White Blossom – Hélène – Digital – Frechen, Cologne

It’s way to long ago that this shoot has happened, but what can you do? We searched for a suitable tree, which was this kind (with white blossoms) and which is low enough to stand in. Hélène found one with her fantastic eye and called me to get there and shoot and shoot! Thank you Hélène for this push!

I really hope you like the photos! I tried to get a little more experimental with the composition and with playing with the scarf (which did not work all the time unfortunately…). These are the results I got from it. I am pleased with it.

If you like to see more of my stuff, feel free to contact me via Twitter, Facebook or my site 🙂

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Top 9: Die besten TV-Paare

Liebe, Liebe, Liebe. Das gibt es natürlich auch in allerlei Serien. Aber oft ist es künstliche Liebe, geschauspielert, gerade ohne den Einsatz des Herzens. Hier ist meine Liste der besten TV-Paare. Ich vergesse ständig bestimmte Personen, die eigentlich irgendwo hingehören, von daher kann mir das hier auch sehr gut passieren. Wie immer war mir nur klar wer auf Platz 1 stehen würde. Ich habe nach Kriterien ausgewählt, die man vielleicht nicht ganz nachvollziehen kann, aber mich und meine Gedankengänge können viele Menschen nicht nachvollziehen, von daher ist es vielleicht nicht so schlimm bzw. interessanter. Nun denn. Ich wollte Paare, die ich zu aller erst selbst mag, die einfach sympathisch sind. Dann sollte das Paar selbst in der Serie zueinander passen, die Chemie und knisterknister halt. Dann kommt die ganze Interaktion innerhalb der Serien zwischen den beiden Beteiligten ins Spiel. Hier wird es schwierig für Comedyserien, da diese weniger Wert auf die Beziehungen legen. Da haben Dramaserien den Vorteil, aber die Liste wird  nicht so einseitig werden. Ich finde, wie immer nur sehr schwer weitere Paare, die wirklich in die Liste gehören. Aus diesem Grund bin ich für weitere Vorschläge immer offen und interessiere mich auch für eure liebsten Paare. Ab Platz 4 wirds etwas wackelig mit meiner List…aber nunja, los gehts:

9. Ned und Chuck aus Pushing Daisies

Ich habe nur ein paar Episoden von Pushing Daisies gesehen und aufgehört, als ich erfahren habe, dass die Serie abgesetzt werden sollte. Ich weiß auch nicht was früher in mich gefahren ist. Ich mochte die Serie sehr und besonders dieses süße Pärchen. Dieses steht so weit hinten, weil ich wirklich nur wenig von den beiden gesehen habe, aber ihr Zusammenspiel sehr entzückend fand und die beiden einfach…ein..ja, süßes Paar sind. 😀

8. JD und Turk aus Scrubs

Cheate ich hiermit? Kommt schon, JD und Turk sind das einzige wahre Paar in Scrubs gewesen und was für eins. Ich liebe wie diese Bromance so zelebriert wird, stolz und wann immer es geht. Und das wichtigste: Die beiden lieben sich doch wirklich. Eine etwas andere Liebe, aber Liebe nichtsdestotrotz.

7. Michael und Sara aus Prison Break

Ich weiß auch nicht. Da war wirklich was zwischen den beiden. Die Serie an sich ist immer ein Stück schlechter geworden, aber mir gefiel immer die beiden gemeinsam zu sehen. Es ist doch eine tolle Geschichte, vom Häftling verführt und dann draußen gemeinsam überleben. Und das Ende war ziemlich traurig…

6. Lily und Marshall aus How I Met Your Mother

Lily und Marshall stellen ein sehr tolles Paar dar – schon und besonders in der ersten Staffel mit dem besten Moment der gesammten Serie bisher. Mir gefällt die romantische Vorstellung von den beiden. Sie sind so lange zusammen und lieben sich noch immer. Wenn es darauf ankommt sind die beiden das emotionalromantische an How I Met Your Mother (auch wenn Barney so langsam herankommt ;))

5. Chuck und Blair aus Gossip Girl

Ich bin gemein, glaube ich. Eine so banale Serie vor vielen anderen tollen Serien zu stellen. Aber wenn ein Paar den einzigen Grund darstellen, warum ich die Serie überhaupt weiter schaue, dann haben sie es schon verdient irgendwo weiter vorne zu sein. Die beiden gehören einfach zusammen. Ich liebe das Hin und Her zwischen den beiden und die Gegenüberstellung von diesen großen Polen. ‚I’m Chuck Bass‘, das genügt, um klarzustellen mit welcher großen Person man es zu tun hat. Und Blair Waldorf ist in Upper Manhatten auch kein unbekannter Name. Sie sind große Figuren, die gemeinsam einfach zu mächtig sind und das Gleichgewicht der Welt zerstören könnten. Umso witziger und unterhaltsamer ist der Werdegang von Chuck, der es dann endlich schafft die drei Worte zu sagen, vor denen er sich immer gedrückt hat. Wundervolles Paar, ja.

