Filmkritiken: Unfriend – Gut zu Vögeln – Die Winzlinge – Star Wars VII – Solace – Im Herzen der See – Arlo & Spot

Ich berichtete schon, dass ich wieder bei Sneakfilm.de aktiv bin und Rezensionen schreibe. Die im Titel genannten Filme wurden schon gesichtet und rezensiert. Es kommen noch einige mehr! Falls ihr euch für meine Rezensionen interessiert, dann besucht gerne sneakfilm. Jeder Besuch ist gerne gesehen 🙂

Fangen wir mal an:

Unfriend 7/10
Überraschend guter, moderner, wirklich vielseitiger Horrorfilm, der das Genre wieder frisch beleuchtet.

Gut zu Vögeln 4/10
Fast wie jede andere deutsche Komödie. Wer darauf steht, gerne.

Die Winzlinge 6/10
Sehr schöne Animationen und eine Geschichte ohne jeglichen Text. Sehr süß!

Star Wars VII – 7,5/10
Ja, der Auftakt ist geglückt. Es ist einfach spaßig, abenteuerlich und stellt tolle neue Charaktere vor, allen voran Kylo Ren.

Solace – 3/10
Wirklich ein verwirrendes Stück Filmchen, das nicht genau weiß wo was hingehört und zu viel versucht und doch wenig schafft.

Im Herzen der See – 6/10
Anständige Geschichte über Moby Dick, die stellenweise sehr mitreißend ist, jedoch auch nicht ganz der Blockbuster ist, der er hätte sein können.

Arlo & Spot – 4,5/10
Pixar kann es nunmal nicht immer. Eine einfache Geschichte, keine großen innovativen Ideen und wirklich nur was für Kinder. Der hohe Druck an Pixar schadet eher.

 

Neue Kamera!

Voigtländer

Ich habe mir letztens eine neue Kamera auf einem Flohmarkt gekauft: Eine Voigtländer Vitomatic IIa. Ja, es ist eine analoge. Ich habe sicherlich noch nicht meine Nikon gemeistert (komme damit aber schon ganz gut klar), hatte jedoch schon

sehr viel Lust auch mal analog zu schießen.

Erstmal musste ich jedoch testen, ob diese Kamera wirklich funktioniert und ob der Verkäufer mich nicht reingelegt hat (Vor einem Jahr hätte sie noch funktioniert meinte er). Ich habe dann nun den ersten Farbfilm vollgeschossen und: Es funktioniert! Oben ist die Kamera mit dem ersten Batzen entwickelter Fotos zu sehen. Einige waren noch verschwommen und einfach nur aus Experimentierfreude entstanden, doch andere auch bewusst ernst, um auch die Qualität zu testen. Und ich muss sagen: Tolle Fotos im Hinblick auf die Schärfe und Farben.

Ich bin immer noch sehr erstaunt, wie so etwas ohne Batterien klappt. Einen großen Dank an die Technik 😀

Ich bräuchte nun nur noch einen Scanner…dann kann ich die entwickelten Fotos auch noch präsentieren. Doch zunächst will ich dann noch mehrere Filme voll bekommen, insbesondere auch Schwarz/Weiß Filme, da diese mir auch sehr gefallen. Also: Es werden noch mehr Fotos kommen! =)

Die Kritiker deines Vertrauens

HeaderEs gibt Menschen, die nur auf ihr eigenes Empfinden hören und sich nicht von anderen beeinflussen lassen wollen. Doch manchmal ist dies einfach nicht möglich. So viele Gefahren könnten in einer einfachen Entscheidung liegen ins Kino* zu gehen. Zuvorderst wäre da der Zeitverlust, den ein Kinobesuch mit sich bringen würde; für einen Film, den man überhaupt nicht mochte und die Zeit nur zu gerne wieder haben würde. Weiterhin spielt auch der Kostenfaktor eine Rolle. Die Kinopreise sind teilweise sehr hoch und man muss sich wirklich genau überlegen, ob man 8€ für einen Film ausgeben möchte, vielleicht sogar 13€ mit Überlänge und 3D Zuschlag an einem Samstag. Als Filmeliebhaber wird man sicherlich schon ein gewisses Wissen an Schauspielern und Regisseuren haben, dass man selbst einschätzen kann, ob ein Film einem liegt oder nicht bzw. der Kinobesuch sich lohnt oder nicht. Auch die immer länger werdenden, manchmal zu viel zeigenden Trailer können einem Aufschluss darüber bieten, ob man den Film mögen wird oder nicht, soweit dieser den Film nicht komplett verfälscht präsentiert. Doch es besteht dennoch stets ein Risiko, dass der Kinobesuch nicht so wird, wie erhofft. Manchmal ist das Eingehen des Risikos gerade auch der Sinn der Sache, wenn man sich die vielen Sneak-Previews ansieht.

