Media Monday #105

So, ich schaffe es! Es ist noch Montag! Gogogo!

1. Der/die coolste FluchtwagenfahrerIn ist der Driver aus DRIVE (ich kenne nicht so viele =().

2. Filme, in denen die Natur als Feind dargestellt wird finde ich super, denn dann bekommt die Natur einen eigenen Charakter und kann den Film bereichern.

3. Filme, in denen die ganze Zeit einfach nur gekifft und dabei blöd gelacht wird kann ich ehrlich nicht mehr sehen (ja ich schaue auf die Seth Rogen-Filme)

4. Der enttäuschendste Serienstart der letzten Jahre war für mich eindeutig ….[mir fällt keiner ein, der mich enttäuscht hätte] , weil es keinen gab.

5. Bryan Cranston war für mich lange Jahre untrennbar mit der Figur des Hal aus Malcolm in the middle verbunden, doch mit Breaking Bad ist es ihm gelungen, sich von diesem Image freizuspielen.

6. Ein(e) Buch(-Reihe), das/die ich gerne mal lesen würde, wenn ich denn ausreichend Zeit hätte, wäre die Game Of Thrones Reihe, auch wenn ich gerade noch dabei bin (möcht ja noch fertig werden!) und IMMER NOCH die Turm-Reihe von Stephen King (Bei Band 3 oder so abgebrochen). .

7. Mein zuletzt gesehener Film war  The Place Beyond The Pines und der war unglaublich stark, weil er ungemein lang geht, dafür aber die ganze Zeit schafft mich zu fesseln und ich nichts dagegen gehabt hätte, wenn er noch länger ginge. Einfach eine wunderbare Atmosphäre, authentische Dialoge, tolle Schauspieler, toller Score und tolle Inszenierung dieser Geschichte.

Breaking Bad – Season 1 & 2

Wer hätte gedacht, dass der kauzige Hal aus Malcolm Mittendrin der nächste große Undergroundboss der Drogendealerwelt werden wird? Ich jedenfalls nicht. Breaking Bad verhilft Bryan Cranston zu einem neuen Kultstatus, mitdem er neben seiner bisherigen freudig, aber tragisch komischen Rolle als Hal endlich seine dunklen Seiten zeigen kann. In neuer Gestalt als Mr. White, Walter H. White. Die Prämisse dieser Hitserie ist geradezu aus dem alltäglichen Leben gegriffen: Walter – überqualifizierter Chemielehrer an einem College – erfährt eines Tages, dass er Lungenkrebs und deswegen nur noch wenig Lebenszeit auf dieser Welt hat. Aufgrund einiger Umstände kommt er auf die Idee, diese restliche Zeit sinnvoll zu nutzen und seiner Familie, die bald um ein Kind reicher wird, ihre finanzielle Zukunft so gut es geht zu sichern. Die Idee: Drogen verkaufen. Als gekonnter Chemiker kennt er sich bestens aus und kann mit einem früheren Schüler – Jesse Pinkman, gespielt von Aaron Paul – das reinste, qualitativ beste Chrystal Meth herstellen, dass es auf den Straßen zu kaufen gibt. Seiner Familie erzählt er davon nichts. Er besitzt ab dem Zeitpunkt ein Doppelleben, was im Laufe der Zeit nicht nur ihn zerrütten wird, sondern auch alle Menschen um ihn herum.