4. Pam and Jim/Michael und Holly aus The Office US

Und schon wieder: Es gefällt mir den Werdegang von Paaren mitzuerleben. Freundschaft, der erste, gescheiterte Versuch der Liebe, Abstand, Spannungen, Freundschaft und dann endlich, endlich gegenseitige Liebe. Ich habe vor nicht allzu langer Zeit die Serie nochmal geschaut und ich kann nicht drumherum neben dem großen, offensichtlichen Pärchen auch Michael und Holly zu erwähnen, da die beiden einfach perfekt zueinander passen und neben Pam und Jim das zweite große Pärchen bei The Office US darstellen. Da ich kein tolles Bild von Michael und Holly gefunden habe muss man sich mit dem einen begnügen. Gerade im Hinblick auf den neuesten Verlauf in Staffel 7 wird man Michael und Holly gratulieren müssen. Sie denken gleich, sie fühlen gleich und haben den gleichen Humor – die beiden gehören auf jeden Fall zusammen und haben mich mit ihrer Beziehung sehr gerührt. Wenn ich aber zurück zu Pam und Jim komme, da habe ich eine Szene entdeckt, die mich ziemlich mitgenommen hat: Staffel 4 Episode 4 – Dwight ist bedrückt, weil Angela und er auseinander gegangen sind und Angela mit Andy ausgehen wird. Jim geht im Treppenhaus zu ihm, wo er gekauert gegen der Wand sitzt. Jim erzählt ihm, warum er Scranton verlassen hat (wegen Pam) und was für Schmerzen er hatte. Die Aufnahme, in der Dwight traurig zur Wand blickt, am Weinen und Jim nachdenklich leicht in seine Richtung schaut – grandioser stiller Moment. Danach geht Jim wieder ins Büro und küsst Pam, da ihm gerade in diesem besonderen Moment wieder bewusst wurde, dass sie nun zusammen sind und er sie liebt.

3. Chandler und Monica aus Friends

Bei Friends Pärchen war ich mir nicht so sicher. Mir gefielen aus Sympathiegründen Chandler und Monica stets mehr als Ross und Rachel. Letztere waren ja eigentlich das Pärchen, dass quasi repräsentant für Friends stand, und doch mochte ich das andere Pärchen lieber. Eher im Hintergrund und auch wenn sie im Verlaufe der Staffeln nicht mehr ihre gewohnte Form liefern konnten, so macht es doch Spaß von den früheren Staffeln an Stück für Stück den Weg der beiden mitzuverfolgen, wie sie sich erst als Freunde näher kamen und dann schließlich heiraten. Beim Heiratsantrag der beiden kommen mir immer noch die Tränen.

2. Matt und Julie aus Friday Night Lights

Matt und Julie, Matt und Julie. Friday Night Lights ist ja eh die vernachlässigste, beste Serie, die es in den letzten Jahren gab. Die Dynamik zwischen allen Charakteren ist so ausgereift und glaubhaft, besonders in der Taylor Familie, dessen Familiendynamik einfach nur überwältigend ist. Eine Familie…aber dazu später einmal. Matt und Julie sind ein Paar, wie jedes andere Pärchen, jung und verliebt und nicht ganz sicher was sie in der Zukunft machen werden und ob sie überhaupt zusammenbleiben werden nach der Schule. Der Werdegang dieser beiden ist mit vielen Problemen behaftet, es geht nicht immer harmonisch zu. Julie ist ein Charakter gewesen, die die Beziehung stets kompliziert gemacht hat, sie wollte was erleben, sie wusste aber nicht genau was sie wollte. Matt liebte sie, das wars, mehr nicht, mehr brauchte er auch nicht. Es war schmerzhaft und gleichzeitig rührend den beiden zuzusehen. Julie macht viel Mist, viel, viel Mist – aus diesem Grund sind gerade die letzten Folgen von Friday Night Lights umso bewegender gewesen. Die beiden sind zwar jung, aber sie lieben sich und – das zeigt die letzte Staffel besonders – sie gehören zusammen. Die beiden werden nur von diesen beiden überboten:

1. Tami und Eric Taylor aus Friday Night Lights

Tami und Eric Taylor, die Eltern von Julie, auch bekannt als Coach und Mrs. Coach. Die beiden stellen das perfekte Paar dar. Sie sind verheiratet, haben zwei Kinder, der eine Football Coach, die andere Beraterin in der Schule bzw. Schulleiter. Klingt langweilig, nicht wahr? Ist es aber bei weitem nicht. Die beiden sind wohl das größte Zugpferd von Friday Night Lights. Die beiden herrschen über Dillon, Texas. Naja, tatsächlich haben sie diese Stellung nur teilweise inne, aber wenn was nicht läuft, dann halten sie zusammen. Den beiden geschieht so, so, so viel Unrecht bzw. geraten in schwierige Situationen, die ihre Beziehung gefährdet und doch bekommen sie es immer wieder hin irgendwie gemeinsam aus der Sache herauszutreten. Die beiden verbindet ein starkes Band, das nicht zerbrechen kann. Es ist eine kommunikative Beziehung, die beiden agieren miteinander, spielen nicht nur ihre Rollen, sondern leben. Tami und Eric Taylor sind das wahrhaftigste Pärchen weit und breit in der Serienlandschaft. Es ist eine übermäßig große Freude die beiden auch nur ruhig auf der Couch sitzen zu sehen. Tami an Erics Schulter gelehnt, wie sie nachdenken, sich Sorgen machen, überlegen, wie sie Julie mal wieder bestrafen wollen, wie sie sich in die Augen schauen und sich sagen, dass sie sich lieben, wahrhaftig, authentisch und immer bewegend. Ein einfaches ‚I love you babe‘ von Eric, das Lächeln von Tami und Erics Kuss auf ihre Stirn. Eric und Tami Taylor, für mich das beste Pärchen, das es im TV gibt.

Mao’s Last Dancer – Step Up Chinese

Es ist Anfang der 70er Jahre als der elfjährige Li Cunxin in seinem Heimatland China ausgewählt wird an einer Akademie das Tanzen zu lernen und sein Land mit Stolz zu ehren. Er wird während einer langjährigen Ausbildung zu einem fabelhaften Balletttänzer, der auf den Höhepunkt seines bisherigen Lebens, die Akademie, nochmals eine Überraschung erfährt: Er darf nach Amerika, um dort bei einem Kulturaustausch teilzunehmen. Es ist das größte Glück, seine Familie – so wie seine ganze Heimatprovinz – ist arm und so eine Chance bekommt nicht jeder. In Amerika angekommen entdeckt er Freiheiten, die er in seiner Heimat nicht hatte, er bekommt ein Gespür, was es heißt wirklich frei zu sein, in seinem Leben und in seinem Tanz. Doch die Freiheit währt nicht lang. Das chinesische Konsulat ist besorgt, dass Li sich zu sehr an die amerikanische Lebensart gewöhnt hat und so sein Heimatland hintergeht. Li muss sich entscheiden, ob ihm die Freiheiten in Amerika wichtiger sind als sein Heimatland und seine Familie…

Mao’s Last Dancer erzählt eine Geschichte über Politik, Tanz, Freiheit, Liebe und Leidenschaft. Es geht autobiografisch um den Einzelfall von Li Cunxin, der von Chi Cao gespielt wird, selbst professioneller Balletttänzer und in seiner ersten bemüht gespielten Schauspielerrolle. Er liebt es zu tanzen, aber es wird schnell deutlich, dass es zwei Seiten von Tanz gibt. In China tanzt Li politisches Ballett, in den USA ein freies Ballett. In einer Szene sagt ein Mann, dass man diese beiden Arten von Ballett nicht miteinander kombinieren könne. Genau das wird auch im Film gezeigt. Li muss sich für eine Art von Ballett entscheiden, es ist dieses oder jenes, ,,böses“ Ballett oder ,,gutes“ Ballett. Es wird schnell klar, welches von den beiden Arten ,,böse“ ist. Die ganze Schwarzweißmalerei ist allzudeutlich erzählt und wird mit der Zeit zu einem melodramatischen Höhepunkt hochgetrieben, welches in einem letzten Standbild endet, das übertriebener nicht sein könnte. Es hat ein leidenschaftlicher Film werden sollen, der voller Gefühle ist und aus dem Leben von Li seine Emotionen schöpft. Doch dem ist leider nicht so.