Im Normalfall wird man sich aber dennoch erst einmal ein paar Kritiken anschauen oder einfach nur Sternebewertungen, um sich vorher gewissermaßen, dass sich der Kinobesuch lohnt oder nicht. In meinem Fall ist es so, dass ich mich doch recht schnell beeinflussen lasse, soweit einer meiner Lieblingskritiker eine gewisse Tendenz vorweist für einen Film. Ein wenig konterkarierend für einen Hobby-Filmrezensenten, jedoch hält es sich auch in Grenzen, da ich grundsätzlich immer ca. 0,5 Punkte zu viel vergebe und es nach einer kleinen Bedenkzeit meist zurückschraube.

Ich habe einige Kritiker, die ich sehr schätze und mit denen ich häufig d’accor gehe, aber es manchmal auch ganz anders sehe. Es zeigt sich natürlich erst mit der Zeit, welche Kritiker einem liegen, doch interessiert es mich, was eure Kritiker sind, auf dir ihr zurückgreift, wenn ihr nicht weiter wisst. Daher frage ich explizit erstmal Flo, Don und bullion und eröffne die Frage auch an alle anderen, die das gerne beantworten würden.

Nun zu meinen Kritikern:

Filmspotting

Ich habe diesen Podcast seit Jahren gehört und schätze ihn wirklich sehr. Ich habe nicht wirklich viele Podcasts ausprobiert, doch ich habe es nicht für nötig erachtet noch andere aufzusuchen, wenn dieser schon so kompetent ist und mich immens unterhält. Filmspotting bestand als ich damit angefangen habe aus Adam Kempenaar und Matty Robinson und nun aus Adam und Josh Larsen. Ich kann diesen Podcast nur empfehlen! Gerade die Tiefe der Unterhaltungen, die die beiden an den Tag legen ist wirklich beeindruckend und weitaus besser, als ich bisher über einen Film nachgedacht hätte. Die beiden bringen stets neue Aspekte in das Gespräch, die den Film wirklich niedermachen oder sogar noch retten könnten. Problematisch ist wirklich nur, dass die beiden meist die Filme schon früher sehen und besprechen als ich, sodass ich bei manchen Filmen auch vorspulen muss, aber später darauf zurückkomme. Sternebewertung wird bei ihnen nicht unbedingt hervorgehoben, auch wenn sie es auf ihrer Seite einsetzen. Josh Larsen hat jedoch seine eigene Seite, wo er selbst noch schreibt. Diese Texte kann ich auch nur empfehlen.

Alles in allem super Typen, die es verstehen ihre Meinung kompetent kund zu tun und die ich sehr schätze.

James Berardinelli

Hier weiß ich selbst gar nicht mehr, wie ich auf ihn gekommen bin. Ich glaube aber, dass er auch zu den bekannteren Kritikern in Amerika gehört. Bei Herrn Berardinelli schätze ich es, dass er natürlich zunächst auch einen ähnlichen Geschmack hat, wie ich, aber letztendlich auch nicht zu abgehoben ist, stets eine verständliche Sicht auf den Film bietet und dies auch sehr einfach zu beschreiben weiß. Er verdammt auch nicht direkt jeden Blockbuster und sieht in vielen Filmen auch das Gute. Seine Sternebewertungen gehören auch zu meinen ersten Seiten, die ich vor einer Sichtung eines unbekannten Films begutachte.