Breaking Bad ist eine Mischung aus Familiendrama und Undergroundthriller. Manchmal weiß man gar nicht, welche Seite an dieser Serie eigentlich die spannendere ist. Denn nicht nur das Treffen mit verrückten Drogendealern und ihren Gewaltausbrüchen und das gefährliche Spiel mit der Knarre machen den Nervenkitzel aus. Auch die Familiendynamik im Hause White ist gefährlich. Walter White ist ein stolzer Mann, der selbst für sich und seine Familie sorgen will. Er will nicht von anderen finanziell unter die Arme gegriffen werden – mit Verachtung spricht er einmal von charity. Nein, Walter möchte kein Mitleid und auch zu keinem Wohltätigkeitsfall verkommen. Mit dem Drogen schafft er es eine Zeit lang immer Geld anzuhäufen, jedoch kann er es nur beschränkt – durch Lügen, auf denen Lügen folgen – benutzen, geschweige denn seiner Familie davon erzählen. Das Doppelleben wird ihm sehr schnell zum Verhängnis. Das Vertrauen in der Familie, besonders seitens seiner Frau Skyler (Anna Gunn), ist drauf und dran komplett in seiner Substanz zerstört zu werden.

Ausgeklügelt wirds, wenn man nicht nur die kleine Familie White ansieht, sondern auch die Schwester von Skyler und deren Mann hinzufügt. Marie (Betsy Brandt) ist eine kleine Bitch, deren Verhalten man manchmal überhaupt nicht rational erklären kann. Was jedoch viel interessanter ist, ist ihr Mann Hank (Dean Norris). Der ist nämlich angestellt bei einer kleinen Institution namens DEA – Drug Enforcement Administration. Seinen schlechten, dazu noch makaberen, Humor lässt er so so oft es geht heraus und grinst sich in fast allen Situationen einen ab. Das macht es nur noch schlimmer, da die gute Miene dem neuen Drogendealer der Szene doch so nahe steht und dies zu brisanten Dialogen und riskanten Situationen führt. Heisenberg ist der Name, den sich Walter gegeben hat und mitdem er seine Geschäfte führt. Heisenberg ist derjenige, den das DEA sucht, verfolgt und zur Strecke zu bringen versucht.

Zeitgleich führt Heisenberg seine Geschäfte mit seinem kongenialen Partner Jesse durch. In immer größeren Mengen, mit mal verrückten Kunden und mal mit stoisch, unauffällig wirkenden Käufern. Es gibt Tote, es gibt Blut, es gibt verängstigte Augen, die Schutz hinter einer Sonnenbrille suchen. Und dann gibt es noch einen zwielichtigen Anwalt, stupide esses und eine Sucht, die Jesse nicht loslässt. Chrystal Meth ist lange nicht mehr die einzige Droge, die hier geschnupft wird.

Trotz des gefährlichen Terrains, in dem sich Breaking Bad abspielt, und der empflindlichen Krebsthematik, bleibt Breaking Bad auf einem guten, aber nicht überwältigenden Niveau. Es steckt mehr Potential in dieser Serie, welches noch nicht ganz ausgeschöpft wurde. Es gibt keine Episode, die speziell hervorsticht, dafür aber auch keine, die wirklich schlecht ist. Dafür gibt es exzellente schauspielerische Leistungen zu sehen. Bryan Cranston trägt die Serie zu 73% großen Teilen mit seiner Darstellung dieses liebevollen, tragischen, aber gleichzeitig mutigen, ehrgeizigen, stolzen und harten Mannes. Nicht grundlos wurde er dafür zweimal mit einem Emmy geehrt. Alles in allem ist Breaking Bad nicht die konventionelle Serie, die man sonst zu sehen bekommt. Aber das ist doch in keinster Weise schlimm, oder? Im Gegenteil! Let’s cook, yo!

Beide Staffeln:

__________[ 7/10 ]__________

P.S.: Aufgrund einiger Beschwerden, will ich darauf aufmerksam machen, dass ich in keinster Weise das Zubereiten oder das Konsumieren von Drogen befürworte. Ich hab die Serie eher als unterhaltsamen, unkonventionellen Einschlag in die Serienlandschaft gesehen, die moralischen Dilemma zwar erkannt, sie aber nicht als wichtigstes Kriterium meiner Sichtung verstanden. 😉