Regisseur Bruce Beresford (Driving Miss Daisy) in allen Ehren, aber Mao’s Last Dancer ist ein Film, der auf einem schematischen Drehbuch basiert, ohne jegliche Ambitionen zu zeigen etwas anderes sein zu wollen, als es ist und viele andere Filme schon gewesen sind. Es ist die typisch vorhersehbare Geschichte des Fremden, der nach Amerika kommt, Freiheiten entdeckt, die er zuvor nie erlebt hat. Dabei werden seine sprachlichen Barrieren als Stütze für allerlei bemüht witzige Momente genommen, um ihn als Gutmenschen zu charakterisieren. Bei all diesen Bemühungen wird vergessen überhaupt eine schlüssige und glaubhafte Geschichte zu erzählen. So geht er z.B. nach nur geringer Zeit in Amerika direkt auf eine Tänzerin, Elizabeth Mackay (Amanda Schull), in der Akademie zu und fängt mit ihr eine Beziehung an. Seine Motivationen werden nicht durchleuchtet, sein Inneres bleibt die ganze Zeit verborgen. Der Zuschauer schaut sich das ganze an, aber kann für die beiden keine Gefühle entwickeln. Beresford kann sich nicht die ganze Zeit darauf verlassen, dass die Geschichte vom großen Glück des Li den Zuschauer bei Stange hält. Die Figuren müssen auch wirklich leben und nicht nur ihre Rollen erfüllen. Doch das tun sie leider fast allesamt. Es sind leere Figuren, die aufgrund des sehr schwachen Drehbuchs einfach keine Emotionen entwickeln können.

Diese Antriebslosigkeit des Films zeigt sich auch in der Kameraarbeit, kein Bild ist besonders, keine Aufnahme in einer Art und Weise beeindruckend. Es ist allumfassend einfach durchwachsen und unerträglich durchschnittlich. Es werden Tänze gezeigt, die von sich aus teilweise überzeugen können, aber aufgrund der Makel des Films einfach nicht vollends wirken. Gerade diese Tänze hätten mit Leben gefüllt werden können, mit mehr als nur einer stillen Kamera, die frontal draufhält. Einzig der erste Tanz in China konnte durch sein politisch verfeinerten Einfluss von sich aus wirklich alleine unterhalten. Die weiteren Tänze sind Standardeinlagen ohne jeglichen Mehrwert.

Mao’s Last Dancer besitzt einige Momente, die erfreulich anzusehen sind, so ist das nicht. Es sind halt nur durchschnittliche Szenen, die nach und nach mit mehr Melodrama abgespielt werden. Es ist ein Schema, das aufgrund des Drehbuchs einfach nicht überzeugen kann. Lediglich die letzten Szenen des Films – genauer: Lis‘ vorletzter Tanz – können aufgrund ihrer universellen Bedeutung familiärer Verbundenheit Emotionen erwecken, die den ganzen Film über nicht da gewesen sind. Aber diese letzten Szenen können nicht darüber hinweg helfen, dass Mao’s Last Dancer mit all seinen Schwächen insgesamt nur ein etwas unterdurchschnittlicher Film ist, dessen Fehler nicht in der Geschichte des Ballettstars Li liegen, sondern in ihrer mäßigen Umsetzung.

__________[ 4/10 ]__________

Mao’s Last Dancer kommt am 04.11.10 in die deutschen Kinos.

Für Sneakfilm

Mr. Nobody – Yes/No

Entscheidungen. Sie sind es, die jeder Mensch alltäglich trifft, ob unwichtig oder nicht. Jede einzelne Entscheidung führt zu einem Weg, den man unter Umständen nicht mehr zurückgehen kann. Deshalb ist es wichtig, den richtigen Weg zu gehen. Dass das nicht allzu leicht ist, wird jedem bekannt sein. Nur wie entscheidet man sich? Man könnte eine Münze entscheiden lassen, man könnte andere Menschen für einen entscheiden lassen, man könnte einfach so durch die Welt wandern und schauen, was so passiert. Man könnte sich aber auch ganz abkoppeln und der Determinierung des Lebens unterwerfen. Egal, für was man sich entscheidet, man wird sich entscheiden. ,,In chess, it’s called Zugzwang… when the only viable move is not to move.„, sagt der 118 jährige Mr. Nobody, und das ist nunmal auch eine Entscheidung.

Jaco Van Dormael, Regisseur und Drehbuchautor von Mr. Nobody, umschreibt seinen Film als einen Film über Komplexität, Zweifel und vor allem Entscheidungen. Eine weitere wichtige Rolle dabei spielt das Universum, das unerklärliche Universum, in dem wir leben. Theorien über Theorien, wie die Welt und die Planeten zu erklären sind, was Zeit mit alldem zu tun hat, wie man die Zeit noch erklären kann und wie sich der Butterfly Effekt – wenn es ihn denn wirklich gibt – auf die Geschehnisse der Welt auswirkt. Mr. Nobody ist aber kein wissenschaftlicher Film oder jedenfalls nur zu Teilaspekten.