Michael Phillips

Wer Filmspotting kennt, der kennt auch Michael Phillips, ,,the monthly visitor“ der Show, wie er letztens sehr lustig genannt wurde. Die Kritiker aus Chicago haben es mir einfach angetan. Chicago bietet neben tollen Serien auch sehr gute Kritiker! Michael Phillips gehört auch zu einem der Kritiker, die anscheinend 8 Filme pro Tag schauen (ob mit Festival oder nicht) und immer noch genau wissen, was dort passiert ist und dann noch eine souveräne Meinung dazu haben. Er schaut sich wirklich auch viele kleinere Produktionen an und kann mit Sicherheit viele Geheimtipps vergeben. Er gehört bei Filmspotting als häufiger Gast wirklich zu den witzigen Kritikern, die das Rezensieren einfach im Blut haben. Das hat er auch direkt gezeigt, als er letztens mit Tasha Robinson die Show gehostet hat, weil die anderen beiden Urlaub hatten.

Das wars von meiner Seite erstmal. Es sind nicht viele, aber das sollte auch genügen. Man will ja auch schnell ins Kino und nicht vorher zu viel Recherche tätigen müssen.

(*entsprechend anwendbar auf DVD-Ausleihe)

Iron Man III – Somehow It’s Good

Iron Man IIIDer erste Teil von Iron Man war gut, hat für Wirbel gesorgt, Robert Downey Jr. als Massenphänomen etabliert. Der zweite Teil wurde von Kritikern zerrissen. Der dritte und neueste Teil genießt die Vorzüge des Ruhms und lässt vermutlich jedes Nerdherz höher schlagen, wie es schon bei The Avengers (a.k.a. Iron Man and his Entourage) geschah. Denn es gibt hier wunderbar inszenierte Actionsequenzen, in denen sich Tony Stark die Iron Man Anzüge anzieht, wieder auszieht, sie von Fernem steuert und das alles binnen weniger Momente. Dass das doch sehr stark an die Verwandlungen von den zuhauf kritisierten und gemiedenen Transformers erinnert, mag man da wohl etwas verdrängen. Denn Tony Stark (Robert Downey Jr.) ist zurück und verkündet es lautstark dem neuesten Endgegner Mandarin (Ben Kingsley), der die Welt in Atem hält. Tony nennt seine Adresse, welche auch sogleich vom Bösewicht gefunden wird. Ein toller Anfang. Ein Iron Man, der sich sehen lassen kann, wäre er sich doch nicht selbst im Wege. Shane Black hat hier das aufgegriffen, was von Teil I und II und The Avengers zurückgelassen wurde: Einen Iron Man, der sich seiner Menschlichkeit bewusst wird und nur nach außen hin der coolste zu sein scheint.  

Iron Man III ist in seinem ersten Drittel eine wahre Pracht, muss ich sagen. Schon am Anfang werden Erwartungen erfüllt und sogar übertroffen. Iron Man ist nicht nur ein arroganter Playboy, sondern ein liebevoller Mann, der dies jedoch nur auf eine andere Art zeigen kann. Für seine geliebte Freundin Pepper Potts (Gwyneth Paltrow) macht er alles, um sie in Sicherheit zu bringen und zu erhalten. So wird man auch schon in der wahrhaftig bombastischen Attacke von Mandarins Leuten auf sein Anwesen Zeuge, wie er unter all dem Beschuss noch sein wichtigstes Hab und Gut zu schützen vermag. Eine tolle Szene, die den Grundboden eines großartigen Anfangs bereitet. Nicht zuletzt auch in Anbetracht der neuen Technologien, bei der Iron Man seine Anzugteile auch lenken kann mit seinen Händen. So lassen sich viele neue Ideen entwickeln, die auch direkt genutzt werden. Man denke nur an eine Szene, in der Iron Man sich selbst mithilfe seines Anzugs aus einer eingeengten Lage herauszieht. Sicherlich wurde dazu auch die A.I.-Persönlichkeit des Jarvis (gesprochen von Paul Bettany) weiterentwickelt, um solche Aktionen zu erfüllen.

Ich muss sagen, ein toller Anfang. Und was passiert dann? Natürlich das, was ein Iron Man Film haben muss: Zu viel Komik. Es gehört natürlich zu seinem Bild als Iron Man, dass er immer locker drauf ist, in jeder Actionsequenz, gleichgültig der lebensbedrohlichen Lage seiner geliebten Freundin (!) und sich selbst, noch einen kecken Spruch auf Lager zu haben scheint. Insbesondere geschieht das in einem wichtigen Handlungspunkt, der die ganze Geschichte auf den Kopf stellt. Es ist halt ein Drehbuch, dass diesen Charakerzügen zuspielt. Man gibt der ganzen Story eine beinahe lächerliche Wendung. Es ist einfach zu viel. Damit muss man sich arrangieren können. Für einen Fan sicherlich keine große Aufgabe, doch einem Skeptiker wie mich dann doch zu viel. 

