sichtet – auch den Documentary Blog führt -, und neben unterhaltenden Filmrezensionen (die sich ebenfalls meist nicht mit meiner Meinung decken, so gefiel den Kanadiern besonders The Master und Django Unchained) somit Anreize wenn auch eher in Richtung „Geheimtipp“ bietet.

    • Stimmt, die empire gibts ja auch noch. Da bin ich auch öfters gewesen, aber nicht mehr so oft zur zeit..die bewertungen von denen ist manchmal wirklich etwas seltsam :/
      Ebert war auch ne Quelle, insbesondere weil er tatsächlich auch sehr gut schrieb und auch mal etwas anders als andere.

      Film junk gefiel mir gar nicht, irgendwie fand ich das alles zu lang und mit viel zu viel „ähms“ und gedankenpausen. Doku geheimtipps sind aber immer gut 🙂

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  3. Ich orientiere mich da auch nicht wirklich an den „Profis“, sondern les mich durch einige Blogs und damit hat es sich zunâchst. Natürlich interessiert es mich, was die bekannten Filmprofis denken aber ich lese mir deren Reviews meist im Nachhinein durch, um vorher mehr oder weniger unvoreingenommen in den Film gehen zu können.

  4. Ich muss auch gestehen, dass ich mich eher an den Kritiken der anderen Blogger in meiner Blogroll orientiere. Mittlerweile „kennt“ man ja die Leute ein wenig und weiß gut einzuschätzen, inwieweit sich die Geschmäcker da treffen.

    Ansonsten bin ich auch ein großer Fan der EMPIRE… und schiele auch immer gerne mal, was die so geben (auch wenn manche Kritiken nicht immer für mich zustimmen).

    • Nagut, immerhin die Empire 😉
      Ja, die anderen blogger reichen ja auch ^^
      Nur hätte ich z.B. Leviathan eher nicht geschaut, wenn Josh Larsen dem nicht 4/4 Sternen gegeben hätte ^^

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