Liberal Arts

Liberal Arts(Ich habe es wieder getan…die nächste Rezension wird wieder auf Deutsch sein, versprochen ;))

Josh Radnor, you little piece of hard work. You always play someone who is so into something, and then you bore the hell out of the rest of everyone else. In Liberal Arts you are not an architect like in the hit series How I Met Your Mother, but a book geek who rolls around smiling on the grass of his former college, reminiscing the good old times. And, of course, you like to talk about sophisticated topics, show your passion wherever it is possible. Dude, just create a guy, who is not just so unlikable!

Liberal Arts is Josh Radnors second directorial film after Happythankyoumoreplease, which is yet unseen by me. It is about a guy who comes back to his favourite professor in college to celebrate his career at an celebration/retirement dinner. At college he also meets Lizzy (Elizabeth Olsen), for whom he grows interest in a very short amount of time. In fact, there is actually a shot of him at a table with a smirky, sheepish grin towards Lizzy, to make it very clear that there is something going to happen between those two. The story in itself is not so much important as to forward the relationship between Lizzy and Jesse (Radnor) and his reflections on it. In this process there are as always strange figures who help him to find himself and to make a decision about Lizzy. You see, Jesse was last in College 18 years ago, Lizzy is just beginning to attend it.

Radnor is, judging by this film only, not the greatest of directors. First he builds a happy atmosphere, putting every character in a good light, letting them click instantly and too powerfully for that time they actually know each other. Yes, there are always explanations of soulmates, who just click, but this does not help over the fact that is captured in front of a rose-coloured lense. Furthermore it is just too cliché (even for me) that those two are hanging out, alone on a stage, eating something, getting to know each other and other instances which are just too on the face. Then he succeeds to give the story an edge, but somehow it’s already too late for that.
There is actually one cameo of Zac Efron which is kind of funny to watch, as he is a spiritual kind of guy, appearing in the middle of the night and helping Jesse out. It must have been a funny role to play and it also is a delight to watch Efron in it. Nevertheless it does not so much help the film to achieve it’s core authentic try on college/life relationships. But on the other hand it is sometimes a bit too of a fairy tale, so it could be right for the film.

Then there is also a side story about Dean (John Magaro), Jesse meets at a café, who is going to be a bigger role for him than he would expected at the beginning. The guy just read one of Jesses favourite books and feels, again, a connection towards him. This side story will get sadder and not as much comprehensible as it would like to be. It’s just there, just to show Radnors charactor as an good guy. It all feels incomplete and incoherent in the wider story. But it’s just what you get: Liberal Arts is a kind of feel-good film with an edge, which is sadly not as much entertaining or engaging as one would hope to be.

__________[ 4/10 ]__________

Die Kritiker deines Vertrauens

HeaderEs gibt Menschen, die nur auf ihr eigenes Empfinden hören und sich nicht von anderen beeinflussen lassen wollen. Doch manchmal ist dies einfach nicht möglich. So viele Gefahren könnten in einer einfachen Entscheidung liegen ins Kino* zu gehen. Zuvorderst wäre da der Zeitverlust, den ein Kinobesuch mit sich bringen würde; für einen Film, den man überhaupt nicht mochte und die Zeit nur zu gerne wieder haben würde. Weiterhin spielt auch der Kostenfaktor eine Rolle. Die Kinopreise sind teilweise sehr hoch und man muss sich wirklich genau überlegen, ob man 8€ für einen Film ausgeben möchte, vielleicht sogar 13€ mit Überlänge und 3D Zuschlag an einem Samstag. Als Filmeliebhaber wird man sicherlich schon ein gewisses Wissen an Schauspielern und Regisseuren haben, dass man selbst einschätzen kann, ob ein Film einem liegt oder nicht bzw. der Kinobesuch sich lohnt oder nicht. Auch die immer länger werdenden, manchmal zu viel zeigenden Trailer können einem Aufschluss darüber bieten, ob man den Film mögen wird oder nicht, soweit dieser den Film nicht komplett verfälscht präsentiert. Doch es besteht dennoch stets ein Risiko, dass der Kinobesuch nicht so wird, wie erhofft. Manchmal ist das Eingehen des Risikos gerade auch der Sinn der Sache, wenn man sich die vielen Sneak-Previews ansieht.