Gleichzeitig werden seriöse bzw. erwachsene Aspekte eingefügt, die nicht wirklich funken wollen. So zum Beispiel die Panikattacken von Tony. Er träumt immer noch vom Wurmloch, in das er bei The Avengers durchgeflogen ist. Es wird ein paar Mal erwähnt, ein wenig gezeigt, dass ihn nicht alles kalt lässt und dann? Nichts. Es wird ein paar Mal erwähnt und gezeigt und dann hat es sich auch. Vergleichbar mit The Dark Knight Rises wird der Held nicht mehr darauf angesprochen. Nur wird bei Batman – zugegebenermaßen nicht häufig –  auch gezeigt, was aus solch emotionalen bzw. psychischen Problemen folgen kann. Hier ist leider dafür keine Zeit.

Weiterhin wird versucht durch die Stimme im Off von Iron Man eine gewissen epische Atmosphäre zu entwickeln, die sich insbesondere zum Ende hin zeigt. Dabei wird leider deutlich, dass Iron Man gerade keine große Figur ist, die für etwas steht, keine Figur, die etwas wichtiges symbolisiert. Er ist einfach Iron Man. Eine ernüchternd lasche Beschreibung, die in keiner Weise mit der von The Dark Knight zu vergleichen ist. Erneut ist hier jedoch auf die Figur des lockeren, lässigen Iron Man zu schauen, der gerade nichts großartiges darstellen will. So bekommt man eigentlich nur das, was man erwartet. 

Im Gegensatz dazu brilliert gerade der zweite Fiesling Aldrich Killian (Guy Pearce). Pearce ist schon in Lawless ein ungemein guter Bösewicht gewesen und zeigt auch hier seine dunkle Seite. Er hat gerade das gewisse Verrückte, das Fanatische in seinem Gesicht und kann dies auch hier zeigen. Es ist wirklich eine Freude ihn in solchen Rollen zu sehen. Genau so James Badge Dale, der wohl der Chef der Handlanger von Mandarin darstellt. Auch er ist ein nicht zu unterschätzender, kaugummikauender Charakter des Films. Dahingegen haben die anderen Charaktere nicht sehr viel zu tun. Paltrow darf auch mal etwas zuschlagen, bleibt aber ansonsten am Rande. Das gleiche gilt für Rebecca Hall, die ihren dreidimensionalen Charakter als wichtiges Glied zwischen Bösem und Gutem nicht wirklich Effekt verleihen kann. Die Bösewichte haben hier die Nase vorn.

Iron Man III ist besser gewesen als ich erwartet hatte. Besonders die Actionszenen lassen einen wirklich staunen, wenn man sich neben der Attacke auf Iron Mans Anwesen noch die Rettungsaktion in der Luft ansieht. Die zusätzlichen Euros für die 3D Brille wären jedoch wieder einmal nicht nötig gewesen. Nichtsdestotrotz bekommt man was geboten und wird seinen Spaß haben. Eigentlich stand Iron Man III nicht auf meinem Plan, ich bin aber froh ihn doch gesehen zu haben.

__________[ 6/10 ]__________

Voll Abgezockt – Bateman liefert erneut keine Leistung, McCarthy enttäuscht immens und warum der Titel zweideutig ist

Identity ThiefVoll Abgezockt, wie der deutsche Titel von Identity Thief so schön heißt, ist, wie nicht anders zu erwarten, ein recht langweilig gestricktes, abstruses Werk von einer Komödie. Warum die Erwartungen nicht allzu hoch geschnürt werden sollten wird zunächst durch den Regisseur Seth Gordon begründet. Er hat zwar die zu Unrecht abgesetzte Serie Breaking In erschaffen und ein paar Folgen inszeniert, ist jedoch auch für die grauenhafte Komödie namens Horrible Bosses verantwortlich. Und das ist mir erst nach einer kurzen Recherche aufgefallen. Denn mit Identity Thief wird oder eher sollte Seth Gordon keinen Erfolg mit Komödien haben, wenn er mit diesen beiden Filmen sich profilieren will.