Mr. Nobody erzählt von Mr. Nobody (Jared Leto), einem 118 jährigen Mann, der im Jahre 2092 der letzte Sterbliche auf der Welt ist und kurz davor ist zu sterben. Jetzt, wo alle zu ,,immortals“ geworden sind, der Sex obsolet und das Leben sowieso wie die Vorstellung einer Zukunftswelt ist, da fragt man sich, wie es früher war. Als letzter Sterblicher versucht Nobody sich mit der Hilfe seines Arztes zu erinnern. Es ist alles Wirrwarr, was Nobody erzählt, aber dennoch stimmt alles. Irgendwie.

Der Film zeigt in ein wenig mehr als zwei Stunden, was Mr. Nobody so alles erlebt hat. Es sind alternative Geschichten, von drei Frauen, seinen Eltern und seiner Fähigkeit in die Zukunft zu sehen. Alles eine Frage der Entscheidung. Schon als nichtgeborenes ,,Kind“ konnte er in einer Art Vorwelt – einem Gegenstück des Fegefeuers – seine Eltern aussuchen. Als die sich trennen wollen, hat er wieder die Wahl – Mutter oder Vater? Wie kann man sich denn entscheiden? Mr Nobody, der eigentlich Nemo heißt, ist gerademal 9 Jahre alt und soll sich nun entscheiden, bei wem er leben möchte. Es ist eine grundlegende Entscheidung, die sich ungemein auf seine Zukunft ausprägt bzw ausprägen wird. Denn bei der falschen Entscheidung kommt eine Zukunft mit einer oder zwei der drei genannten Frauen nicht mehr in Betracht. Verzwickte Situation, aber man weiß es halt nicht vorher.

Die erwähnten Frauen sind Anna (Jung: Juno Temple, Alt: Diane Kruger), Elise (Clare Stone, Sarah Polley) und Jean (Audrey Giacomini, Linh Dan Pham). Es wäre etwas zu viel, um wirklich alle Konstellationen zufriedenstellend zu beschreiben. Am besten man erlebt es für sich selbst. Was man zu diesen Beziehungen sagen kann ist, dass sie unglaublich authentisch und im jeden Fall für einen selbst identifizierbar sind. Es wird die Jugendliebe gezeigt, die natürlich ,,für immer“ halten wird, oder erst gar nicht zustande kommt und dann die erwachsene Liebe, die realitätsnaher ist, aber dem sinnlichen Gefühl von ,,früher“ gleichkommt.

Mr. Nobody ist ein wirklicher Augenschmaus. Wirklich. Wenn man zunächst bei den Schauspielern bleibt: Jared Leto scheint seit 10 Jahren nicht mehr zu altern und auch die anderen, von den Jungschauspielern bis zu den Erwachsenen sind es perfekte Besetzungen. Der Übergang zwischen jung, jugendlich und erwachsen ist in Bezug auf die Schauspieler bemerkenswert. Es wurden sehr passende Schauspieler gefunden, denen man abkauft eine Person gewesen zu sein. Und Diane Kruger macht ihre Sache auch wunderbar, was ja schonmal ziemlich viel Wert ist!
Des Weiteren kann man den Film wirklich nicht genug für seine Aufnahmen loben. Kameraeinstellungen, die man selten gesehen hat, wunderschön phantastische Bilder, skurril bis abgefahren, eingefangen in bester, feinster Qualität. Begleitet gern und oft mit ,,Mr. Sandman“ von The Chordettes.

Was soll man noch zu diesem Film sagen. Eine schier unglaubliche, verwirrende, komplizierte Geschichte wird erzählt, die am Ende eine umso einfachere Erklärung besitzt. Als störend empfand ich lediglich, dass es vielleicht sogar etwas zu lang geraten ist, wobei ich vollkommen verstehen kann, warum das so ist. Es wird einfach viel erzählt und es hätte bei weitem mehr erzählt werden können.
Mr. Nobody ist originell, erfrischend, je nach Sichtweise zu kurz oder zu lang geraten und auf jeden Fall interessant. Es regt zum Nachdenken über das eigene Leben an, besitzt die Kraft so viele identifizierbare Aspekte zu finden und dabei so weltfremd zu sein. Es erzählt vom Leben und spiegelt es auch gekonnt wider, in visueller, auditiver und erzählerischer Sicht. Wenn man die erste Hälfte des Films – oder darüber hinaus – nicht versteht, dann macht das auch nichts. Mr. Nobody unterhält auch so durch Witz, Charme und Ulk. Eines sollte jedenfalls sicher feststehen: Die Entscheidung diesen Film zu sehen.

__________[ 7,5/10 ]__________