It’s not about love, it’s about family! ~ Malcolm Mittendrin – Season 1

Mitm

Malcolm Mittendrin ist einer der wenigen Serien, für die ich wirklich extra aufgestanden bin, um an einem Samstag Vormittag etwas witziges zu sehen zu bekommen. Die Serie um Familie Wilkerson (laut imdb) hat mich nun wieder in ihren Bann gezogen und ich habe die Serie erneut angefangen. Erfreulich ist, dass es so ein nostalgisches Gefühl hervorruft, so alt, wie die Serie nun schon ist. Es ist auch einfach interessant zu sehen, wie sich die Schauspieler weiter entwickelt haben und was aus ihnen geworden ist. Letztendlich hat fast keiner so wirklich den Durchbruch geschafft, was aber nichts an der Qualität von Malcom Mittendrin ändert. Es stört auch nicht einmal, dass ich gerade erst den Nachnamen der Familie erfahren habe. Ich mein, The Janitor bleibt ja auch The Janitor in Scrubs, Namen sind da nicht so wichtig.

Die erste Staffel Malcolm Mittendrin (OT: Malcolm In The Middle) ist der Beginn einer wunderbaren Folge irrwitziger Geschichten um das Institut der Familie und die Dynamik innerhalb dieser. Diese Familiendynamik hat es in sich: Ein unselbstständiger, etwas hilfloser, aber mit allerlei Assen im Ärmel bespickter Ehemann und Vater Hal (Bryan Cranston), der schon in der ersten Folge als haariges Ganzkörper-Monstrum vorgestellt wird, das jeden Monat von der Frau rasiert werden muss; drei Söhne, Dewey (Erik Per Sullivan), Reese (Justin Berfield) und Malcolm (Frankie Muniz), die sich keine Sekunde Ruhe gönnen wollen und aller Ansicht nach auch nicht können, deren gegenseitige Abneigung sich in vielerlei heimtückischen Streichen und Auseinandersetzungen zeigt; Und noch ein Sohn Francis (Christopher Masterson), der jedoch als sehr schwarzes Schaf das Weite suchen musste, in eine Militärakademie, damit er von seinem Rebellentrip herunterkommt und vielleicht zu seinen Sinnen kommt, was die zentrale Figur dieser Serie so unbedingt will: Die Mutter (Lois; Jane Kaczmarek), eine – im buchstäblichen Sinne – Wahnsinnsfrau, die ihr Regelwerk unter allen Umständen durchzieht, sich nichts gefallen lässt, irgendwie in der chaotischen Familie überlebt, aber gerade auch verständlicherweise überlebt, weil sie gerade die treibende, überlebensnotwendige Kraft hinter dieser ist, ohne die es alleine noch disastöseres Chaos gäbe, Anarchie herrschen würde und womöglich die Lebensgefahr um einiges steigen würde. Eine Chaosfamilie, die von Nachbarn gemieden wird, von Fremden mit argwöhnischen Blicken bestraft wird und – so ist der ungeschminkte, tatsächliche Fall – nur Übles von einer Bekanntschaft erfähren würde.

Doch ein Lichtblick gibt es. Der kleine Malcolm ist trotz des Schabernacks, den er ständig mit seinen Brüdern treibt und den Ärger, den er selbst ständig hervorruft, etwas besonderer als der Rest der Familie. Grund dafür ist, dass seine Lehrerin etwas besonderes in ihm entdeckt hat: Malcolm hat einen IQ von 165. ,,Malcolm, special? What do you think that came from?“, die erste Antwort seines Vaters, der mit einem kleinen Lacher die Kundgabe am Esstisch kommentiert. Lois erkennt diesen Lichtblick, zwingt Malcolm in die spezielle Klasse Krelboyne für hochbegabte Kinder  zu gehen und aus seinem Glück etwas zu machen, denn Glück hat die Familie nun wirklich nicht oft. Das merkt man besonders in der letzten Folge der Staffel Waterpark, in der die Familie seit langem wieder einen Ausflug macht, und zwar zum großen Schwimmbad. Als dann die Rabauken wieder Stress machen ertönt es mit der mächtigen Stimme der Lois: ,,Do you think we are wealthy?! Do you think we are wealthy? Your father and I, we worked so hard, we worked so long. What is wrong with you?! Are you Aboriginees?!“ Der letzte Teil zahlt dem spaßigen Aspekt der Serie Zoll, aber der Rest beinhaltet wie so oft in der Serie einen Exklusivblick hinter die Gagfassade, in der es nicht immer nur um Spaß geht. Schon im Pilot erblickt man etwas vom ernsten, etwas tiefer gehenden Unterton der Serie, der sich ab und an dann wieder zeigt, den Spaß, den die Serie entwickelt, aber nicht verdrängen, sondern nur ein wenig vielschichtiger gestalten will.