Des Weiteren sind es die Schreiberlinge Craig Mazin und Jerry Eeten für die Story und das Drehbuch verantwortlich, in welchem kurz zusammengefasst Sandy Patterson (Jason Bateman) seine Identität von Diana (Melissa McCarthy) durch Kreditkartenphishing geklaut wird und Sandy versucht Diana einzufangen und beide eine wildes Abenteuer durchleben. Das hört sich doch fantastisch an, wenn denn nicht Craig Mazin auch das Drehbuch zu Hangover 2, 3 und ein paar neueren Scary Movie Teilen geschrieben hätte. Wenn man den Film gesehen hat, dann hätte man meinen können, dass dahinter auch die Verantwortlichen von Due Date steckten. Denn es ist eine simple Struktur: Die Einleitung wird in drei Minuten abgehandelt, woraufhin der Protagonist, um alles zu regeln, aus unerklärlichen und unsinnigen Gründen selbst alles in die Hand nehmen muss, um dann mit dem Antagonisten über 100 Minuten lang in immer abstrusere Geschehnisse verwickelt wird, in dem jeder übertrieben unfair behandelt wird, nur um dann zum Schluss doch in einer Art und Weise eine Verbindung zu dem Gegenüber zu entwickeln.

Alles schön und gut. Möglicherweise könnte diese Formel auch funktionieren, wenn die richtigen Leute am Werk wären. Hier stimmen jedoch Regisseur und Drehbuchautor schonmal nicht. Weiterhin wird immer noch Jason Bateman für eine Rolle eingestellt. Es ist fast schon ein Mysterium, wie dieser Mann noch Arbeit findet. Seit dem ich Jason Bateman auf der Leinwand kenne hat er stets den gleichen Charakter gespielt. Ein paar Facetten hat er in The Switch gezeigt und ich erhoffe mir wirklich, dass er im kommenden Disconnect in einer hoffentlich etwas ernsteren Rollel ein wenig mehr von seinem noch immer nicht zu sehenden Potenzial zum Vorschein bringt. Ansonsten spielt er wie immer den stinknormalen, langweiligen Kerl im Anzug, der immer Probleme zu haben scheint, aber stets die selbe Miene verzieht und es selbst lösen muss. Ein Mann, ein Gesicht, kein guter Schauspieler.

Dann wäre da Melissa McCarthy, die wohl etwas zu viel Ruhm für ihre Oscarnominierung für ihre Rolle in Bridesmaids geschnuppert hat und meint, sie könne auch diese Rolle irgendwie gut rüberbringen. Das klappt leider nur bedingt. Das Drehbuch gibt ihr die Rolle eines Arschlochs und ich weiß nicht, wie man so eine Rolle spielen wollen will. Auch wenn es mit dem Verlauf der Geschichte erklärt wird, warum sie so arschig ist, wird das nicht alles wieder vergessen machen, wie ungemein asozial sie sich gegenüber jedem und allem verhält. Da helfen auch nicht die zum Ende hin sich vermehrenden Szenen, die den Zuschauer in eine rührende Stimmung versetzen sollen durch entsprechend schöne Hintergrundmusik und nicht nachvollziehbaren menschlichen Beziehungen, die manipulativ in Szene gesetzt werden. Melissa McCarthy, so sympathisch sie auch ist, kann auch diese Rolle nicht herumdrehen.

Leider wird auch Amanda Peet als Ehefrau von Sandy völlig verschenkt. Sie dient als Beilage und ist in dem ganzen Werk mit eine der besten Figuren. Es ist jedoch allein dem kommerziellen Erfolg solcher Komödien zu verdanken, dass sich so viele Stars blicken lassen. So zeigen sich in kleineren Rollen auch Eric Stonestreet, Jon Favreau, John Cho und Ellie Kemper. Und immerhin lohnt es sich wohl auch, denn im ersten Wochenende hat es fast das Budget wieder eingespielt. Besser macht das Identity Thief jedoch nicht.