Im Normalfall wird man sich aber dennoch erst einmal ein paar Kritiken anschauen oder einfach nur Sternebewertungen, um sich vorher gewissermaßen, dass sich der Kinobesuch lohnt oder nicht. In meinem Fall ist es so, dass ich mich doch recht schnell beeinflussen lasse, soweit einer meiner Lieblingskritiker eine gewisse Tendenz vorweist für einen Film. Ein wenig konterkarierend für einen Hobby-Filmrezensenten, jedoch hält es sich auch in Grenzen, da ich grundsätzlich immer ca. 0,5 Punkte zu viel vergebe und es nach einer kleinen Bedenkzeit meist zurückschraube.

Ich habe einige Kritiker, die ich sehr schätze und mit denen ich häufig d’accor gehe, aber es manchmal auch ganz anders sehe. Es zeigt sich natürlich erst mit der Zeit, welche Kritiker einem liegen, doch interessiert es mich, was eure Kritiker sind, auf dir ihr zurückgreift, wenn ihr nicht weiter wisst. Daher frage ich explizit erstmal Flo, Don und bullion und eröffne die Frage auch an alle anderen, die das gerne beantworten würden.

Nun zu meinen Kritikern:

Filmspotting

Ich habe diesen Podcast seit Jahren gehört und schätze ihn wirklich sehr. Ich habe nicht wirklich viele Podcasts ausprobiert, doch ich habe es nicht für nötig erachtet noch andere aufzusuchen, wenn dieser schon so kompetent ist und mich immens unterhält. Filmspotting bestand als ich damit angefangen habe aus Adam Kempenaar und Matty Robinson und nun aus Adam und Josh Larsen. Ich kann diesen Podcast nur empfehlen! Gerade die Tiefe der Unterhaltungen, die die beiden an den Tag legen ist wirklich beeindruckend und weitaus besser, als ich bisher über einen Film nachgedacht hätte. Die beiden bringen stets neue Aspekte in das Gespräch, die den Film wirklich niedermachen oder sogar noch retten könnten. Problematisch ist wirklich nur, dass die beiden meist die Filme schon früher sehen und besprechen als ich, sodass ich bei manchen Filmen auch vorspulen muss, aber später darauf zurückkomme. Sternebewertung wird bei ihnen nicht unbedingt hervorgehoben, auch wenn sie es auf ihrer Seite einsetzen. Josh Larsen hat jedoch seine eigene Seite, wo er selbst noch schreibt. Diese Texte kann ich auch nur empfehlen.

Alles in allem super Typen, die es verstehen ihre Meinung kompetent kund zu tun und die ich sehr schätze.

James Berardinelli

Hier weiß ich selbst gar nicht mehr, wie ich auf ihn gekommen bin. Ich glaube aber, dass er auch zu den bekannteren Kritikern in Amerika gehört. Bei Herrn Berardinelli schätze ich es, dass er natürlich zunächst auch einen ähnlichen Geschmack hat, wie ich, aber letztendlich auch nicht zu abgehoben ist, stets eine verständliche Sicht auf den Film bietet und dies auch sehr einfach zu beschreiben weiß. Er verdammt auch nicht direkt jeden Blockbuster und sieht in vielen Filmen auch das Gute. Seine Sternebewertungen gehören auch zu meinen ersten Seiten, die ich vor einer Sichtung eines unbekannten Films begutachte.