Der Spaß, der bleibt den Zuschauern bis zuletzt erhalten. So schafft es die erste Staffel von Malcolm Mittendrin auf einen konstanten unterhaltsamen Niveau zu bleiben, in der es lediglich Ausreißer nach oben hin gibt. Ein Highlight bildet Folge 12 Cheerleader, in der Reese auf ein Mädchen steht, aber konstant nach dem Motto ,,Was sich neckt, das liebt sich“ jede Situation nutzt, um es zu ärgern, es halt zu necken und dann anschließend mit einer kindlichen Dauerlache und einem Winkewinke zu verabschieden. Dass das nicht so ganz fruchtet bemerkt er schließlich auch und ist bestürzt über seinen Misserfolg bei ihr, weint sogar und fragt Malcolm nach Rat. Das ist aber noch nicht alles, denn so wie der Großteil der Episoden geht es zeitgleich noch woanders rund. So blickt der Zuschauer in Deweys Kopf und sieht seine eigene komische Kinderwelt, die womöglich in jedem Elternteil einen Aha-Effekt auslösen wird, bekommen sie hier ja die manipulierende, fehlgeleitete Sicht eines Kleinkindes, welches die reale Welt in keinster Weise so sieht, wie es ein einsichtsfähiger Mensch tut. Hier wird auch ein Grund genannt, warum die Methode, um etwas von den Eltern zu bekommen (sprich: einfach lauter und mehrmals fragen), so exzessiv von Kindern angewendet wird: Die Eltern instruieren sie es zu tun. Hachja. Und anderswo in Alabama, wo Francis in seiner Militärakademie steckt, kommt er mit seinem Kommandanten ins Gespräch und erforscht dessen seelische Probleme. Dass hier wieder die Figur der Mutter eine zentrale Rolle spielt, kann man sich ja denken. Der achso harte, kalte Mann wird zur Memme, wenns um die eigene Mutter und die vielen Komplexe geht.

Beginnt die Staffel noch recht zurückhaltend, findet sie ab der Hälfte einen sehr guten Rhythmus und mausert sich mit drei beinahe perfekten Folgen (12 bis 14). Zu erwähnen wäre hier vielleicht noch Folge 14 The Bots and the Bees, in der Hal es ein paar Tage ohne seine geliebte Frau aushalten muss und sogleich seinen Verstand zu verlieren scheint. In Wahrheit ist er nämlich ein Rebell, ein Punk und ein Verrückter zugleich. Ab diesem Zeitpunkt weiß man auch endlich warum die Kinder so sind wie sie sind.
Es passiert noch viel, viel mehr, aber das sollte man lieber selbst sehen. Im Grunde lässt sich Malcolm Mittendrin schon hier als herzhaft, chaotische Serie bezeichnen, die viel Witz besitzt und nicht vergisst auch ein paar Stufen unter die Oberfläche zu gehen. So langsam lernt man die Charaktere kennen, vom wichtigsten kleinen Rabauken Malcolm zum Ladenmitarbeiter Craig (David Anthony Higgins), der in Lois verschossen ist. Die erste Staffel hat ohne Frage Anlaufschwierigkeiten, aber wenn man erstmal weiter schaut und die Familiendynamik begreift, dann ist man einfach…mittendrin.

_____[ * * * * ½ ]_____