__________[ 1,5/10 ]__________

Arrested Development – Season 1 – 3

Arrested Development ist mit einer der bestbewertesten Serien auf IMDb. Mit der Wertung 9,7/10 habe ich schon einiges erwartet. Meine Befürchtung war aber immer, dass sie einfach nicht witzig genug ist oder seinen Lobhymnen nicht standhalten kann. Diese Befürchtungen wurden aber leider teilweise Wirklichkeit. Arrested Development ist nämlich nicht das Witzigste, was ich je gesehen hätte. Der Humor ist sehr einfach gehalten, es gibt sehr viele Wortspielereien, grobe Missverständnisse, viele verschiedene Familienmitglieder, die ihre speziellen Eigenartigkeiten aufweisen und auf denen viele Gags basieren. Mittelpunkt ist Michael Bluth (Jason Bateman), der als vermeintlich einziger Normaler in dieser sehr verrückten Familie alles richten muss, weil sein Vater George (Jeffrey Tambor) mit illegalen Machenschaften in seinem Unternehmen verbunden ist und deshalb ins Gefängnis muss. Aber diese Konstellation birgt aufgrund seiner Charakterentwicklung Schwierigkeiten. Michael hält sich für den besten, ist oft arrogant, ist gerade nicht immer der Erlöser der Familie und desöfteren einfach extrem unsympathisch. Die Storyline ist über alle drei Staffeln nicht der Rede wert, weil sie sich einfach nur etwas wiederholt. Ein Familienmitglied (oder mehrere) macht wieder einmal Stress und Michael ist genervt und versucht die Situation zu lösen. Michael ist die ganze Zeit über einfach nur genervt und fährt von Ort zu Ort, um mit allen Beteiligten zu reden, was am Ende einfach gar nichts bringt, sodass es ständig in einer argwöhnischen Situation endet, die kein Resultat besitzt.

Das Problem, dass ich mit Arrested Development hatte, ist dass es für die Zeit einer Episode einfach oft viel zu ruhig ist, alles laufen lässt und selten einen Höhepunkt aufweisen kann. Da können gelegentliche Wortspielereien auch nicht immer diese nah an Langeweile grenzende Atmosphäre retten, was aber nichtsdestotrotz nicht heißt, dass nicht einige dieser Spielereien dennoch einen wiederkehrenden Unterhaltungswert aufrecht erhalten können, wenn man sich denn erst so langsam an die Serie gewöhnt hat. Zu erwähnen ist natürlich die Nichte von Michael mit dem eigenwilligen Namen Maeby (Alia Shawkat) oder die groteske Namenwahl seines Sohnes, der unglücklich George Michael (Michael Cera) heißt. Daneben wäre noch der Anwalt Bob Loblaw (schnell ausprechen!) und einfache, simple Aussagen wie „I blue myself“ zu erwähnen, die die Finesse der Dialoge auszeichnen. Ich musste mich wirklich erst an diesen Humor gewöhnen, aber wenn man einmal drin ist, kann man über die vielen Hänger auch gelegentlich hinwegsehen. Enttäuschend ist jedoch, dass sich die Serie nie wirklich was traut etwas anderes zu zeigen, als sie es in den drei Staffeln macht. Es gibt keine wirklichen Ausreißer nach unten, aber dafür auch nie wirklich eine Episode, die sich von den anderen abheben könnte. Alle Folgen sind in ihrer Art gleich und deshalb auch etwas fad, wenn man das Gesamtbild betrachtet. Es ist natürlich immer wieder witzig, wie George Michael versucht sich seiner Cousine Maeby zu nähern, weil er sich in sie verliebt hat, aber so ganz das Highlight lässt sich dort auch nicht finden. Entzückt war ich Portia de Rossi zu sehen, die ich zunächst nur aus Better Off Ted kannte. Aber das hat die hohe Wertung auf IMDb immer noch nicht gerechtfertigt, auch wenn Staffel 3 im Gegensatz zu den anderen beiden einen Sprung nach oben gemacht hat. Insgesamt einfach nur „gut“.

Durch die letzten Worte in der letzten Folge und durch aktuellen Neuigkeiten wird gemunkelt, dass es bald wohl einen Film geben wird. Ich bin skeptisch, ob sich das Konzept der Serie auf Spielfilmlänge ausbreiten lässt, aber ich lass mich gern überraschen.

__________[ 6,5/10* ]__________

*Für alle Staffeln zusammen. Einzelbewertungen: S01 – 6/10, S02 – 6/10, S03 – 7/10