Michael Phillips

Wer Filmspotting kennt, der kennt auch Michael Phillips, ,,the monthly visitor“ der Show, wie er letztens sehr lustig genannt wurde. Die Kritiker aus Chicago haben es mir einfach angetan. Chicago bietet neben tollen Serien auch sehr gute Kritiker! Michael Phillips gehört auch zu einem der Kritiker, die anscheinend 8 Filme pro Tag schauen (ob mit Festival oder nicht) und immer noch genau wissen, was dort passiert ist und dann noch eine souveräne Meinung dazu haben. Er schaut sich wirklich auch viele kleinere Produktionen an und kann mit Sicherheit viele Geheimtipps vergeben. Er gehört bei Filmspotting als häufiger Gast wirklich zu den witzigen Kritikern, die das Rezensieren einfach im Blut haben. Das hat er auch direkt gezeigt, als er letztens mit Tasha Robinson die Show gehostet hat, weil die anderen beiden Urlaub hatten.

Das wars von meiner Seite erstmal. Es sind nicht viele, aber das sollte auch genügen. Man will ja auch schnell ins Kino und nicht vorher zu viel Recherche tätigen müssen.

(*entsprechend anwendbar auf DVD-Ausleihe)

Oh Boy

Oh BoyOh boy, a German movie. Dreadful and full of negative expectations I did watch Oh Boy and…I liked it! German cinema is not my favorite place to be, hence it’s predominant lack of good films. Sometimes there are exceptions, that of course, when I dare to watch one of them again. I can’t even remember which German film I liked the last time. Oh Boy from writer-director Jan Ole Gerster is however now one of them.

It is a film about a wandering boy (Tom Schilling) in Berlin, who does not know what he wants to do with his life. He reflected for two years on his life, while his father thought he was studying law. The boy took the fathers money month after month until the latter found out in a character revealing fashion. The boy does not have the best of relationship with his father – and now he has none. Left alone with some Euros he keeps on wandering through Berlin with his kind of weird friends and encounters other questionable people like a lonely neighbor, who just wants to get away from his wife and invites himself into the flat of the boy. Then there is an old man in a bar, who tells a story about his childhood in war time Germany.

It is the discoveries and the way of the boy that is interesting in Oh Boy. It really is not about too much important topics. It rather is about a human being who just does not know what to do with his life and drifts off to where ever the city takes him. It’s a very calm movie, enriched with conversations and encounters, which entertain so much that the rather short duration time flies even faster. Tom Schilling does a well job to personate a kind of victim of the city and it’s people.

Oh Boy is shot in a very nice black and white tone, filled with great scenes of Berlin. It helps the film to get a certain meaningful look and feeling, which would not have been necessary, but is nice nonetheless. I don’t want to praise it too much, it’s at best a matinee watch for what it is, but an entertaining one. Best watched with a cup of coffee.

__________[ 6,5/10 ]__________

Stoker

Stoker(Ich hatte irgendwie eine Schreibblockade, als ich versucht habe etwas über den Film auf Deutsch zu schreiben. Dann habe ich es halt auf Englisch versucht. Wenigstens etwas ist dabei herausgekommen.)

Wentworth Miller is not the first name that pops in mind to connect it to the dark world of Park Chan-Wooks movie vita. Nonetheless it is Park who has to project the ideas of the Prison Break star to the screen. The well-known director of vengeance and brutality is now handling Millers idea of a „nice“ family reunion with a rather unsettling uncle Charlie (Matthew Goode) after a mysterious death of the father, who leaves daughter India (Mia Wasikowska) and mother Evelyn (Nicole Kidman) behind.

One will immediately see that some visual mastermind is behind Stoker. The visualization is the key of getting into the movie, beginning with calm pictures and evolving to very, very gruesome shots. They makers clearly had fun with camera angles, experimental stop-and-go techniques and blurred shots which intensify the events in Stoker. Cinematographer Chung Chung-hoon is skilled enough to deliver these shots and lets us sometimes think there is Emmanuel Lubezki (Tree of Life) behind the camera.

