[Kommentar] Trailer an der Grenze zum Spoiler; Artikel der Süddeutschen

Gestern ist ein Artikel von Nora Stöhr auf süddeutsche.de erschienen, der sich mit dem Thema Trailer und deren Spoilerhaltigkeit befasst. In diesem Artikel kommt auch Vinzenz Hediger zu Wort, der für etliche Klassiker die Trailer produzieren musste. Dabei stellt er eine Behauptung oder Zielsetzung auf, der ich einfach widersprechen muss: ,,Dem Zuschauer soll die Geschichte aus der Perspektive von jemandem erzählt werden, der den Film bereits gesehen hat und die besten Partien nochmal Revue passieren lässt.. Wie bitte? ,,[D]ie besten Partien“ sollen gezeigt werden? Dem kann ich überhaupt nicht zustimmen. Was ist das für eine Zielsetzung dem Zuschauer schon die besten Sachen zu zeigen? Letztlich bliebe nur die einzige Frage: Gibt es ein Happy End oder nicht? – Und ist das wirklich was ein Trailer sein soll? Die Erzählung der kompletten Geschichte, bis auf den letzten Teil? Was für ein Unsinn.

Ich habe schon in der Vergangenheit oft geschrieben, dass der Trailer mir sogar besser gefiel als der Film im nachhinein. Und das ist anscheinend auch so gewollt, wenn man Herrn Hediger glauben mag. Und in der Realität stimmt dies ja auch oft, da heutzutage (oder halt auch früher) wirklich die Intensität, die Atmosphäre etc. des Films um einiges gehoben wird im Trailer, um den Film so anschaulich zu machen, wie es nur geht. Doch mir kommt es nicht darauf an, ob der Trailer besser ist oder nicht. Viel mehr sollte die Zwecksetzung von Trailern überdacht werden.

Ich liebe es Trailer zu schauen, weil sie gerade eine kompakten Überblick über den Film unter dem besten Licht bieten. Doch im Grunde soll ein Trailer für mich lediglich Interesse wecken. Dass das erst möglich zu sein scheint, wenn man das Ende weglässt, finde ich wirklich zu übertrieben. Doch das scheint wirklich Gang und Gebe zu sein. Zwei, fast drei Minuten lang gehen manche Trailer schon und ich muss bei Filmen, die mich wirklich interessieren einfach wegklicken oder gar im Kinosaal die Augen zu machen. Wenn ich die besten Szenen schon sehe und mir nur das Ende fehlt, dann kann ich mir gleich den Film sparen und mir es von einem Dritten zu Ende erzählen lassen. Interesse kann man auch wecken, ohne zu viel zu verraten. Alles spielt sich natürlich unter der Regel ab, dass es zu keinen Täuschungen kommt und der Film für was anderes verkauft wird als er ist. Aber da sind die Produzenten für verantwortlich.

Ich meine nur, dass der Trailer einfach nur den Film repräsentieren soll. Handelt es sich um einen ruhigen, indie-mäßigen oder an Arthouse grenzenden Film, so genügen auch Momentaufnahmen oder gar nur eine Aufnahme, um zu zeigen wie der Film ist. Je nach Publikum müssten noch Regisseur, Drehbuchautor, Kameramann und Schauspieler genannt werden. Das ist aber noch ein Zusatz, der in keinem Fall immer jedem gerecht gemacht werden kann, so groß wie das Publikum ist je nach Film. So viele Variabel, aber eines müsste bleiben: Der Trailer ist als Anreiz gedacht und nicht als Vorwegnahme des Films. Es ist einfach zu übertrieben Teaser, Teaser von Teasern, Trailer und extended Trailer zu haben, soweit eins davon doch genügt, solange es gut gemacht ist. Nora Stöhr hat es auch in ihrem Artikel erkannt: Irgendwie kann man die Produzenten in ihrem Verhalten nicht verstehen, wo doch das Publikum durch Statistiken zeigt, dass solche Spoiler-Trailer nicht gewünscht sind. Diese Statistik resultiert aber in 49% der amerikanischen Zuschauer. Zwei Prozent mehr und etwas mehr Feingefühl und Rücksicht der Produzenten und es könnte sich bessern. Davon gehe ich aber nicht aus.

2 Gedanken zu “[Kommentar] Trailer an der Grenze zum Spoiler; Artikel der Süddeutschen

  1. ,,Dem Zuschauer soll die Geschichte aus der Perspektive von jemandem erzählt werden, der den Film bereits gesehen hat und die besten Partien nochmal Revue passieren lässt.“- Bitte was????? Da hab ich auch jahrelang gedacht, der Trailer soll mir Appettit auf einen Film machen und dann sowas!? Da bin ich ganz deiner Meinung Khitos, so ein Schwachsinn!

    • Einfach die falschen Leute am Werk, wie man sieht😀
      Ich kann diese Ansicht auch nicht ganz verstehen, ganz zu schweigen von einem, der die Trailer wirklich produziert..

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