Other than the visuals, there is the great performances of the three-man main cast, where each individually performs evenly great, although Matthew Goode is really a creepy uncle to be confronted with. The story on the other hand is about sexuality, attraction between the characters, and the coming of age, to explore oneself in the deepest psychological holes, where it’s not always certain what lies there. Stoker is not a psychological master thesis, it however displays the human nature in a very intriguing way.

__________[ 8/10 ]__________

Leviathan – Der Horrorfilm, der keiner ist

LeviathanEs gibt Dokumentationen, die den Zuschauer führen, ihn in verschiedene Geschichten einführen und begleiten und die Menschen darin zu Wort kommen lässt. Und dann gibt es die Dokumentationen, die mit der Kamera einfach nur drauf halten. Das hört sich zunächst schlecht an, bedenkt man, dass In die Welt mit der gleichen Herangehensweise ein großer Reinfall war. Doch Leviathan behandelt nicht das Thema der Geburt, sondern die dunkle, blutrünstige, brutale Welt der Fischerei. Man wird bekannt gemacht mit einem Fischerschiff und dessen Fischer. Es wird auch nicht „nur“ draufgehalten. Das wäre dem Film nicht gerecht. In Leviathan wird eine GoPro-Kamera oder eine gleichwertige Kamera verwendet, mit der man buchstäblich hautnah an Fisch, Mensch und sonstigen Tieren ist. Es wird gerade nicht nur draufgehalten, sondern die Kamera fließt mit, beobachtet und fängt Aufnahmen ein, die man nicht direkt erklären kann, wie diese zustande kamen.

Leviathan kann ein großer Erfolg oder ein großer Reinfall sein. Es kommt auf den Zuschauer an, ob er in den Aufnahmen ohne Interviews oder dergleichen, etwas abgewinnen kann oder nicht. Man kann aufgrund der monotonen Aufnahmen die Dokumentation aber auch ziemlich langweilig finden. Die 84 Minuten sind dabei jedoch für beide Sorten von Zuschauer etwas zu lang. Ein wenig hätte es schon gekürzt werden können. 10 bis 20 Minuten. Der Rest kann ohne Weiteres stehen bleiben. Dafür ist es einfach zu wirksam.

Wer nicht gewohnt ist viel Fisch zu sehen, besonders nicht toten Fisch, wird auch zu spüren bekommen, dass das um einiges intensiver sein kann als ein vermeintlicher Horrorfilm. Man wird nicht nur in die Unmengen an Fisch geschmissen, sondern muss auch noch mit ansehen, wie diese aufgeschlitzt und ihren Organen entleert werden. Zum Schluss bleiben Fischköpfe, die von dem Schwall des Wassers hin und her geschoben werden bis sie endlich wieder ins Meer fallen. Eine Aufnahme, in der ein Fischkopf mit dessen großen Glubschaugen in die Kamera zu schauen scheint, wird aufgrund der Intensität dieses Blickes lange in meiner Erinnerung bleiben. So wird man sich sicherlich nochmal überdenken, ob man weiterhin Fisch essen wird nach diesem Film – oder gar ganz auf Fleisch verzichtet.

In Leviathan kann man einiges sehen, man hat ja auch genug Zeit dafür in den langen Aufnahmen. Es fängt dunkel an, man sieht alles aus der Sicht eines Fischers. Später wird es eine Kamera sein, die ins Wasser fällt, wieder auftaucht, herumschwirrt, von den Wellen mitgerissen wird. Es ist die Härte des Meers, die brechenden Wellen, die Dunkelheit, die einen dabei fertig macht. Es ist der Kampf zwischen Natur und Mensch und seinen Maschinen, die allgegenwärtig im Hintergrund zu arbeiten scheinen. Es sind Männer, die Zigaretten rauchen, ein schmalziges Lächeln im Gesicht erübrigen beim Aufschlitzen der Fische. Es sind Männer, mit Schnurrbärten. Es sind aber auch Maschinen, die monoton arbeiten, Fisch für Fisch. Es ist ein schrecklicher Anblick. Doch die Kamera ist gleichermaßen neutral, gegenüber den Fischen, so wie zu den Fischern, die nur arbeiten und völlig übermüdet dreinblicken im Gemeinschaftsraum.

Leviathan bietet fantastische Aufnahmen und appelliert zu den Sinnen des Zuschauers, denn es ist ein visuelles Erlebnis. Wer mit der falschen Einstellung in den Film geht wird herbe enttäuscht werden. Man kann vieles aus den Film schöpfen, aber verständlicherweise dann auch aus dem Kinosaal frühzeitig austreten. Wer bleibt bekommt eine Dokumentation zu sehen, die man mit Sicherheit so noch nicht erlebt hat.

__________[ 8/10 ]__________

Iron Man III – Somehow It’s Good

Iron Man IIIDer erste Teil von Iron Man war gut, hat für Wirbel gesorgt, Robert Downey Jr. als Massenphänomen etabliert. Der zweite Teil wurde von Kritikern zerrissen. Der dritte und neueste Teil genießt die Vorzüge des Ruhms und lässt vermutlich jedes Nerdherz höher schlagen, wie es schon bei The Avengers (a.k.a. Iron Man and his Entourage) geschah. Denn es gibt hier wunderbar inszenierte Actionsequenzen, in denen sich Tony Stark die Iron Man Anzüge anzieht, wieder auszieht, sie von Fernem steuert und das alles binnen weniger Momente. Dass das doch sehr stark an die Verwandlungen von den zuhauf kritisierten und gemiedenen Transformers erinnert, mag man da wohl etwas verdrängen. Denn Tony Stark (Robert Downey Jr.) ist zurück und verkündet es lautstark dem neuesten Endgegner Mandarin (Ben Kingsley), der die Welt in Atem hält. Tony nennt seine Adresse, welche auch sogleich vom Bösewicht gefunden wird. Ein toller Anfang. Ein Iron Man, der sich sehen lassen kann, wäre er sich doch nicht selbst im Wege. Shane Black hat hier das aufgegriffen, was von Teil I und II und The Avengers zurückgelassen wurde: Einen Iron Man, der sich seiner Menschlichkeit bewusst wird und nur nach außen hin der coolste zu sein scheint.  

Iron Man III ist in seinem ersten Drittel eine wahre Pracht, muss ich sagen. Schon am Anfang werden Erwartungen erfüllt und sogar übertroffen. Iron Man ist nicht nur ein arroganter Playboy, sondern ein liebevoller Mann, der dies jedoch nur auf eine andere Art zeigen kann. Für seine geliebte Freundin Pepper Potts (Gwyneth Paltrow) macht er alles, um sie in Sicherheit zu bringen und zu erhalten. So wird man auch schon in der wahrhaftig bombastischen Attacke von Mandarins Leuten auf sein Anwesen Zeuge, wie er unter all dem Beschuss noch sein wichtigstes Hab und Gut zu schützen vermag. Eine tolle Szene, die den Grundboden eines großartigen Anfangs bereitet. Nicht zuletzt auch in Anbetracht der neuen Technologien, bei der Iron Man seine Anzugteile auch lenken kann mit seinen Händen. So lassen sich viele neue Ideen entwickeln, die auch direkt genutzt werden. Man denke nur an eine Szene, in der Iron Man sich selbst mithilfe seines Anzugs aus einer eingeengten Lage herauszieht. Sicherlich wurde dazu auch die A.I.-Persönlichkeit des Jarvis (gesprochen von Paul Bettany) weiterentwickelt, um solche Aktionen zu erfüllen.

Ich muss sagen, ein toller Anfang. Und was passiert dann? Natürlich das, was ein Iron Man Film haben muss: Zu viel Komik. Es gehört natürlich zu seinem Bild als Iron Man, dass er immer locker drauf ist, in jeder Actionsequenz, gleichgültig der lebensbedrohlichen Lage seiner geliebten Freundin (!) und sich selbst, noch einen kecken Spruch auf Lager zu haben scheint. Insbesondere geschieht das in einem wichtigen Handlungspunkt, der die ganze Geschichte auf den Kopf stellt. Es ist halt ein Drehbuch, dass diesen Charakerzügen zuspielt. Man gibt der ganzen Story eine beinahe lächerliche Wendung. Es ist einfach zu viel. Damit muss man sich arrangieren können. Für einen Fan sicherlich keine große Aufgabe, doch einem Skeptiker wie mich dann doch zu viel. 

Gleichzeitig werden seriöse bzw. erwachsene Aspekte eingefügt, die nicht wirklich funken wollen. So zum Beispiel die Panikattacken von Tony. Er träumt immer noch vom Wurmloch, in das er bei The Avengers durchgeflogen ist. Es wird ein paar Mal erwähnt, ein wenig gezeigt, dass ihn nicht alles kalt lässt und dann? Nichts. Es wird ein paar Mal erwähnt und gezeigt und dann hat es sich auch. Vergleichbar mit The Dark Knight Rises wird der Held nicht mehr darauf angesprochen. Nur wird bei Batman – zugegebenermaßen nicht häufig –  auch gezeigt, was aus solch emotionalen bzw. psychischen Problemen folgen kann. Hier ist leider dafür keine Zeit.

Weiterhin wird versucht durch die Stimme im Off von Iron Man eine gewissen epische Atmosphäre zu entwickeln, die sich insbesondere zum Ende hin zeigt. Dabei wird leider deutlich, dass Iron Man gerade keine große Figur ist, die für etwas steht, keine Figur, die etwas wichtiges symbolisiert. Er ist einfach Iron Man. Eine ernüchternd lasche Beschreibung, die in keiner Weise mit der von The Dark Knight zu vergleichen ist. Erneut ist hier jedoch auf die Figur des lockeren, lässigen Iron Man zu schauen, der gerade nichts großartiges darstellen will. So bekommt man eigentlich nur das, was man erwartet. 

Im Gegensatz dazu brilliert gerade der zweite Fiesling Aldrich Killian (Guy Pearce). Pearce ist schon in Lawless ein ungemein guter Bösewicht gewesen und zeigt auch hier seine dunkle Seite. Er hat gerade das gewisse Verrückte, das Fanatische in seinem Gesicht und kann dies auch hier zeigen. Es ist wirklich eine Freude ihn in solchen Rollen zu sehen. Genau so James Badge Dale, der wohl der Chef der Handlanger von Mandarin darstellt. Auch er ist ein nicht zu unterschätzender, kaugummikauender Charakter des Films. Dahingegen haben die anderen Charaktere nicht sehr viel zu tun. Paltrow darf auch mal etwas zuschlagen, bleibt aber ansonsten am Rande. Das gleiche gilt für Rebecca Hall, die ihren dreidimensionalen Charakter als wichtiges Glied zwischen Bösem und Gutem nicht wirklich Effekt verleihen kann. Die Bösewichte haben hier die Nase vorn.

Iron Man III ist besser gewesen als ich erwartet hatte. Besonders die Actionszenen lassen einen wirklich staunen, wenn man sich neben der Attacke auf Iron Mans Anwesen noch die Rettungsaktion in der Luft ansieht. Die zusätzlichen Euros für die 3D Brille wären jedoch wieder einmal nicht nötig gewesen. Nichtsdestotrotz bekommt man was geboten und wird seinen Spaß haben. Eigentlich stand Iron Man III nicht auf meinem Plan, ich bin aber froh ihn doch gesehen zu haben.

__________[ 6/10 ]__________